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Wurzen Wolfsriss nicht ausgeschlossen – Schaf in Lossatal getötet
Region Wurzen Wolfsriss nicht ausgeschlossen – Schaf in Lossatal getötet
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15:16 21.01.2019
In der Gemeinde Lossatal ist am Sonntag ein Schaf gerissen worden – wahrscheinlich von einem Wolf gerissen worden. Quelle: dpa
Landkreis Leipzig/Lossatal

Das Landratsamt des Kreises Borna sensibilisiert – aus aktuellem Anlass – auf einen ausreichenden Schutz von Nutztieren vor Wölfen.

Herde aus Koppel ausgebrochen

Am Sonntag war in einem Ortsteil der Gemeinde Lossatal ein gerissenes Schaf aufgefunden worden, ein weiteres wurde verletzt. Als Verursacher könne der Wolf nicht ausgeschlossen werden, teilte die Behörde am Montag mit. Die restliche Herde war bei dem Angriff aus der Koppel ausgebrochen, konnte durch den Tierhalter aber inzwischen wieder eingefangen werden. Der Vorfall ereignete sich im unmittelbarem Einzugsbereich des bekannten Dahlener Wolfsrudels und wurde durch Experten des Landkreises Leipzig aufgenommen.

Um die Tierhalter zu unterstützen, werden durch Wölfe hervorgerufene Schäden an Nutztieren im Freistaat Sachsen finanziell ausgeglichen. Auch sogenannte indirekte Kosten, die im Zusammenhang mit Übergriffen von Wölfen auf Nutztiere entstehen, wie Tierarztkosten oder die Kosten für die Suche nach vermissten Tieren, können ab sofort zu einhundert Prozent ausgeglichen werden. Bislang war auch für diese Kosten nur ein Ausgleich von 80 Prozent möglich.

Das gerissene Schaf in der Gemeinde Lossatal. Quelle: Sven Möhring

Grundlage hierfür ist die sogenannte Nutztierrissbegutachtung, welche durch einen amtlich beauftragten Gutachter durchgeführt wird. Diese ist für Tierhalter kostenfrei. Zuständig hierfür ist die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises (Tel.: 03437/ 984 19 01). Die Meldung des Schadens muss durch den Tierhalter zeitnah innerhalb von 24 Stunden an das Landratsamt erfolgen. Außerhalb der Dienstzeiten des Landratsamtes, an Wochenenden oder Feiertagen, kann der Kontakt zu den Experten auch über die Rettungsleitstelle Leipzig hergestellt werden.

Schutz und Ausgleich

Schadensausgleich wird bereits an Tierhalter gezahlt, wenn der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann, die zumutbaren Vorkehrungen zum Mindestschutz für die Nutztiere getroffen und die allgemeinen Grundsätze zur Hütesicherheit eingehalten wurden. Für Schaf- und Ziegenhaltung bedeutet das: mindestens 90 Zentimeter hohe, stromführende Elektrozäune (Euronetze oder 5 -Litzenzäune, mindestens 2000 Volt) oder mindestens 120 Zentimeter hohe, feste Koppeln aus Maschendraht, Knotengeflecht oder ähnlichem Material, mit festem Bodenabschluss, die aufgrund ihrer Bauart ein Durchschlüpfen von Wölfen verhindern.

Aufgrund der Seltenheit von Wolfsübergriffen auf Rinder und Pferde in Sachsen, gibt es für diese Nutztierarten derzeit keinen definierten Mindestschutz. Die Zahlung von Schadensausgleich ist also nicht an die Einhaltung bestimmter Schutzmaßnahmen gebunden. Beim Bau von Weidezäunen sollte allerdings die fachliche Praxis in der Weidetierhaltung Beachtung finden. Möchten Rinder- oder Pferdehalter ihre Koppel sicherer gestalten, ist ein stromführender Litzenzaun, bestehend aus 5 Litzen (Litzenhöhe: 20, 40, 60, 90, 120 Zentimeter), empfehlenswert.

Von thl

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