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Wurzen Wurzens Landtagskandidaten stehen Rede und Antwort
Region Wurzen Wurzens Landtagskandidaten stehen Rede und Antwort
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10:27 04.07.2019
Im Podium auf der Bühne des Schweizergartens (v.l.): Kay Ritter (CDU), Birgit Kilian (SPD), Annett Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen), Sebastian Drews (FDP), Jens Kretzschmar (Linke) sowie Jens Zaunick (AfD). Den Abend moderierte Alexandra Gerlach.
Im Podium auf der Bühne des Schweizergartens (v.l.): Kay Ritter (CDU), Birgit Kilian (SPD), Annett Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen), Sebastian Drews (FDP), Jens Kretzschmar (Linke) sowie Jens Zaunick (AfD). Den Abend moderierte Alexandra Gerlach. Quelle: Thomas Kube
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Wurzen

Zum Schluss mussten die Podiumsgäste doch noch Farbe bekennen – ohne viele Worte: Am Dienstag lud die Landeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit der Leipziger Volkszeitung zu einem Forum der Direktkandidaten für die Landtagswahl am 1. September ins Kulturhaus Schweizergarten nach Wurzen ein.

Auf der Bühne des Großen Saals nahmen folgende Bewerber des Wahlkreis 26, Leipzig Land 4 (Thallwitz/Trebsen/Wurzen/Bennewitz/Borsdorf/Brandis/Lossatal/Machern) Platz: Kay Ritter (CDU), Birgit Kilian (SPD), Annett Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen), Sebastian Drews (FDP), Jens Kretzschmar (Linke) sowie Jens Zaunick (AfD). Moderiert wurde der Abend von der freien Publizistin und Buchautorin Alexandra Gerlach aus Meißen.

Publikum legt die Schwerpunkte fest

Bereits im Vorfeld der Veranstaltung, die vor allem Parteigänger und Sympathisanten lockte, konnten die Besucher der Veranstaltung per grünem Klebepunkt aus fünf Themenkomplexen ihren Favoriten küren. Das Rennen beim Publikum machten die Bereiche Bildung, Kita und Kultur, Wirtschaft, Digitalisierung und Arbeitskräfte sowie Soziales, Familie und Pflege.

über den Sinn und Zweck von Gemeinschaftsschulen über den Lehrermangel im Freistaat

Vor allem besuchten Parteigänger und Sympathisanten das Wahlforum in Wurzen. Die ersten Stuhlreihen blieben leer. Quelle: Thomas Kube

Die Ausladung begründete Gerlach mit übereinstimmenden Angaben der Meinungsforschungsinstitute, nachdem die Freien Wähler am 1. September voraussichtlich nur vier Prozent der Stimmen erhielten und nicht in den Landtag einziehen werden. Insofern hätte die Landeszentrale die Auswahl der Podiumsgäste entsprechend der „realen Wahlchance“ getroffen. Der Brandiser Altbürgermeister und freie Wähler Andreas Dietze saß dennoch in der ersten Besucherstuhlreihe und durfte dann auf die eine oder andere Frage kurz antworten.

Moderatorin wechselt nach Kritik das Thema

Die Schwerpunkte der Debatte legte das Publikum mittels grüner Klebepunkte fest. Quelle: Thomas Kube

Während AfD-Mann Zaunick ein Imageproblem verneinte, wünschte sich Kilian eine lauter werdende Zivilgesellschaft. Kretzschmar von den Linken bedauerte, dass es zu wenige Multiplikatoren in der Wurzener Stadtgesellschaft gebe. Und Annett Schmidt von den Grünen gab der Landesregierung schuld, die die Imageprobleme zu lange verschwiegen habe. Nicht zuletzt forderte die Sozialdemokratin Kilian mehr gesellschaftliches Engagement, um ein schlechtes Image zu verändern.

Kandidaten müssen zum Schluss Farbe bekennen

Mancher Zuhörer bemängelte im Nachgang des zweistündigen Forums, dass ihnen in den Aussagen der Landtagskandidaten belastbare Fakten fehlten und zu viele Allgemeinplätze eine Rolle spielten. Konkret wurde es lediglich zum Ende, denn Gerlach bat die sechs Frauen und Männer um ihr Votum per Ja-, Nein- oder Enthaltungskarte. Soll es Dorfschulen geben? Mit Nein stimmten Ritter und Schmidt, alle anderen mit Ja. Soll es Gemeinschaftsschulen geben? Nein – Drews, Enthaltung – Zaunick. Der Rest hob die Ja-Karte. Hat der Wahlkreis ein Imageproblem? Ja von SPD, Grüne und Linke. Nein – Ritter und Zaunick. Drews enthielt sich. Und für kostenlose Kitaplätze wollen sich alle bis auf Ritter einsetzten. Schmidt blieb bei ihrer Antwort neutral.

Von Kai-Uwe Brandt