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Wurzen Wurzener Wasserturm-Projekt räumt Preis ab
Region Wurzen Wurzener Wasserturm-Projekt räumt Preis ab
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15:38 23.11.2018
Das Projekt Wasserturm rückt mittlerweile sogar in den Blickpunkt der Fachwelt: So überzeugte Studentin Lisa Nikolaus kürzlich mit ihrem Architekturentwurf die Juroren der Messeakademie.
Das Projekt Wasserturm rückt mittlerweile sogar in den Blickpunkt der Fachwelt: So überzeugte Studentin Lisa Nikolaus kürzlich mit ihrem Architekturentwurf die Juroren der Messeakademie. Quelle: Kai-Uwe Brandt
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Wurzen

Das Bauvorhaben rund um den Wasserturm am Clara-Zetkin-Platz begeistert mittlerweile über die Stadtgrenzen hinaus. So wurde Anfang November zur Messe „Denkmal 2018“ in Leipzig der Entwurf „Clara-Zetkin-Platz, Wasserturm und Handwerkerherberge, Wurzen“ von Lisa Nikolaus, Studentin der Fakultät Architektur der Fachhochschule Erfurt, prämiert. Unter dem Motto „Entwerfen im historischen Umfeld – Altbau, Umbau, Neubau“ hatte zuvor die Messeakademie deutschlandweit und zum zehnten Mal einen studentischen Architekturwettbewerb ausgeschrieben.

Insgesamt lagen der Fachjury 55 Arbeiten vor. Der hochkarätig besetzte Ausschuss unter dem Vorsitz von Ulrike Wendland, Landeskonservatorin Sachsen-Anhalt, wählte unter ihnen die zehn besten Konzepte aus, darunter die drei Preisträger. Das Trio durfte dann am zweiten Messetag ihre Manuskripte im Rahmen eines Expertenkolloquiums vorstellen. Der Messeakademie zufolge überzeugte der Siegerentwurf von Nikolaus, weil sie die Bestandsbauten nicht isolierte, sondern in einen neuen Baukörper einband. Lediglich der Turm bleibt frei stehen, im Inneren des rechteckigen Baukörpers liegt ein Hof. Von den örtlichen Begebenheiten in Wurzen überzeugten sich die Studenten übrigens bereits Mitte April bei einer Exkursion.

Die glückliche Gewinnerin Lisa Nikolaus, im Hintergrund ist ihr Siegerentwurf zu sehen. Quelle: Jens Schlueter

Musikschule und Supermarkt sollen Areal beleben

Wie berichtet, will die Stadtverwaltung dem 5000 Quadratmeter großen Areal wieder Leben einhauchen, unter anderem mit dem Umzug der Musikschule „Theodor Uhlig“ Muldental. Bislang hat die Bildungsstätte des Landkreises ihren Sitz in der obersten Etage der Ringelnatz-Grundschule und könnte dann aber nach Fertigstellung den 32 Meter hohen Wasserturm beziehen sowie die 1889 erbaute „Herberge zur Heimat“ direkt am Clara-Zetkin-Platz. Darüber hinaus sind 1800 Quadratmeter für den Neubau eines Aldi-Marktes vorgesehen. Die Zufahrt für Lieferfahrzeuge erfolgt ausschließlich über die August-Bebel-Straße.

Derzeit, sagt Stadtsprecherin Cornelia Hanspach auf Nachfrage, sitzen die Entwickler daran, die Vielzahl von Ideen, darunter von Lisa Nikolaus, nach baurechtlichen Erfordernissen umzusetzen. Und Konstanze Mucke, Leiterin des Sachgebietes Hochbau, fügt an: „Die Gestaltung der Fläche ist immerhin ein Spannungsfeld und vor allem eine große Herausforderung.“ Sobald die Unterlagen fertig seien, werde das Projekt bei den entsprechenden Genehmigungsbehörden und Förderinstitutionen eingereicht. „Aber noch stecken wir inmitten der Gestaltungsphase“, teilt Hanspach weiter mit.

Die Verwaltung steht den Ideen positiv gegenüber

Spätestens mit dem Abschluss will die Verwaltung entsprechende Fördermittel beantragen. „Auf alle Fälle wird der nächste Doppelhaushalt 2019/2020 bereits Gelder für das Projekt Wasserturm ausweisen.“ Jene Tatsache bedeute allerdings nicht, gibt Hanspach zu bedenken, dass es innerhalb des Etat-Zeitraumes losgehe. „Nur müssen für den Start die entsprechenden Finanzen vorrätig sein.“ Aus Sicht der Verwaltung stehen jedenfalls die Zeichen auf Grün.

Eben davon können sich am 28. November auch die Stadträte des Technischen Ausschusses zu ihrer nächsten öffentlichen Sitzung im Ratszimmer 151 des Stadthauses überzeugen. Denn im Punkt 7 des Abendprogramms heißt es: „Information zum Planungsstand Projekt Wasserturm“.

Von Kai-Uwe Brandt