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Wurzen Stadt Wurzen würdigt zum Neujahrsempfang die Verdienste um das Ehrenamt
Region Wurzen Stadt Wurzen würdigt zum Neujahrsempfang die Verdienste um das Ehrenamt
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05:00 16.01.2017
Quelle: Thomas Kube
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Wurzen

Ganz im Zeichen des Lutherjahres und somit des 500-jährigen Reformationsjubiläums 2017, aber vor allem der Würdigung des Ehrenamtes stand am Sonnabendvormittag das Bürgerfrühstück der Stadt Wurzen im großen Saal des Kulturhauses Schweizergarten.

Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) verriet gleich zu Beginn, dass es der Verwaltung dieses Jahr schwer gefallen sei, ein Motto zu küren. Schließlich habe Martin Luther, „der nicht nur die Kirche auf den Kopf stellte“, einst einen weiten Bogen um die Bischofsstadt Wurzen geschlagen. Und dennoch gelang es den Organisatoren, von der ersten bis zur letzten Minute den roten Faden zu behalten. Dafür sorgten allein schon die Darsteller des Kulturprogrammes – darunter Willi Wagner am Klavier, der Lossataler Gospelchor „Voice to Soul“ unter Leitung von Matthias Handschuh sowie das Luther-Theaterstück der Diesterweg-Grundschule. Selbst die Bäckerei Schimkus sorgte für Reformationsbrötchen auf dem Buffet im Foyer.

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Bis dahin mussten sich die Besucher allerdings ein wenig gedulden. Denn zum Ablauf von Neujahrsempfängen gehören Reden, Rück- und Ausblicke. Wie die des Stadtoberhauptes, der mit Freude zunächst einmal seine Gäste begrüßte. Zum Beispiel Landrat Henry Graichen (CDU), die Bundestagsabgeordnete Katharina Landgraf (CDU) sowie die Vertreter der Wurzener Partnerstädte Warstein, Barsinghausen, Tamasi (Ungarn) und Milicz (Polen). Die Freunde aus der Ferne kamen allesamt zu Wort und verteilten reichlich Geschenke. So erhielt Röglin unter anderem aus Barsinghausen einen Nussknacker in Form des Wappentieres, einem Hirsch, um auch in Zukunft harte Nüsse knacken zu können.

Eigentlicher Höhepunkt, wie in den drei Jahren zuvor, war jedoch die Vergabe von drei Ehrenamtspreisen. Hierfür konnten bis Oktober des Vorjahres Vorschläge eingereicht werden, über die dann Anfang November der Kulturausschuss abstimmte. Bis Sonnabend blieben die Namen zumindest in der Öffentlichkeit ein Geheimnis. Mit einer Urkunde und einem Strauß Blumen würdigte die Stadt als Ersten des Trios den gebürtigen Wurzener Thomas Nikoleit für seine Verdienste im Kinder-, Jugend- und Sozialbereich. Nikoleit, der heute in Bron (Frankreich) lebt, ist Mitbegründer der Sächsischen Volkssportgemeinschaft (SVSG) Wurzen, welche am 21. Dezember 1983 im damaligen Café Sanne ins Leben gerufen wurde. Darüber hinaus hält er die Fäden des Internationalen D-Jugendturniers des ATSV Frisch Auf Wurzen in der Hand. Die dritte Auflage, so Laudator Peter Muck, findet übrigens am 8./9. Juli statt. „Die Politik redet über Europa, Wurzen lebt Europa“, sagte Muck mit Blick auf Nikoleit.

„Als Geschichtslehrer hat er nie an der Schultür Halt gemacht. Sein Name tauchte schon in den 60er-Jahren als Autor des vielgerühmten Rundblicks auf“, kündigte der Vorsitzende des Geschichts- und Altstadtvereins, Jürgen Schmidt, den zweiten Geehrten für sein Lebenswerk an – Hansrainer Baum. Baum veröffentlichte bereits 1993 Artikel über den Neuaufbau der SPD hier vor Ort, wirkte an Büchern zum 150. Gründungsjubiläum der Feuerwehr sowie der Wurzener Bürgermeister mit und schrieb jüngst zur Geschichte des Wurzener Sports.

Für die einzige Frau und folglich Dritte im Bunde – Annette Grundmann aus Dornreichenbach – setzte sich Stadtchronist, Ehrenbürger und Laudator Wolfgang Ebert ein. „Sie hat sich seit vielen Jahren im kulturellen Leben der Stadt Wurzen besonders verdient gemacht, einmal als Mitglied der Domkantorei und zum anderen als wichtige Impuls- und Ideengeberin sowie als geschickte und verlässliche Organisatorin des Freundeskreises Museum“, betonte Ebert ihre Verdienste um das Gemeinwesen und beendete mit seiner Rede den offiziellen Teil des Bürgerfrühstücks.

Von Kai-Uwe Brandt