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Wurzen Wurzens Bahnhof soll schöner werden
Region Wurzen Wurzens Bahnhof soll schöner werden
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05:00 15.03.2011
Von Kai Kollenberg
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. Ein erstes Treffen mit der Stadt und dem Immobilienverwalter des Bahnhofsgebäudes hat es bereits gegeben. Nun prüfen die Akteure, welche Möglichkeiten sie konkret haben.

Irgendwann im Winter war es Hannelore Dietzschold zu viel. Die CDU-Landtagsabgeordnete fuhr in den kalten Wochen öfter mit dem Zug nach Dresden, um dort ihren Wahlbezirk im Parlament zu vertreten. Immer ging sie durch die Unterführungen, stand an den Gleisen und warf einen Blick auf das Bahnhofgebäude. Was sie sah, fand sie nicht wirklich ansprechend. „Die Unterführungen waren zu duster, das Gebäude sah nicht einladend aus", sagt Dietzschold. Ihr kam ein Gedanken: Sollte sich Wurzen mit diesem Ambiente den Besuchern des Landeserntedankfestes im September präsentieren, die mit dem Zug in die Muldestadt strömen? Würde das Ziel, sich als lebenswerte Stadt darzustellen, nicht mit der Infrastruktur des Bahnhofes hintertrieben? Dietzschold entschloss sich zu handeln.

In der vergangenen Woche gab es ein erstes Gespräch zwischen der Stadt, dem Immobilienverwalter des Bahnhofes und der Abgeordneten. Dabei wurde ausgelotet, inwiefern im nächsten halben Jahr der Bahnhof einladender gestaltet werden kann. Die Stadt reagierte positiv auf Dietzscholds Vorstoß. Momentan wird in der Verwaltung sondiert, wie die Stadt den dunklen Charakter der Unterführungen abmildern kann. Denn diese sind städtisches Eigentum. Seit Jahren prangen dort Graffiti, die Jugendliche geschaffen haben. „Uns geht es nicht darum, das Graffiti zu entfernen", sagte Stadtsprecherin Cornelia Hanspach. Deswegen suche man einem Weg, der das Kunstwerk möglichst erhält. Zudem spielt die Kostenfrage eine Rolle: Die Stadt möchte versuchen, die Maßnahme für die Kommune möglichst kostenneutral zu halten. Sprich: Viel Geld will die Verwaltung nicht ausgeben. Erste Gespräche für die Neugestaltung des Areals finden heute statt. Dann wird Kay Ritter, Mitarbeiter im Wahlkreisbüro von Hannelore Dietzschold, mit dem Graffiti-Projekt Leipzig Lösungen erörtern.

Schwieriger könnte sich dagegen die Verschönerung des Bahnhofsgebäudes gestalten. Dietzschold schweben ein kompletter neuer Anstrich sowie kleinere Reparaturarbeiten vor. Das Gebäude ist allerdings im Privatbesitz. Die Deutsche Bahn hat es vor Jahren verkauft. Zurzeit verwaltet die Main Asset Management das Objekt. Ein Vertreter der Firma, Lutz Schumacher, wollte sich aber nur vorsichtig zu den Plänen in Wurzen äußern. Er prüfe, inwieweit er eine optische Aufwertung des Gebäudes anstoßen könnte. „Ob und wann wir das auf den Weg bringen, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen", so Schumacher. Er müsse sich erst mit dem Eigentümer des Gebäudes abstimmen.

Kai Kollenberg