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Wurzen Start für Ausbau des Glasfaser-Netzes
Region Wurzen Start für Ausbau des Glasfaser-Netzes
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00:43 27.04.2018
Fürs schnelle Internet in Thallwitz und Kollau packten Bürgermeister Thomas Pöge, Stephan Zimmermann, Geschäftsführer der Deutschen Glasfaser, Staatssekretär Stefan Brangs und Landrat Henry Graichen (v.l.) fest zu.
Fürs schnelle Internet in Thallwitz und Kollau packten Bürgermeister Thomas Pöge, Stephan Zimmermann, Geschäftsführer der Deutschen Glasfaser, Staatssekretär Stefan Brangs und Landrat Henry Graichen (v.l.) fest zu. Quelle: Foto: Kai Uwe Brandt
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Thallwitz

Mit dem offiziellen Spatenstich für den Ausbau des Glasfasernetzes in Thallwitz und Kollau hat Bernd Laqua seinen Spitznamen weg. So bezeichnete Bürgermeister Thomas Pöge (parteilos) seinen Amtskollegen aus Bennewitz als „Breitband-Guru“. Immerhin ziehe Laqua schon seit längerem „im Hintergrund die Strippen“ für den Weg des Wurzener Landes in die digitale Zukunft. Und dafür ist die Gemeinde Thallwitz nunmehr der Vorreiter.

Kürzlich war es so weit. Gemeinsam mit Stefan Brangs, Staatssekretär im sächsischen Wirtschaftsministerium, Landrat Henry Graichen (CDU) und Stephan Zimmermann, Geschäftsführer der Deutschen Glasfaser, erfolgte auf dem Vorplatz des Kulturgutes Thallwitz der Startschuss für das schnelle Internet – inklusive Direktanschlüsse bis in die Häuser, zu Unternehmen, der Schule und in den Kindergarten. Voraussichtlich im Spätsommer dieses Jahres sollen die Arbeiten beendet sein.

Wie berichtet, steht der Pilotkommune Thallwitz das Unternehmen Deutsche Glasfaser mit Sitz in Borken (Nordrhein-Westfalen) als Investor zur Seite. Bereits im Vorjahr schlossen beide Partner eine Kooperationsvereinbarung und initiierten darauf eine Haushaltsbefragung, die am 18. November endete. 63 Prozent der Einwohner befürworteten damals die digitale Trendwende, eine 40-Prozent-Quote benötigte die Deutsche Glasfaser für den Baubeginn. Aus Sicht von Geschäftsführer Zimmermann haben „die Bürger das Potenzial erkannt und ihre Chance ergriffen“. Denn der reine Glasfaseranschluss an das weltweite Netz sei insbesondere auf dem Land ein Standortvorteil und „belebendes Element für die Fortentwicklung“.

Mit Lob sparte ebenso wenig Staatssekretär Brangs. Was hier gerade passiere, zähle zum Idealzustand, den er sich gern für ganz Sachsen wünschte. Thallwitz zeige beispielhaft, „dass der Breitbandausbau im ländlichen Raum auch schnell gehen kann“. Anerkennung fürs Vorhaben äußerte zudem Landrat Graichen. Schließlich gehörte das aktuelle Projekt keineswegs zu den Pflichten einer Gemeinde, sondern sei eine freiwillige Aufgabe, „die man machen kann, aber nicht muss“.

Die erste Etappe erfolgte übrigens Anfang April in Kollau mit dem Aufstellen des Glasfaserhauptverteilers, eines sogenannten „Point of Presence“. Die Vermittlungsstelle leitet den ankommenden und abgehenden Datenverkehr weiter und verbindet das Netz vor Ort mit dem Rest der Welt. Laut Unternehmenssprecherin Nancy Pfaff richtet die Deutsche Glasfaser während der Arbeiten ein Baubüro in Thallwitz, Dorfstraße 8, ein, in dem sich Einwohner über den Stand informieren können – Öffnungszeit: jeden zweiten Freitag von 15 bis 19 Uhr. Auskunft gibt es außerdem über eine Bau-Hotline unter der Rufnummer 080 404 008 8.

Neben Thallwitz engagiert sich das Unternehmen unter anderem in Bad Düben. Hier entschieden sich 41 Prozent der Bürger für Glasfaser. Baustart in der Kurstadt ist im Frühherbst.

Von Kai-Uwe Brandt