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Wurzen Verbandspräsident schildert Probleme der Kleingärtner in Berlin
Region Wurzen Verbandspräsident schildert Probleme der Kleingärtner in Berlin
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14:30 31.07.2019
Gesprächsrunde im Bundesministerium: Frank Lichtenberger (l.) diskutiert mit Ministerialrat Hagen Eyink (2.v.l.) und dem Parlamentarischen Staatssekretär Michael Stübgen (4.v.l.) über die Probleme des Kleingartenwesens. Quelle: privat
Wurzen

Frank Lichtenberger, Präsident des Regionalverbandes (RV) der Kleingärtner Muldental, weilte kürzlich zu einem Gespräch in Berlin. Hier traf er sich mit Vertretern des Bundeslandwirtschafts- und Bundesinnenministeriums, um über die Probleme des Kleingartenwesens zu reden.

„Als sich unser Verband ursprünglich zum Thema der Überforderung von Kleingartenvereinen und Kommunen an das Bundesministerium wandte, ahnte ich nicht, dass dies zu einer Einladung vor Ort führen würde“, teilte der 51-Jährige mit. Immerhin hatte Lichtenberger schon einmal den Kontakt auf Landesebene gesucht und in Dresden auf die Notwendigkeit des raschen Handelns gedrängt. „Während sich andere Bereiche stets auf politische Hilfe verlassen können, sind die Kleingartenvereine, die Verbände und Kommunen angesichts des wachsenden Leerstandes und der fehlenden Perspektiven momentan zu sehr allein gelassen“, kritisierte Lichtenberger.

Verbandspräsident wertet den Gesprächstermin als Erfolg

Insofern zeigte er sich über das unverhoffte Echo aus Berlin erfreut. Zunächst erläuterte der Muldentaler RV-Chef seinen Zuhörern die gegenwärtige Situation, insbesondere in den ländlichen Regionen. Darüber hinaus wurden Fördermöglichkeiten sowie verschiedene Initiativen von Vereinen und mancher Kommune erörtert. Tatsache aber sei, so Lichtenberger, dass jene Anstöße die heutigen Zwangslagen nicht lösen können.

Diese grüne Idylle ist im Garten von Walter Hohmann zu finden, bereits seit 60 Jahren bewirtschaftet er mit seiner Familie einen Kleingarten mit Wohnlaube. Quelle: Thomas Kube

„Da derzeit seitens der Bundesregierung ein hohes Interesse an Renaturierung und Biodiversität, also der biologischen Vielfalt, besteht, war es ein glücklicher Umstand, gerade jetzt unsere Sorgen in Bezug auf verwaiste Gärten und der Überalterung in den Vereinen vorzutragen“, resümierte Lichtenberger seine Berliner Stippvisite. Zwar gab es am Ende keinerlei Zusagen, dennoch wollen die bundespolitischen Schaltzentralen die Sachlage aufgreifen. Daher wertete der Verbandspräsident seinen Besuch als Erfolg. „Manche Dinge brauchen eine lange Anlauf- und Vorbereitungsphase.“ Zwingend erforderlich sei es deshalb, sie wieder und wieder auf die Tagesordnung zu heben.

100 Jahre Kleingartenordnung

Was ist erlaubt und was verboten: Vor 100 Jahren am 31. Juli 1919 verabschiedete die Deutsche Nationalversammlung die Kleingartenordnung. Damit erlangte das Kleingartenwesen erstmals die volle Anerkennung des Staates. Das Statut, welches nur zehn Paragrafen enthält, legte den Rahmen für Pachtpreise, Pachtverträge, die Bereitstellung der Grundstücke und die Verantwortung des Staates fest. Noch heute regelt dieses „Grundgesetz“ das Leben in den Laubenkolonien. Und seither gilt: Am Verpachten der Gärten darf niemand verdienen. Laut des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde gibt es deutschlandweit knapp eine Millionen Kleingärten, in denen geschätzt fünf Millionen Menschen gärtnern. Wurzen zählt übrigens mit 17 Anlagen zur gartenreichsten Gemeinde in Sachsen. Der Statistik des Regionalverbandes Muldental der Kleingärtner zufolge verfügt die Kommune mit 16 400 Einwohnern über 2130 Kleingärten und einer Kleingartendichte von 13,10 Prozent. Zum Vergleich: In Grimma beträgt das Verhältnis 4,75 Prozent (980 Parzellen zu 19 106 Einwohnern), in Leipzig 5,8 Prozent (32 479 zu 560 000) sowie in Oschatz 9,12 Prozent (1383 zu 15 158).

Die Dachorganisation hat heute circa 4500 Mitglieder

Der RV Muldental eint heute 89 Kleingartenvereine mit circa 4500 Mitgliedern im ehemaligen Muldentalkreis und wurde am 27. Februar 1993 als Rechtsnachfolger des „Kreisverbandes der Garten- und Siedlerfreunde Wurzen“ sowie des „Kreisverbandes Grimma der Kleingärtner“ gegründet. Lichtenberger steht der Verbandsspitze seit Oktober 2007 als Präsident vor.

Von Kai-Uwe Brandt

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