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Wurzen Wurzen verleiht Dietrich Hoffmann das Ehrenbürgerrecht
Region Wurzen Wurzen verleiht Dietrich Hoffmann das Ehrenbürgerrecht
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14:51 25.11.2018
Schärpe, Urkunde und ein Strauß Blumen: Oberbürgermeister Jörg Röglin zeichnet den 92-jährigen Altunternehmer Dietrich Hoffmann mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Wurzen aus.
Schärpe, Urkunde und ein Strauß Blumen: Oberbürgermeister Jörg Röglin zeichnet den 92-jährigen Altunternehmer Dietrich Hoffmann mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Wurzen aus. Quelle: Thomas Kube
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Wurzen

Den Beweis, Einwohner der Stadt zu sein, brachte Dietrich Hoffmann gleich selber mit – und zwar in Form einer am 1. November 1946 datierten Zuzugsgenehmigung. Genau 72 Jahre und 23 Tage später verlieh Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) dem Gründer der Hoffmann & Co. GmbH für sein unternehmerisches Lebenswerk die Ehrenbürgerwürde.

Der Wurzener Frauenchor umrahmte die Veranstaltung und brachte dem Ehrenbürger noch ein besonderes Ständchen. Quelle: Thomas Kube

Gut einhundert Gäste, darunter Familie, Freunde, Landrat Henry Graichen, Stadträte und vor allem Mitarbeiter der jetzigen Liftket Hoffmann GmbH wohnten am Freitagabend dem Festakt im Plenarsaal des Stadthauses bei, applaudierten lange und im Stehen dem 92-Jährigen nach seiner Dankesrede.

Für die Auszeichnung vorgeschlagen hatte den in Reichstein, heute Rosenthal-Bielatal (Landkreis Sächsische Schweiz, geborenen Hoffmann der Verein Standortinitiative Wurzen & Wurzener Land (SiW) bereits im Juli. Am 25. September stimmte dann der Stadtrat der Bitte zu. Jenes parlamentarische Votum bekräftigte Oberbürgermeister Röglin gleich zu Beginn der Veranstaltung in seiner Grußansprache mit den Worten: „Sie haben meine persönliche Anerkennung für ihr Engagement.“

Firmengründung mit 21 Jahren

Hoffmanns Werdegang und seine Leistungen für Wurzen schilderte allerdings SiW-Vorstand und Laudator Ulrich Heß. Dabei ging er auf die Erfolgsgeschichte des Unternehmens ein, das der Maschinenbauingenieur im Alter von 21 Jahren am 1. Januar 1948 gründete. Zunächst stellte die Firma landwirtschaftliche Geräte her. 1953 brachte Hoffmann seinen ersten Elektrokettenzug auf den Markt. 1965 erhielt das Produkt „Uni-Lift“ auf der Leipziger Messe eine Goldmedaille. Im April 1972 erfolgte die Zwangsverstaatlichung. Doch Hoffmann blieb seinem Betrieb treu – zunächst als Direktor und später als Leiter des Exportbüros.

Reprivatisierung nach der Wende

Mit der Wende konnte der gelernte Großhandelskaufmann seine Firma reprivatisieren, die mittlerweile mit circa 250 Mitarbeitern der weltweit größte Hersteller von Elektrokettenzügen ist. Eben diese Entwicklung, so Heß, sei mit dem Wirken Hoffmanns und seiner Fähigkeit zur technischen Entwicklung verbunden. „Wir freuen uns alle sehr, dass ihm die Ehrenbürgerwürde verliehen wird. Er hat sie sich wirklich verdient.“

Dabei verdankte der 17. Ehrenbürger die Wahl des Standortes Wurzen seinem Bruder, der hier seit 1936 als Generalvertreter für Saatreinigungsmaschinen und Saatspeicheranlagen wirkte, wie er im Anschluss sagte und die Zuzugsberechtigung von 1946 noch immer bezeugt. Nicht zuletzt, betonte Hoffmann, gebühre seiner Frau Hanna, die er 1952 heiratete, seiner Tochter Brigitta, Schwiegersohn Matthias Hühn und allen ehemaligen Kollegen großes Lob. Zum Schluss seiner Rede wünschte Dietrich Hoffmann „allen Bürgern der Stadt eine glückliche Zukunft“.

Ständchen vom Wurzener Frauenchor

Umrahmt wurde die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an diesem Abend von Dorothea (Klavier) und Andreas Funk (Violine) sowie dem Wurzener Frauenchor. Bevor es zum Sektempfang ins Foyer des Plenarsaales ging, überbrachten ihm die Sängerinnen im Wissen um seine Vorliebe für Joachim Ringelnatz ein ganz besonderes musikalisches Ständchen – das Gedicht „Im Park“.

Von Kai-Uwe Brandt