Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Verwaltungsausschuss spricht sich für neues Rotkreuz-Zentrum in Wurzen aus
Region Wurzen Verwaltungsausschuss spricht sich für neues Rotkreuz-Zentrum in Wurzen aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 28.01.2018
Der künftige Standort des neuen Rotkreuz-Zentrums: Gleich hinter der Außenstelle der Arbeitsagentur im Gewerbegebiet Nord will der DRK-Kreisverband Muldental den künftigen Dienstsitz errichten.
Der künftige Standort des neuen Rotkreuz-Zentrums: Gleich hinter der Außenstelle der Arbeitsagentur im Gewerbegebiet Nord will der DRK-Kreisverband Muldental den künftigen Dienstsitz errichten. Quelle: Kai-Uwe Brandt
Anzeige
Wurzen

Die erste Hürde ist genommen: Mit einem klaren Votum haben sich sieben der acht Mitglieder des Haushalts- und Verwaltungsausschusses für das neue Rotkreuz-Zentrum des DRK-Kreisverbandes Muldental ausgesprochen und den Verkauf eines 12 543 Quadratmeter großen Areals im Gewerbegebiet Nord befürwortet. Lediglich Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) stimmte dagegen.

Zuvor begründete er sein Nein mit „nicht unerheblichen Bauchschmerzen“, die Fläche an einen Sozialdienstleister zu veräußern. Vielmehr sei er der Meinung, gerade das Filet-Grundstück hinter der Dienststelle der Arbeitsagentur für produzierende Unternehmen, die immissionsrechtlich gebunden sind, frei zu halten. Dennoch entschloss sich Röglin, wie er sagte, den Kaufvertrag über 100 800 Euro nun doch vorzulegen und letztlich die Stadträte entscheiden zu lassen. Zugleich erinnerte er die Abgeordneten daran, dass die Stadtverwaltung das DRK bereits als Träger zweier Kindereinrichtungen – Spatzennest in der Torgauer Straße und Sonnenschein in der Eduard-Schulze-Straße – finanziell bezuschusst. Und erst kürzlich mit 70 000 Euro die DRK-Schulsozialarbeit unterstützte.

Dem einen oder anderen Mandatsträger erschien jedoch das Aufrechnen kommunaler Gelder ans DRK eher wie eine trotzige Retourkutsche Röglins zur eigentlichen Vorgeschichte. Denn Ende des Jahres beklagte der Wohlfahrtsverband öffentlich den schleppenden Verlauf der Verhandlungen (die LVZ berichtete). Der Grund: Schon im Mai des Vorjahres bekundete der Vorstand gegenüber der Stadtverwaltung sein Interesse am seit Jahren leer stehenden Karree. Zwar ging es nach der DRK-Anfrage rasch weiter, Mitte August sandte das Stadthaus sogar den Entwurf des notariellen Kaufvertrages zu, doch plötzlich geriet Sand ins Getriebe – just vor dem 25. September 2017. Jenem Termin, an dem die Entscheidung auf der Tagesordnung des Haushaltsausschusses stehen sollte, aber mir nichts, dir nichts gestrichen wurde. Trotz mehrerer Nachfragen durch DRK-Vorstand Jens Stiller herrschte zunächst Funkstille – Anfragen blieben unbeantwortet. Dann ließ Röglin endlich wissen, dass ein Betrieb der Keramikindustrie ein Auge auf das Gebiet geworfen hätte. Zur aktuellen Tagung des Gremiums teilte der 47-Jährige nunmehr mit: „Die Firma wird in Sachsen-Anhalt aktiv.“

Letztlich wusste sich Stiller nicht anders zu helfen, als allen Mandats- und folglich Entscheidungsträgern im November einen Brief mit gleichem Wortlaut zu schreiben. Darin bat er die Volksvertreter um Hilfe bei der „Verwirklichung unseres Vorhabens“. Und zugleich darum, „Oberbürgermeister Röglin zu verdeutlichen, dass ein Teil der Steuereinnahmen der Stadt Wurzen auch auf die erfolgreiche Arbeit des DRK-Kreisverbandes und seiner über 400 Beschäftigten zurückzuführen ist“.

Sein Wunsch fand Gehör. So verdeutlichte CDU-Fraktionschef Matthias Rieder, dass der Muldentaler Kreisverband keineswegs mehr vergleichbar mit dem früheren DRK Wurzen sei. Ferner habe die Stadt ja auch den Neubau der Straßenmeisterei auf dem Gewerbegebiet unterstützt – „was ebenfalls nichts mit einem produzierenden Unternehmen zu tun hat.“ Gegenwind blies gleichfalls von der Linkspartei. „Ich denke, es ist richtig, sich für das DRK zu entscheiden“, betonte zum Beispiel Klaus Meißner Letztlich ebnete der Ausschuss mit Mehrheit schon mal den Weg – trotz Röglins Veto. Die Ampel endgültig auf Grün zu stellen, liegt allerdings in der Hand des Wurzener Stadtrates – zu seiner nächsten Sitzung am 6. Februar.

Von Kai-Uwe Brandt