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Wurzen Straffung der Schullandschaft in der Diskussion
Region Wurzen Straffung der Schullandschaft in der Diskussion
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18:09 19.09.2018
Kunterbunte Kinderwelt: Die haben Schüler der Grundschule „An der Sternwarte“ Wurzen auf dem Parkplatz vor dem REWE-Markt mit Kreide gemalt.
Kunterbunte Kinderwelt: Die haben Schüler der Grundschule „An der Sternwarte“ Wurzen auf dem Parkplatz vor dem REWE-Markt mit Kreide gemalt. Quelle: Frank Schmidt
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Wurzen

Die Stadtverwaltung wird weiter an den Plänen zur Gründung eines Schulzweckverbandes im Wurzener Land arbeiten. Den entscheidenden Impuls dafür gaben die Mitglieder des Kulturausschusses im Stadtrat zu ihrer jüngsten Sitzung. Bereits Mitte August hatte Oberbürgermeister Jörg Röglin das Projekt erstmals dem parlamentarischen Gremium vorgestellt. Demnach werde es auf Grund aktueller Prognosen in den nächsten Jahren zu erheblichen Kapazitätsproblemen an den Oberschulen der Region kommen, sodass die Gemeinde Bennewitz sogar ins Auge fasst, eine zweizügige Bildungsstätte zu bauen.

Eine Organisation für alle Schulen

Der Verband soll in Zukunft sieben Grundschulen, vier in Wurzen, je eine in Bennewitz, Lossatal sowie Thallwitz, zwei Oberschulen, das Wurzener Lichtwergymnasium und sieben Horte integrieren. Die Organisation würde damit unter anderem das Personal sowie die Ausstattung, die Bewirtschaftung und eventuell die Gebäude verantworten.

Röglin zufolge ergeben sich aus der neuen Struktur gleich mehrere Vorteile für die Verwaltungen und ebenso für die Bildungsstätten. So fände unter anderem eine Entlastung der Gemeindehaushalte statt, und der Einsatz des Personals gestalte sich flexibler. Positive Effekte sieht der Oberbürgermeister zudem in der Gesamtsteuerung durch den Verband. Eine Entscheidung pro Gründung fiel damals nicht. Daher bat das Stadtoberhaupt die Ausschussmitglieder, noch einmal in ihren Fraktionen das Thema zu behandeln. Eben dieses Stimmungsbild holte sich Röglin vier Wochen später zur aktuellen Tagung ein.

Linken sagen ja, Sozialdemokraten sind kritisch

In der Debatte betonte SPD-Abgeordneter Heinz Richerdt, dass seine Fraktion dem Vorhaben kritisch gegenüber stehe. „Der Zweckverband muss wohl überlegt sein“, zumal es Ängste bei den betroffenen Personen, insbesondere bei den Hausmeistern, gebe. Röglins Antwort darauf: „Es geht nicht darum, Personal abzubauen. Ich verstehe diese Ängste nicht.“ Der Verband ermögliche vielmehr eine bessere Steuerung.

Ein klares Ja verkündete Jens Kretzschmar (Linke) im Namen seiner Genossen, wobei er die Sorge des einen oder anderen Fraktionskollegen ansprach, dass womöglich der Schulstandort Wurzen mit dem Verbund geschwächt würde. „Mitnichten“, betonte das Stadtoberhaupt. Deutliche Worte fand Johannes Dickert, sachkundiger Einwohner im Ausschuss. Er sagte: „Entweder wir wollen das Wurzener Land oder nicht. Also müssen wir den Weg gehen.“ Bei alledem gelte es aber, „Dinge zu glätten und Ängste zu nehmen“.

Röglin wertete im Nachgang die Redebeiträge als „positives Signal“ für den Schulzweckverband. „Was ich mitnehme, ist: Wir machen weiter!“

Von Kai-Uwe Brandt