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Region Wurzen Tierheim Wurzen geht personell gestärkt aus schwieriger Phase
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11:24 12.06.2019
Großer Erfolg: Kristina Schmitt füttert mit Charlie eine jener Wildkatzen, die von den „Katzenstreichlern“ gezähmt werden konnten. Quelle: Roger Dietze
Wurzen

Kristina Schmitt ist die Erleichterung deutlich anzumerken. Seit Mitte März stehen dem das Tierheim Wurzen betreibenden Tierschutzverein „Ein Herz für Tiere“ mit Anja Methner eine neue hauptamtliche Leiterin zur Verfügung. Die Monate zuvor, die auf den Ausfall der ehrenamtlichen Interims-Leiterin Uschi Zierkenbach und deren Stellvertreterin folgten, haben im Trauschkenweg 100 viele Nerven gekostet.

„Es kommt einem Wunder gleich, dass wir diese Zeit überstanden haben“, sinniert Kristina Schmitt, die mittlerweile wieder etwas entspannter in die Zukunft schauen kann. Denn der Aufnahmestopp für Tiere aus dem privaten Bereich ist zwischenzeitlich aufgehoben worden, und auch die neue Tierheimleiterin gibt laut der Vereinsvorsitzenden zu großer Hoffnung Anlass, die halbjährige Probezeit erfolgreich zu meistern.

Verein muss Leiterstelle selbst finanzieren

Doch mit der Aufhebung des Aufnahmestopps kommt zugleich wieder deutlich mehr Arbeit auf Anja Methner und dem aktuell aus drei Bundesfreiwilligendienstlern (Bufdis), zwei Jugendlichen im freiwilligen ökologischen Jahr (FÖJ) sowie einem Hausmeister bestehenden Team zu. „Dann stoßen wir auch ganz schnell wieder an unsere Belastungsgrenze“, so Schmitt. „Deshalb hoffen wir, ab August unsere vierte Bufdi-Stelle besetzen und darüber hinaus eine neue Tierpflegerhelfer-Stelle schaffen zu können, über die wir derzeit mit dem Jobcenter im Gespräche sind“, so die Tierschutzvereins-Vorsitzende.

Das Tierheim Wurzen im Trauschkenweg 100. Quelle: Kai-Uwe Brandt

Während diese Stelle den Verein finanziell nicht belasten würde, muss er jedoch das Gehalt für die neue Tierheimleiterin zu 100 Prozent selbst erwirtschaften. Ein Kraftakt, wie Schmitt einräumt. „Aber auf ehrenamtlicher Basis ist diese Aufgabe nicht mehr zu bewältigen“, so die 64-Jährige, die dem 50 bis 60 Mitglieder zählenden Verein seit 2015 vorsteht. Und für diesen laut eigener Aussage fast rund um die Uhr im Einsatz ist.

Förderzusage für den Ausbau der Hundestation

„Es kommt in Anbetracht der umfänglichen behördlichen Auflagen und des mit der Beantragung von Fördergeldern verbundenen Zeitaufwandes einem Vollzeitjob gleich“, so Schmitt, die immerhin wieder ein komplettes und arbeitsfähiges Vorstandsteam an ihrer Seite und mit Einstellung der neuen Tierheimleiterin den Rücken freihat, sich wieder intensiver dem Auftritt des Vereins im Wurzener Land sowie dem Themenbereich Förderanträge widmen zu können. Denn Geldbedarf gebe es immer.

„Für den Ausbau der Hundestation haben wir eine teilweise Förderzusage und hoffen, auch noch einen gewünschten desinfizierbaren Freibereich gefördert zu bekommen“, so Schmitt, deren Verein im vergangenen Jahr einen neuen Katzenfreilauf realisieren konnten. „Die Tiere fühlen sich in ihm pudelwohl“, so die Vereinsvorsitzende, deren Liste noch unerledigter Dinge gleichwohl noch proppevoll ist. „Auf der Hundespielwiese fault uns das Zaunholz unter den Händen weg, und unser Maschinenpark für die Geländepflege ist mittlerweile so in die Jahre gekommen, dass er mehr in der Werkstatt als im Einsatz ist.“

Zum Glück kann der Verein auf tatkräftige Unterstützer bauen. So etwa konnte für das Katzenfreigehege auf eine großzügige Einzelspende zurückgegriffen werden, und beim Anlegen eines Gassigänger-Rundweges im weitläufigen Gelände des Tierheims sprang diesem das Großzschepaer Bauunternehmen Kafril zur Seite.

Unerwartete Hilfe beim Projekt „Katzenstreichler“

Apropos Gassigänger: Diese Form der Unterstützung hat der Verein in Form regelmäßiger Schulungen auf verbindlichere Füße gestellt. „Unsere Hunde sind in aller Regel Problemhunde, in deren Umgang man geschult sein muss“, erläutert Schmitt, deren Verein auch unerwartet große Hilfe bei der Aktion „Katzenstreichler“ zuteil wurde. „Ein gutes Dutzend zum Teil aus Leipzig stammender Unterstützer hat sich unserer Wildkatzen angenommen, die wir mit ihrer Hilfe fast ausnahmslos zahm bekommen haben“, erläutert die Vereinsvorsitzende und kündigt an, ein weiteres Kastrationsprojekt in enger Koordination mit der Stadtverwaltung Wurzen auf den Weg bringen zu wollen.

Sehr gern auf den Weg bringen würde das Tierheim und der Trägerverein auch die Vermittlung der drei Langzeithunde. Insbesondere der Malinois-Rüde „Purzel“, der seit fast zehn Jahren zum Tierbestand gehört, liegt Kristina Schmitt am Herzen. „Er ist verhaltensauffällig, hat aber eine so schnelle Auffassungsgabe, dass er einem erfahrenen Hundehalter mit Sicherheit ein treuer Begleiter werden würde.“

www.tierheim-wurzen.de

Von Roger Dietze

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