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Wurzen Wurzener Wohnungsgesellschaft beendet Bauprojekt in der Friedrich-Ebert-Straße
Region Wurzen Wurzener Wohnungsgesellschaft beendet Bauprojekt in der Friedrich-Ebert-Straße
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20:00 17.12.2017
Übergabe in der Friedrich-Ebert-Straße: Nach Ende der Sanierung zerschneiden Oberbürgermeister Jörg Röglin, WGW-Chef Peter Sauer und Planer Hagen Weidemüller (v.l.) das rote Band und geben damit auch den neuen Parkplatz frei.
Übergabe in der Friedrich-Ebert-Straße: Nach Ende der Sanierung zerschneiden Oberbürgermeister Jörg Röglin, WGW-Chef Peter Sauer und Planer Hagen Weidemüller (v.l.) das rote Band und geben damit auch den neuen Parkplatz frei. Quelle: Kai-Uwe Brandt
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Wurzen

Vom Sorgenkind zum Vorzeigeobjekt: Mit diesem Vergleich übergab Peter Sauer, Geschäftsführer der Wurzener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft mbH (WGW), im Beisein von Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) und Planer Hagen Weidemüller das jüngste Sanierungsprojekt des stadteigenen Unternehmens. Zu den Gästen der kleinen Runde vor der Parkplatz-Einfahrt zum Wohnhaus Friedrich-Ebert-Straße 67 – 81 zählten ebenso die ersten Mieter.

Wie berichtet, startete die WGW im Frühjahr mit dem Abriss der beiden oberen Etagen des einstigen Fünfgeschossers, der Mitte der 80er-Jahre errichtet wurde. Von den 80 früheren Wohnungen blieben 46 übrig, 41 davon sind bereits vermietet. Insgesamt investierte die WGW 2,7 Millionen Euro in die Frischekur des letzten der drei Blöcke aus DDR-Zeiten, die gemeinsam eine U-Form bilden. „Beginnend im November 2011 wurden in den vergangenen sechs Jahren, in drei Bauabschnitten und mit 5,7 Millionen Euro der Gebäudekomplex komplett erneuert. Damals gab es hier 180 Wohneinheiten, heute sind es 106“, so Sauer. Aus städtebaulicher Sicht, fügte der 55-Jährige an, habe die WGW zwischen dem Rückbau von Wohnraum im Außenbereich der Stadt und der Rekonstruktion einen „guten Kompromiss“ gefunden. Denn die jetzigen modernen Wohnungen mit Balkon erfüllen nunmehr alle Ansprüche des aktuellen Immobilienmarktes.

„Momentan liegt die Gestaltung der Außenanlage in den letzten Zügen.“ Das Gelände bietet Platz für 104 Pkw-Stellflächen und damit den Komfort, das Auto quasi vor der Haustür zu parken. „Neue Anpflanzungen und Wege runden außerdem das Bild des Wohngebietes ab.“ Wie Sauer auf Nachfrage mitteilte, animierte die Friedrich-Ebert-Straße 67 – 81 bislang nicht nur Wurzener zum Umzug. Die neuen Bewohner stammen unter anderem aus Bennewitz und Thallwitz, zwei Familien sogar aus Leipzig.

Der Zuwachs von außen freut vor allem Stadtoberhaupt Röglin, der einmal mehr auf die ruhige Wohnlage, die schnelle S-Bahn-Anbindung zur nahen Großstadt sowie die moderaten Mietpreise verweist. Denn während die Mieten in der Messestadt stetig steigen, könne Wurzen im konkreten Fall mit 6,50 Euro pro Quadratmeter für top sanierte vier Wände locken. „Investitionen dieser Art zahlen sich also für die Zukunft aus“, betonte der 47-Jährige. Und das ebenso bei der Leerstandsquote. Geschäftsführer Sauer geht nämlich davon aus, dass der Wert etwa Mitte 2018 für den sanierten wie unsanierten Bestand der WGW lediglich noch 20 Prozent beträgt. Allerdings verwies Röglin auf ein Problem, mit welchem sich über kurz oder lang der Kreistag beschäftigen müsse. „Selbstverständlich erhöhen sich mit der Zunahme von modernisierten Wohnungen die Mieten im Allgemeinen.“ Jene Veränderung des Preisgefüges zwinge letztlich das kommunale Jobcenter zu einer Novellierung der Sätze für die Unterkunftskosten von Hartz-IV-Empfängern, betonte Röglin.

In der Friedrich-Ebert-Straße gab es jedoch erst einmal Grund zum Feiern. Und das aus gutem Anlass, wie es WGW-Chef Sauer in seiner kurzen Ansprache sagte: „Wer mit offenen Augen durch Wurzen geht, wird feststellen, dass sich unsere Stadt Stück für Stück verändert. Alles braucht seine Zeit und mancher wünschte sich einen Zauberstab. Aber mit Sicherheit sind die vielen neu sanierten Häuser, begonnene Projekte und das neue Grün der richtige Schritt in die Zukunft.“

Von Kai-Uwe Brandt