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Region Wurzen Wurzen will alte Manufaktur mit neuer Kita beleben
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14:06 12.09.2019
Badergraben 16: Die Produktionsstätte der Leuchtenmanufactur soll in Zukunft unter dem Namen „Manufaktur-Höfe Wurzen“ zu einem innerstädtischen Kreativquartier mit Werkstätten sowie Ateliers und vielleicht sogar einer neuen Kita entwickelt werden. Quelle: Thomas Kube
Wurzen

Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern: Wurzen soll eine neue Kindertagesstätte erhalten. Doch was Stadtrat Thomas Schumann bislang als Gerücht aufschnappte, wollte er nun zur Sitzung des Kulturausschusses von Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) ganz genau wissen. Daher stellte der Abgeordnete im Namen der Fraktion Bürger für Wurzen eine schriftliche Anfrage an den Verwaltungschef.

Vororttermin mit dem Landesjugendamt

Röglin lüftete das Geheimnis und informierte, dass es Anfang August einen Vororttermin auf dem Gelände der Leuchtenmanufactur im Badergraben 16 gegeben habe. Immerhin soll die frühere Produktionsstätte des Traditionsunternehmens in Zukunft unter dem Namen „Manufaktur-Höfe Wurzen“ zu einem innerstädtischen Kreativquartier mit Werkstätten und Ateliers entwickelt werden. Eigentümer der Immobilie, die über eine Nutzfläche von circa 5600 Quadratmeter verfügt, ist die Arkade Projekt GmbH mit Sitz in Marienberg (Erzgebirgskreis).

Der Vorstoß, in Wurzen eine überschaubare Kita mit 30 Plätzen anzusiedeln, kam laut Röglin von Arkade-Geschäftsführer Thomas Kolb. Einen Interessenten als Träger der Einrichtung gebe es mit dem Elternverein „Kinder in Bewegung“. Die Gemeinschaft gründete sich 2003 in Leipzig und eröffnete 2006 die Kita Casa Monte im Stadtteil Eutritzsch. Hier werden derzeit 37 Kinder ab zwei Jahre bis zum Schuleintritt im Sinne der Reformpädagoginnen Maria Montessori und Emmi Pikler betreut.

Viele der Gebäude stehen heute leer. Allein die Nutzfläche des Produktionsgeländes beträgt 5600 Quadratmeter. Quelle: Thomas Kube

„Wir möchten mit dem neuen Träger mehr Kapazitäten schaffen“, betonte Röglin. Zumal das Jugendamt des Landkreises der Kommunalverwaltung signalisierte, dass die Stadt „Wurzen zu wenig Kita-Plätze hat“. Die Ortsbesichtigung fand damals unter anderem mit einer Vertreterin des Landesjugendamtes statt. Sie äußerte keinerlei Bedenken. Dem Vernehmen nach könnte die Kita in einer ehemaligen Werkhalle von rund 300 Quadratmetern untergebracht werden. Außerdem biete das Umfeld genügend Optionen für integrative Angebote.

Oberbürgermeister hält Projekt für tragfähig

„Die Dinge sind aber noch nicht abgeschlossen“, teilte Röglin weiterhin mit, der die Idee an dieser Stelle für „tragfähig“ hält. Zuletzt entkräftete der 49-Jährige die Sorge Schumanns, dass mit der neuen Einrichtung womöglich eine bestehende Kita aufgelöst wird. „Eine Schließung droht nicht!“

Mehrere Anläufe für alternative Einrichtungen in Wurzen

In der Vergangenheit gab es übrigens in Wurzen des Öfteren den Versuch, alternative Einrichtung zu etablieren. So zum Beispiel 2009 vom DRK Muldental und dem Krankenhaus. Die Pläne für eine Betriebskindertagesstätte scheiterten. Über fehlenden Zuspruch seitens des Stadthauses klagte vier Jahre später die Elterninitiative Kita Schneckenhaus und löste sich zum 31. Dezember 2013 auf. Doreen Wache und Evelin Brose gründete 2011 den Verein, um in der Stollwerckstraße auf dem ehemaligen Kasernengelände 50 Betreuungsplätze zu schaffen und sammelten sogar 2270 Unterschriften für ihr Reggio-Konzept, das auf den italienischen Pädagogen Loris Malaguzzi zurückgeht.

Den vorerst letzten Versuch, Bedarfslücken zu schließen, unternahm die Wahl-Meltewitzerin Sabine Meyer. Im September 2015 stellte sie im Kulturausschuss ihr Vorhaben eines sogenannten Freinet-Kinderhauses (18 Plätze) im König-Georg-Wohnpark vor. Zur Umsetzung kam allerdings nie.

Von Kai-Uwe Brandt

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