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Wurzen Verein analysiert in Wurzen Brunnenwasser auf Nitratbelastung
Region Wurzen Verein analysiert in Wurzen Brunnenwasser auf Nitratbelastung
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12:28 13.08.2019
Großes Interesse: Viele Grundstücksbesitzer aus Wurzen und der Region nutzten die Möglichkeit, ihr Brunnenwasser analysieren zu lassen. Quelle: Roger Dietze
Wurzen

Fünf Kaninchen nennt Gerd Müller sein Eigen. Die würde er gern mit dem Wasser aus seinem Brunnen verköstigen. Bislang hatte der Schmölener jedoch keine Gewissheit, ob er das ruhigen Gewissens tun kann. Doch in den nächsten Tagen wird Gerd Müller ein Schreiben in seinem Briefkasten finden, dem er die wichtigsten chemischen Parameter seines Brunnenwassers entnehmen kann.

Verein testet Wasser auf verschiedene Parameter

Voraussetzung dafür war die Abgabe einer Wasserprobe bei Harald Gülzow und Milan Toups. Die beiden Mitarbeiter des im westfälischen Geldern beheimateten Vereins VSR-Gewässerschutz hatten am Montag mit ihrem Infomobil zum wiederholten Mal Station auf dem Wurzener Bürgermeister-Schmidt-Platz gemacht. Das Ergebnis einer Grunduntersuchung, in deren Rahmen Wasserproben auf ihren Nitrat-, Säure- und Salzgehalt hin analysiert wurden, konnten Brunnenbesitzer bereits vor Ort erfahren. Für eine weiterführende Untersuchung auf Parameter wie Eisen, Phosphat oder Bakterien nahm das Spezialisten-Duo die jeweiligen Proben mit ins Labor. Zu jenen, die sich Klarheit über ihr Brunnenwasser verschaffen wollten, gehörte auch Werner Schmidt. „Wir gießen mit dem Wasser unsere Pflanzen und planen darüber hinaus, damit auch unseren Teich zu befüllen, wofür mir Leitungswasser zu teuer ist“, so der 83-jährige Brandiser.

Nitratbelastung führt zu höheren Kosten

Leitungswasser, so stellte Harald Gülzow in diesem Zusammenhang klar, könne auch in unseren hiesigen Breiten bedenkenlos getrunken werden. Allerdings verursache der hohe Nitratwert einen entsprechend höheren Reinigungsaufwand bei den Wasserversorgern, den in der Endkonsequenz die Verbraucher begleichen müssten. „Wir appellieren deshalb an die Menschen, den Kontakt zu den regionalen Landwirten zu suchen und dabei das Thema Nitrat und Düngung anzusprechen“, so Gülzow.

Endverbraucher hat es selbst in der Hand

Eine gute Gelegenheit dafür sei der Einkauf beim Bauern nebenan, weil man bei dieser Gelegenheit unverfänglich ins Gespräch kommen könnte. „Grundsätzlich ist die Nitratbelastung unseres Grundwassers zu hoch, und entsprechend liegt die diesbezügliche Belastung des Brunnenwassers in vielen Regionen 20 bis 30 Prozent über dem Grenzwert“, erklärte der Diplom-Physiker. Er misst dem Endverbraucher einen nicht unerheblichen Einfluss auf die künftige Entwicklung der Nitratkonzentration im Grundwasser bei. „So lange die Masse der Konsumenten allein auf den Preis von landwirtschaftlichen Produkten schaut, so lange wird sich auch an den Nitratwerten nichts ändern, weil Landwirte zum Erreichen möglichst niedriger Preise gezwungen sind, unter anderem mittels einer extensiven Düngung das Maximale aus ihren Böden herauszuholen“, so Gülzow. Er benennt Friesland, die Großstädte sowie das südliche Brandenburg als jene Regionen, in denen die Nitratwerte auf dem niedrigsten Niveau in Deutschland liegen würden.

Von Roger Dietze

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