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Wurzen Stadthaus Wurzen ersetzt gestohlene Büste von Albert Kuntz
Region Wurzen Stadthaus Wurzen ersetzt gestohlene Büste von Albert Kuntz
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12:42 23.07.2019
Dank eines zweiten Exemplares der Büste konnte jetzt eine originalgetreue Kopie des Kopfes von Albert Kuntz angefertigt und auf den seit August 2017 verwaisten Sockel montiert werden. Quelle: Kai-Uwe Brandt
Wurzen

Kathrin Höhme hat ihr Versprechen wahr gemacht: Ende des Vorjahres kündigte die Sachbearbeiterin für Grünflächen und Gewässer im Stadthaus Wurzen an, die im August 2017 entwendete Büste des Widerstandskämpfers und KPD-Politikers Albert Kuntz im Ehrenhain des Stadtparkes zu ersetzen.

„So mancher Spaziergänger wird es sicherlich schon bemerkt haben, der Sockel ist nicht mehr verwaist“, teilte Höhme jetzt mit. Zugleich mit den aktuellen Arbeiten im Wurzener Stadtpark und der Frischekur für das ebenfalls auf dem Areal befindliche Denkmal der Freundschaft ließ Höhme die Begrenzungsmauer neu verfugen. „Jetzt ist wieder alles in Ordnung und kann sich sehen lassen.“

Ermittlungen der Polizei brachten keine neuen Erkenntnisse

Noch vor knapp zwei Jahren sah die Situation vor Ort ganz anders aus. Am sowjetischen Soldaten und am deutschen Arbeiter, ein Werk des Bildhauers Wolfgang Eckart (1919  bis 1999), hatten Wind und Regen der Stahlgusshülle zugesetzt und tiefe Rostlöcher gefressen. Daher musste die Fachwerkstatt Ostmann & Hempel aus Wilsdruff die Figurengruppe aufarbeiten. Bereits generalüberholt war zu diesem Zeitpunkt die wenige Meter davon entfernt Büste von Albert Kuntz. Der Wurzener Metallbildnermeister und staatlich geprüfte Restaurator Thomas Müller reinigte im Auftrag der Stadt die Skulptur und überzog sie mit einer mikrokristallinen Schutzwachsschicht.

Idyll inmitten der Stadt: Der Wurzener Park bieten Spaziergängern nicht nur viel Sehenswertes, sondern zugleich Erholung im Schatten der hohen Bäume. Quelle: Kai-Uwe Brandt

Doch die Freude darüber währte nicht lange. Wenige Monate nach der Kosmetik stahlen Unbekannte das Konterfei. Höhme vermutete, dass damals Metalldiebe am Werk waren. Selbst die Ermittlungen der Polizei sowie Zeugenaufrufe brachten bis dato keine neuen Erkenntnisse zur Missetat. „Wir hatten sogar die Hoffnung, den Kopf im benachbarten Teich zu finden“, so Höhme. Immerhin rissen Vandalen die Büste schon einmal im Januar 2003 aus der Verankerung und versenkten sie im Gewässer. Doch diesmal fischten die Mitarbeiter des Bauhofes im Trüben.

Stadt lässt Gipsabdruck von zweitem Exemplar der Büste erstellen

Insofern entschloss sich Höhme dazu, eine Nachbildung in Auftrag zu geben. Zum Glück schuf der Künstler der Büste, Bildhauer Dieter Dietze (1937  bis  2000), einst zwei Exemplare. Jenen gestohlenen Kopf im Stadtpark, der früher im ATSV-Stadion (Albert-Kuntz-Stadion zu DDR-Zeiten) thronte, und einen weiteren, den das damalige Nahrungsmittelkombinat „Albert Kuntz“ erhielt. Vom verbliebenen Standbild konnte nunmehr ein Gipsabdruck gefertigt werden, wie Höhme sagte. Mit der jetzigen Kopie beauftragte das Stadthaus die Diplom-Restauratoren der Ostmann & Hempel GmbH. Höhme zum Schluss: „Ich hoffe, dass uns das Porträt nun für immer erhalten bleibt.“

Albert Kuntz wurde am 4. Dezember 1896 in Bennewitz geboren, war 1921 Wurzener Stadtrat und von 1931 bis 1933 Abgeordneter der Kommunistischen Partei Deutschlands im preußischen Reichstag. Nazis verhafteten 1933 den Widerstandskämpfer und ermordeten ihn am 23. Januar 1945 bei Nordhausen (Harz).

Von Kai-Uwe Brandt

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