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Wurzen Suche nach Regeln für Verkehr in der Brandiser Hauptstraße
Region Wurzen Suche nach Regeln für Verkehr in der Brandiser Hauptstraße
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00:41 20.04.2018
Aufwertung der Hauptstraße: Ein Vorschlag zielt auf die Einschränkung des Parkens auf der linken Seite stadtauswärts durch Bänke und Pflanzkübel. Quelle: Foto/Montage: privat
Brandis

Als Mitte der 1990er die Neugestaltung der von Geschäften gesäumten Hauptstraße in Brandis zur Diskussion stand, sah der Kompromiss einen Grundausbau wie für eine Fußgängerzone vor – ein schmaler Fahrstreifen wird beiderseits von breiten Fußwegen ohne Bordsteinkanten gesäumt. Das sollte sowohl den Händlern entgegenkommen, für die eine Flaniermeile die Lösung wäre, als auch denen, deren Kunden für den Einkauf das Auto benötigen und dafür kurz parken dürfen. Aber das harmonische Nebeneinander ist insbesondere zu den Geschäftszeiten, schon lange gestört. Das teils chaotisch anmutende Parkverhalten frustriert Anwohner und Verkehrsteilnehmer, und da neuerdings auch noch der Stadtbus durch die Hauptstraße fährt, wird es manchmal richtig eng. Dabei sollte es ein verkehrsberuhigter Bereich sein, in dem man sich gern aufhält. Grund genug für den Ortschaftsrat, sich mit dem Thema zu befassen. „Damals wurde viel Geld in die Hand genommen. Jetzt müssen wir nachdenken, wie die Straße weiterentwickelt werden kann“, sagte Vorsitzender Ulrich Gäbel (Linke), der selbst einen Buchladen in der Hauptstraße führt, auch vor dem Hintergrund eines zurückgehenden Einzelhandels. „Es wäre eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken. Als 2014 über ein Verkehrskonzept für Brandis diskutiert wurde, wurden auch Lösungsvorschläge für die Hauptstraße unterbreitet. Aber der Schritt in die Praxis erfolgt zögerlich.“

Vorschläge aus dem Ordnungsamt

Gäbel hatte Tom Schiebold vom Ordnungsamt eingeladen, Gedanken zur Aufwertung der Straße darzulegen. „Ein Unfallschwerpunkt ist sie nicht“, aber der Verkehr sei „nicht unerheblich“, stellte er voran. Größtes Problem: das Parken. Im verkehrsberuhigten Bereich sei das, außer in gekennzeichneten Flächen, verboten. Aber die verschiedenfarbige Pflasterung von Fahrbahn und Gehwegen erwecke den Eindruck, dass es sich rechts und links um markierte Flächen handelt. „Deshalb können wir rechtssicher keine Kontrollen vornehmen.“ Und Markierungsknöpfe für Parkflächen fänden im groben Altstadtpflaster keinen Halt. Ziel, so Schiebold, müsse eine Erhöhung der Ordnung und Sicherheit sein, klarere Strukturen im ruhenden Verkehr und besseres Erkennen verkehrsrechtlicher Regelungen, Erhalt der Verkehrsberuhigung ohne Einschränkung der Verkehrsarten, Verbesserung von Erscheinungsbild, Aufenthaltsfunktion und Bedingungen für Radfahrer und Fußgänger. Am günstigsten wäre eine Umschilderung zur Zone 20, verbunden mit Parkverbot auf der linken Seite stadtauswärts, Begegnungsverkehr bis Gartengasse und ab da eine echte Einbahnstraße. Als zweite Variante, um linksseitiges Parken unattraktiv zu machen, nannte er – unter Beachtung der Meilensteine – das Aufstellen von Bänken, Radständern, Pflanzkübeln. „Das erhöht den Erlebniswert und die Aufenthaltszeit in diesem Bereich.“ Diese Variante wäre aber mit mindestens 20 000 Euro Kosten sowie Pflegeaufwand verbunden.

Kunden nicht zu sehr einschränken

Die Meinungen dazu waren geteilt, sodass Bürgermeister Arno Jesse (SPD) klarstellte: „Wenn nach einer Änderung mehr Nach- als Vorteile entstehen, lassen wir es sein.“ Jürgen Stopfkuchen (Bürobedarf) verdeutlichte die Zwickmühle, in der die Anlieger sich befinden. „Händler wollen keinen Parkraumverlust, Anwohner keine Rennstrecke. Und während das auch linksseitige Parken beruhigend wirkt, nerven die Dauerparker.“ Er sprach sich deshalb für Kurzzeitparken beidseitig in gekennzeichneten Flächen aus. Auch Alexander Busch (CDU) wandte sich klar dagegen, links Parkflächen, „die Voraussetzung für Kunden“, zu blockieren. Und Michael Riedling (Linke) plädierte dafür, aus der unechten Einbahnstraße – ein Einfahrverbot stadteinwärts besteht nur vom Grimmaischen Platz aus – eine echte zu machen, in der nur der Bus entgegengesetzt fahren darf. „Dann darf rechts und links geparkt werden.“ – Die Empfehlung zur Rückkehr zum Urzustand, verbunden mit Einbahnstraße, konkreten Parkhinweisen und mehr Kontrolle geht nun an den Stadtrat, denn der hat das letzte Wort.

Von Ines Alekowa

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