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Wurzen Visionen zum Ratskeller Brandis
Region Wurzen Visionen zum Ratskeller Brandis
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00:20 15.07.2018
Vision: Der ehemalige Ratskeller ist derzeit eingerüstet, könnte aber eine Bibliothek beheimaten. Die erste Leserin in Gestalt einer Statue freut sich darauf. Quelle: Frank Schmidt
Brandis

Was soll aus dem ehemaligen Ratskeller in Brandis werden? Um über diese Vision zu informieren, aber auch Ideen aus dem Stadtrat und der Bürgerschaft aufzugreifen, hatte Bürgermeister Arno Jesse (SPD) zu einem Workshop in den Brandiser Ratssaal eingeladen.

Gebäude ist „akut einsturzgefährdet“

Zunächst spannte Jesse einen historischen Bogen über die 300 Jahre alten Mauern des Ratskellers, der als solcher längst nicht mehr wahrgenommen werde. Optisch sowieso nicht, denn das einstige Dachtürmchen existiert nur noch auf alten Fotos. Und auch ein Baugerüst verfälscht derzeit das Aussehen des Gebäudes, da es zwingend baulich gesichert werden muss, nachdem es „akut einsturzgefährdet“ sei.

Mit „Gefahr in Verzug“ wird auch die damit notwendige Vollsperrung der Rathausgasse begründet. Zumindest diese Tatsache bringt den Ratskeller immer wieder ins Gespräch, denn Händler und Gewerbetreibende in der Stadt würden darunter leiden, gestand Jesse. Warum also nicht einfach abreißen und neu bauen, so wie es ein erster Entwurf vorsah? Das könnte Zeit und Geld sparen, so das Kalkül. Aber hier legte der Denkmalsschutz 2017 sein Veto ein.

Planer Kewitz: Sanierung „technisch anspruchsvoll“

Wohl zurecht, denn als geladener Experte aus einem Wurzener Planungsbüro ließ Andreas Kewitz wissen, dass der Ratskeller „grundsätzlich sanierungsfähig“ ist. Doch das wäre „technisch anspruchsvoll“ und „mit hohen Denkmalschutzauflagen“ verbunden. Die Kosten dafür bezifferte er grob kalkuliert mit zwei Millionen Euro. Während es dafür eine bis zu 75-prozentige Förderung geben könnte, so Jesse, dürfe nicht außer Acht gelassen werden, dass für den sanierten Ratskeller als öffentliches Gebäude auch hohe Unterhaltungskosten anfallen würden, was bei historischen Gebäuden aber immer so sei, weitete Kewitz den Blick dafür.

Vorschläge für Bibliothek und Versammlungsraum

In diesem Workshop ist immer wieder von einem „ergebnisoffenen Dialog“ gesprochen worden, weshalb alle bestehenden Vorschläge in dem von Kewitz vorgestellten „Entwurf zum Raumnutzungskonzept“ nicht in Stein gemeißelt seien. Nicht zu rütteln sei am Erhalt des Altbestandes im Ratskeller, wie es vom Denkmalschutz ultimativ gefordert werde. So sei beispielsweise ein bauliches Antasten der historischen Treppe ein „No-Go“, sagte Jesse. Im Kern sieht das Konzept im Erdgeschoss eine Bibliothek vor und im Obergeschoss einen großen Versammlungs- und Veranstaltungssaal mit bis zu 160 Plätzen. Noch völlig unklar sei, ob man im Dachgeschoss Vereinsräume vorhalten könnte, was jedoch von Rahmenbedingungen im Brandschutz abhängig sei.

Weitere Ideen

Stadtrat Ulrich Gäbel (Die Linke) hätte im neuen Ratskeller statt Bibliothek lieber ein Kultur- und Informationszentrum für Brandis installiert. Doch das wurde aus der Bürgerschaft mit „Unsinn“ verworfen, von Jesse aber relativiert. „Die Idee ist grundsätzlich gut, sollte aber als Infopunkt in die Bibliothek integriert werden.“ Andere Räte schlugen vor, eine öffentliche Toilette mit vorzusehen. Und aus der Bürgerschaft kam die Anregung, Platz für Informationen und Exponate zur Historie der Stadt nicht zu vergessen, denn das sei „identitätsstiftend“.

Plan: Bauantrag im November stellen

Gleichwohl das Ideengerüst von Kewitz während der konstruktiven Diskussion am Ratstisch und in den sehr gut gefüllten Besucherreihen grundsätzlich nicht ins Wanken kam, wurden noch weitere teils detaillierte Vorschläge gemacht. Diese wolle man zusammenfassen und sehr zeitnah konzeptionell aufarbeiten, damit, so eine ganz andere Vision von Jesse, im November der Bauantrag gestellt werden könne.

Von Frank Schmidt

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