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Wurzen Verjüngungskur für Macherner Agnestempel
Region Wurzen Verjüngungskur für Macherner Agnestempel
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12:13 14.07.2019
Eingerüstet: der Agnestempel im Landschaftspark. Quelle: Ines Alekowa
Machern

Agnes – das bedeutet rein, geheiligt. Doch der Tempel dieses Namens im Landschaftspark zu Machern ist alles andere als rein. Vandalen haben an seinen Wänden hässliche Schmierereien hinterlassen. Vor allem aber hat der Zahn der Zeit sichtlich an dem Gebäude genagt. Jetzt wurde mit der Sanierung des Agnestempels begonnen. Eine Leader-Förderung hilft, die Kosten zu stemmen.

Vandalismus: hässliche Schmierereien bedecken die Rückseite des Agnestempels. Quelle: Ines Alekowa

Der Tempel entstand vermutlich um 1806. Dieses Bauwerk ist das einzige im Park, das nicht von der gräflichen Familie der Lindenaus errichtet wurde, sondern von der Familie Schnetger. Der Leipziger Kaufmann Gottfried Wilhelm Schnetger (1770-1861) hatte 1806 die Rittergüter Machern und Zeititz gekauft, über vier Generationen, bis 1945, betrieben die Schnetgers hier Landwirtschaft. Benannt ist der Tempel vermutlich nach Agnes Schnetger (1803-1888). Gottfried Schnetger hatte seine Schwiegertochter offenbar besonders ins Herz geschlossen; auch die bei Zeititz 1840 erschlossene Braunkohlegrube trägt den Namen Agnes.

Schlichter Bau, toller Ausblick

Der kleine Tempel auf der Anhöhe am nördlichen Ufer des Schwemmteiches ist eher schlicht. Er besitzt den Grundriss eines halben Achtecks mit einem vorgelagerten Rechteck. Das Achteck ist als Fachwerkbau errichtet, dessen Gefache ausgemauert, teils überputzt und in Englischrot gehalten sind. Die hölzernen, mit Ziergeländern verbundenen Säulen auf dem mit roten Ziegelplatten belegten Rechteck stützen die Schmuckfläche im Giebeldreieck. Im Inneren befindet sich eine mit der Rückwand verbundene hölzerne Bank, von der der Blick über den Teich, hinüber zur Allee mit den mächtigen Rotbuchen schweift.

Schäden: Die Säulen des Tempels haben keinen sicheren Stand mehr. Quelle: Ines Alekowa

Aber so richtig genießen konnte man diesen besonderen Platz schon lange nicht mehr, zu traurig der Anblick des Tempels. Der Brandiser Ingenieur Jens Spielvogel, der das Konzept zur denkmalgerechten Instandsetzung erarbeitet hat, spricht im Ergebnis von Bauteilöffnungen und Probebohrungen von „erheblichen substanziellen Schäden“. Die Biberschwänze auf dem Dach zerfielen bei der Untersuchung bereits beim Versuch, sie anzuheben. Der Putz hat Nässeschäden, ebenso die neun vom Holzwurm bewohnten Säulen. Der Fußboden ist nur noch zu 40 Prozent original, der Rest aus Ziegelsteinen, die Bankkanten ausgebrochen, das Ziergitter nicht mehr vorhanden.

Schäden sind in der Geschichte des Agnestempels leider nichts Neues. Angelika Tirl von der Bauverwaltung im Macherner Rathaus hat einen dicken Ordner zu dessen wechselvollem Schicksal. Die ältesten Fotos darin stammen von 1930, da sind die Ziergeländer noch vorhanden, auch 1953 zeigt sich der Tempel restauriert. Aber schon 1987 wurden schwere Schäden dokumentiert, 1993 das Gebäude daraufhin saniert. Doch Sachbeschädigungen hörten nicht auf, sodass immer wieder zu Pinsel und Farbe gegriffen werden musste.

Förderung aus dem Leader-Programm

Vor fünf Jahren, erzählt Tirl, stand der Tempel deshalb erneut auf der Agenda der Gemeinde als Eigentümerin des Parks. Aber damals scheiterte die Auftragsvergabe im Gemeinderat. „Heute“, sagt Tirl, „kostet das Vorhaben das Doppelte.“ Unterm Strich 76.650 Euro. Sie ist deshalb froh, dass die Sanierung zu 80 Prozent aus dem Leader-Programm gefördert wird. In den Rest teilen sich Gemeinde und der Förderverein für den Landschaftspark Machern, der sich seit 25 Jahren für die Wiederbelebung der Gartenszenen engagiert.

Agnestempel Machern - historische Ansicht Quelle: Repro - Frank Schmidt
Landschaftsgemälde: Mächtige Bäume säumen das Ufer des Teiches und rahmen den Blick auf das Schloss. Quelle: Ines Alekowa

Anziehungspunkt für Touristen

Die Arbeiten haben bereits begonnen. Der Tempel ist eingerüstet, das Dach abgedeckt, die Sitzbänke sind entfernt. Bis Ende September geben sich hier sieben verschiedene Gewerke die Klinke in die Hand. Unter anderem sollen anhand der Fotos auch die Holzgeländer rekonstruiert werden. „Leider macht der Denkmalschutz bei Metall nicht mit“, sagt Tirl. Das könnte Vandalismus vielleicht besser widerstehen. Tirl hofft, dass das Projekt dazu beiträgt, „den überregional bedeutsamen Landschaftspark zu Machern weiter touristisch aufzuwerten und einen zusätzlichen Besucheranreiz für Tages- und übernachtende Gäste zu schaffen“. Immerhin zählte der mit ab 1760 angelegte und 34 Hektar große sentimental-romantische Garten mit Schloss, Orangerie, 5,7 Hektar großem Schwemmteich, Ritterburg, Pyramide, Tempel der Hygieia, Agnes-Tempel und Wilhelms Ruh sowie verschiedenen Skulpturen und dem Wildgehege einst zu den größten und bedeutendsten Anlagen seiner Zeit.

Von Ines Alekowa

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