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Wurzen Unter einem Dach: Wurzener öffnen ihre Häuser
Region Wurzen Unter einem Dach: Wurzener öffnen ihre Häuser
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07:11 15.04.2019
Ein Haus mit Energie: Auch hinter die Mauern von Uta Moltrechts „Haus der Vitalität“ konnte man im Rahmen von „Unter einem Dach“ Blicke werfen. Quelle: Roger Dietze
Wurzen

Eine historische Schiffskehlendecke bekommt man nicht alle Tage zu Gesicht. Am späten Sonntagnachmittag bot sich in der Wurzener Färbergasse 36 für Interessierte die Möglichkeit, eine solche aus der Zeit um 1500 datierte besondere Deckengestaltung in Augenschein zu nehmen. Im Rahmen der vom Freundeskreis Museum Wurzen initiierten Premierenveranstaltung „Unter einem Dach“, für die am Freitagnachmittag im Kulturhistorischen Museum der Startschuss gefallen war, öffnete unter anderem Uta Moltrecht die Türen ihres „Hauses der Vitalität“ und gewährte einen Blick auf das denkmalpflegerische Kleinod in dem altehrwürdigen Gebäude, dessen älteste Mauern aus dem frühen 12. Jahrhundert stammen. Entsprechend niedrig sind die Decken und klein die Fenster, für die Besitzerin indes überwiegen eindeutig die Vorteile des Wohnens in einem historischen Gemäuer. „Ich möchte es mit keinem modernen Haus tauschen, im Winter sind die dicken Wände von Vorteil, und in dem Haus lassen sich außerhalb seiner Mauern eingefangene Infekte sehr gut auskurieren, da ihm eine besondere Energie eigen ist.“

Fast 30 Orte konnten gezeigt werden

Apropos Energie: Ein gutes Jahr haben Freundeskreis-Leiterin Annette Grundmann und rund ein Dutzend Mitstreiter in die Vorbereitungen des nicht alltäglichen Stadtrundganges durch das über tausendjährige Wurzen investiert und mussten am Ende, ob der im Vorfeld unverhofft guten Resonanz, mächtig rotieren. „Wir hatten mit maximal 15 teilnehmenden Örtlichkeiten gerechnet, jetzt sind es knapp doppelt so viele geworden“, so Grundmann, die von einer „sehr positiven“ Wahrnehmung der Veranstaltungsidee im Vorfeld spricht. „Gleichwohl ist es eine Art Versuchsballon, und wir müssen schauen, wie das Angebot von den Bürgern aufgenommen wird.“

Stadtchronist Ebert ist begeistert

Ein Angebot, das von eingangs geschilderten Einblicken in einzelne Gebäude über Vorträge und Kulturbeiträge bis hin zu thematischen Führungen zum Thema Baugeschichte reichte. Zu letzterem Punkt steuerte Stadtchronist Wolfgang Ebert, der den Freundeskreis-Akteuren zudem beratend zur Seite stand, zwei Beiträge zu den „Rahn’schen Häusern“ im Badergraben und dem ehemaligen Stadtgut „Eckarts Erben“ am Jacobsplatz bei. „Dass einige der Unterstützer der Veranstaltung sogar in ihr Haus gebeten haben, ist eine ganz tolle Sache“, so der Wurzener Ehrenbürger, der den Ansatz von „Unter einem Dach“ ausdrücklich lobt. „Wurzen sendet ein Signal dergestalt aus, dass sich die Stadt und deren Einwohner unterschiedlichster sozialer Herkunft in dieser ungewöhnlichen Form präsentieren“, so Ebert, der deshalb hofft, dass es seitens der Einwohnerschaft eine sehr gute Resonanz auf die Premiere geben wird. „Denn unsere Stadt hat baulich noch jede Menge zu bieten und entsprechendes Potenzial im Hinblick auf die Weiterentwicklung dieser Veranstaltung.“

OBM Röglin zeigt städtische Wohnraum-Ideen

Den Part Weiterentwicklung hinsichtlich des künftigen Wohnens in Wurzen hatte im Rahmen von „Unter einem Dach“ Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) höchstpersönlich übernommen. Im Norden der Ringelnatzstadt lud das Stadtoberhaupt am Sonnabendnachmittag Interessierte zu einem Rundgang unter dem Motto „Das U und der 100er Block“ ein. „Während andere Städte ihre Plattenbauten abreißen, haben wir sie vor zwei Jahren in der Friedrich-Ebert-Straße um zwei Geschosse reduziert, damit sie sich optisch besser in die Landschaft einfügen“, erläuterte Röglin. „Und das im Volksmund ‚Hunderter-Block’ genannte Gebäude in der Liscowstraße lassen wir aktuell äußerlich gänzlich unberührt, schaffen aber in seinem Inneren über unsere Gebäude- und Wohnungsgesellschaft mbH modern sanierte Ein- bis Fünfraum- und sogar drei Maisonettewohnungen.“

Von Roger Dietze

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