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Wurzen Wurzener Sternsinger sammeln 1920 Euro
Region Wurzen Wurzener Sternsinger sammeln 1920 Euro
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16:06 16.01.2017
Besuch im Landgasthof Dehnitz: Hier erhalten die Sternsinger bereits sei mehreren Jahren eine warme Mahlzeit. Quelle: privat
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Wurzen

Kinder helfen Kindern: Insgesamt 1920 Euro haben die Wurzener Sternsinger zum Dreikönigstag für das aktuelle Spendenvorhaben „Wasser für die Wüste“ des Kindermissionswerkes gesammelt. „Ein toller Erfolg, der die 21 Jungen und Mädchen dieses Jahr natürlich sehr, sehr stolz macht“, sagt Kathleen Marche, die nun schon seit zehn Jahren die Kleinen begleitet.

Mit weiteren acht Erwachsenen ging es per Auto für die Drei- bis 15-Jährigen bei Schnee und Kälte bereits ab 9 Uhr los, erzählt sie. Allein 90 Haushalte besuchten die Knipse diesmal, um nicht nur mit ihren Kostümen und Liedern die frohe Botschaft der Auferstehung des Herrn zu verkünden, sondern danach die Bitte „20*C+M+B+17“ an die Haustür zu schreiben. Dabei stehen die Buchstaben CMB für den lateinischen Segensspruch „Christus mansionem benedictat“ (Christus segne dieses Haus) und die Zahlen für das Jahr, erklärt Marche.

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Ebenfalls Besuch erhielten die Bewohner des Caritas-Altenpflegeheimes „St. Hedwig“ im Roitzscher Weg, das Stadthaus sowie die evangelische Kindertagesstätte Arche Noah. „Obwohl die Sternsinger vorrangig von katholischen Gemeinden organisiert werden, pflegen wir hier in Wurzen die Ökumene – das heißt den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen den christlichen Konfessionen“, fügt die 44-Jährige an.

Zu DDR-Zeiten seien die Sternsinger kaum bekannt gewesen. Eine Renaissance erlebte das Brauchtum erst wieder nach der Wende. Mittlerweile, so Marche, gebe es feste Routen und Willkommenswünsche. Die Kinder würden stets mit offenen Armen empfangen. „Besonders fasziniert sind sie, wenn einfach Leute unterwegs anhalten und sie bitten, vorbeizukommen.“ Dann gebe es nicht nur eine Spende für die Sammelbüchse, ab und an sogar Süßigkeiten, die sie später untereinander aufteilen. Aber nicht deshalb seien die Sternsinger mit Herz und Seele dabei. „In einem Vorbereitungstreffen erklärt ihnen nämlich der Gemeindereferent, für wen das Geld bestimmt ist.“ Eigens dafür stellt das Hilfswerk kindgerechtes Material zur Verfügung, darunter einen Film, in dem Reporter Willi Weitzel zeigt, wer mit dem Geld unterstützt werden soll. 2017 sind es die Turkanas im Norden Kenias, die traditionell seit Hunderten von Jahren mit ihren Tieren durchs Land ziehen. Jedoch wandern die Nomaden zunehmend weniger umher – schuld daran ist der Klimawandel.

Übrigens kamen im Vorjahr dank der deutschlandweit mehr als 330 000 Sternsinger über 46 Millionen Euro zusammen. Und dank des Landgasthofs Lehne in Dehnitz erhielten die 21 fleißigen Kinder aus Wurzen bei ihrer Tour bis 15 Uhr wie in den Jahren zuvor eine warme Mahlzeit – „Nudeln mit Tomatensoße“, erwähnt Marche zum Schluss.

Von Kai-Uwe Brandt