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Wurzen Darum geben die Wurzener ihre Stimme ab
Region Wurzen Darum geben die Wurzener ihre Stimme ab
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18:28 26.05.2019
Angelika Wolf (l.) gibt im Wahllokal am Domplatz ihre Stimme ab. Angelika Stadler, Mitglied im Wahlvorstand, hütet die Urne. Quelle: Haig Latchinian
Wurzen

Glockengeläut in Wurzen. Am Ausgang des Doms steht Pfarrer Alexander Wieckowski und reicht den Mitgliedern seiner Gemeinde zum Abschied die Hand. Gerade eben, im Gottesdienst, hatte er sie noch aufgefordert, wählen zu gehen. Er verlas eine Grußadresse von Landesbischof Carsten Rentzing: „Die Stimme abgeben – das heißt heute alles andere als sprachlos zu sein.“

Gehet hin in Frieden! Der 80-jährige Siegfried Piotrowski geht nicht, er fährt. Herzkrank und sichtlich geschwächt düst er auf seinem Elektroroller und mit Sturzhelm zum Wahllokal. „Es muss sich doch was bewegen.“ Es freue ihn, dass sich sogar eine kleine Schlange gebildet hat und auch junge Leute unter den Wartenden seien. „Ihnen gehört die Zukunft.“

Auch Ruderweltmeister unter Wahlberechtigten

Philipp Wende, Ruderweltmeister und Wurzener Ehrenbürger, geht mit Frau und den beiden Goldsöhnen zur Wahl. Er hofft, dass nicht die Mehrheit bekommt, wer am lautesten schreit. „Und dass der gewinnt, der für etwas ist und nicht gegen etwas.“ Er selbst habe sich noch nie zur Wahl gestellt, wurde aber schon zweimal gewählt: „Zum Sportler des Jahres im Kreis und als Mitglied von Sachsens Mannschaft des Jahres – beide Male 2012.“

Für sein Lokal seien knapp 1300 Wahlberechtigte gemeldet, sagt Vorstand Holger Zagner. Angesichts schier endloser Stimmzettel, die natürlich Platz brauchen, ist er froh, dass er im Fall der Fälle noch auf eine Ersatzwahlurne zurückgreifen kann.

Da es diesmal fünf Wahlkabinen – und damit eine mehr als sonst – gibt, löst sich mancher Stau schnell auf. Mit seinen Kolleginnen Brigitta Seifert, Gabriela Stephan und Monika Leischow hat er alles im Griff. „Wir sind ein nettes Team, machen das nicht zum ersten Mal, die Stadtverwaltung hat sogar Süßes spendiert.“

Dank an die ehrenamtlichen Wahlhelfer

Wählerin Annett Schimmel, Anfang 50, dankt den ehrenamtlichen Helfern und wünscht ihnen einen nicht allzu späten Feierabend. Warum sie wählen geht? „Ganz einfach. Ginge ich nicht, könnte ich hinterher nicht meckern. Und ich meckere nun mal gern.“ Die Gewählten mögen sich doch bitteschön zusammenraufen, fordert Stefanie Jenkel, Mitte 30. Ja, es müsse sich was ändern: „Nur weil ein Vorschlag von der anderen Partei kommt, muss er deshalb noch lange nicht schlecht sein.“

Sicherheit steht ganz oben auf der Wunschliste

Auch Torsten Galle, 40, geht wählen. Mit Blick auf Europa sei ihm, dem Kind der DDR, die Reisefreiheit sehr wichtig: „Allerdings ist das nicht gleichbedeutend mit offenen Grenzen. Als wirksames Mittel gegen Kriminalität wünsche ich mir wieder Grenzkontrollen.“ Die schafften auch Arbeitsplätze, schreibt er den künftigen Parlamentariern ins Stammbuch.

Die gleichaltrige Angelika Wolf kommt mit ihrem Mann sowie den Hunden Boris und Pretty. „Wir sind vor kurzem nach Wurzen gezogen. Wir haben ein Häuschen gesucht und es in der Altstadt gefunden. Es gefällt uns richtig gut hier. An der Mulde haben wir und unsere Hunde genug Auslauf.“ Wahlen seien wichtig. Es gebe nur einen Haken: „Weil wir erst seit November 2017 da sind, kennen wir auf den Listen nur die Wenigsten.“

Von Haig Latchinian

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