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Wurzen Wurzens teuerster Hügel
Region Wurzen Wurzens teuerster Hügel
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05:00 22.05.2012
Nackte Tatsachen: Hierfür scheute die Stadt weder Mühen noch Geld. Quelle: Klaus Peschel
Wurzen

Und ein Ende des fiskalen Starkregens ist nicht in Sicht. Immerhin muss der Erdaushub mit einem Volumen von 240 Kubikmetern und dem etwas unegalen Bordstein-Konterfei von Joachim Ringelnatz bis zum Jury-Ausflug am 4. Juli weiterhin mit allerlei bunten Blumen bestückt werden.

Dass der grüne Städtevergleich mit Dresden so heftig ins Kontor des Stadtetats schlägt, wussten lange Zeit nur Eingeweihte – geahnt hat es mancher. Doch nunmehr und dank der Nachfrage von Stadträtin Kathrin Gehres-Kobe (CDU) wird der Aufwand zur Gewissheit. Bauhofleiter Steffen Horn listete nämlich die Mühen seiner Mannen auf Heller und Pfennig auf und schickte sie ins Stadthaus. Schließlich blieb die Verwaltung der Kommunalpolitikerin Gehres-Kobe am 9. Mai zum Stadtrat eine Antwort schuldig. Und die soll sie nun erhalten. Am Hügel mit einer Höhe von fünf Metern wirbelten die Bauhof-Mitarbeiter 373 Stunden und eine halbe. Macht bei 35 Euro pro Stunde genau 13 072,50 Euro.

Die Neuauflage des Ringelnatz-Kopfes, der 2004 in den Stuckateurwerkstätten des Fördervereins für Denkmalpflege in Trebsen hergestellt wurde, summiert sich auf 1610 Euro – 46 Mitarbeiterstunden à 35 Euro. Maschinen und Material, Mietgeräte und Pflanzen erhöhen den Einsatz für ein blühendes Wurzen noch einmal um 7251,24 Euro. Das Ergebnis unterm Strich: 21 933,74 Euro. Der horrende Betrag kippt gewiss viel Wasser auf die Mühlen der Kritiker von „Entente Florale". Zumal Wurzens Bewerbung für nicht wenige überraschend kam und das Stadthaus gleich zu Beginn mit Geld knauserte, aber die Bürger der Stadt darum bat, die tristen Flecken und Pflanzkübel per Privatspende in den floralen Blickpunkt zu rücken.

Offen bleibt ferner die zweite Frage von Gehres-Kobe. So wollte sie wissen, ob die Hügel-Aktion auf dem Flächendenkmal Alter Friedhof eigentlich mit der Unteren Denkmalschutzbehörde abgestimmt worden sei. Wie Stadtsprecherin Cornelia Hanspach gestern auf Nachfrage mitteilte, gebe es hierzu unterschiedliche Aussagen innerhalb des Stadthauses. Bauhofleiter Horn hält sich bedeckt: „Dazu kann ich nichts sagen. Aber der Hügel liegt meines Erachtens nicht auf dem Gelände des Alten Friedhofs." Ein deutliches Statement kommt hingegen von Bürgermeister Gerald Lehne (CDU): „Das Bauamt hat keinen Auftrag dazu erhalten, eine Genehmigung einzuholen."

Kai-Uwe Brandt

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