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Wurzen Zweiter Gründerinnenpreis geht nach Brandis
Region Wurzen Zweiter Gründerinnenpreis geht nach Brandis
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14:21 18.02.2019
Patrizia Thomas, hier bei der Meisterschulung. Quelle: lookbook.photo
Brandis

Innovative Drucktechnologie und traditionelles Handwerk – aus diesen beiden Branchen kommen die Siegerinnen des Sächsischen Gründerinnenpreises 2019, den die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping (SPD), am 9. Februar in der Porzellanmanufaktur Meissen verliehen hat.

Patrizia Thomas aus Brandis, Inhaberin einer Fleischerei, erhält den von Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping ausgelobten Gründerinnenpreis. Quelle: Marion Doering

Der erste Preis, mit 5000 Euro dotiert, ging an Karin Weigelt aus Chemnitz, die 2016 mit ihrem Geschäftspartner Jan Thiele die Prismade Labs GmbH gegründet hat. Das Unternehmen stattet Druckprodukte mit einer digitalen Markierung aus, die über Smartphones auslesbar ist. Diese Technologie wird zum Beispiel für interaktive Verpackungen sowie im Hochsicherheitsbereich verwendet.

Unternehmerin vergrößert Betrieb in Brandis

Der zweite Preis und die damit verbundenen 2000 Euro Preisgeld gingen an Patrizia Thomas, Inhaberin der Fleischerei Simon in der Brandiser Rathausgasse. „Das ist ein schönes Gefühl und bestätigt, dass man gute Arbeit leistet“, sagt Patrizia Thomas. Ihren ehemaligen Ausbildungsbetrieb nicht nur weiterzuführen, sondern zu vergrößern und auszubauen, ist ihr Ziel.

Die 34-Jährige hatte die Fleischerei erst im Juli 2017 übernommen, nachdem sie dort nach der Lehre 14 Jahre als Fachverkäuferin tätig war. Der Zeitpunkt hätte ungünstiger nicht sein können. Aufgrund des maroden Ratskellers an der Ecke zum Markt ist die Rathausgasse seit August 2016 für den Verkehr gesperrt, was das Geschäft natürlich erschwert. Aber hätte sich Patrizia Thomas nicht zur Übernahme entschlossen, wäre der Familienbetrieb mangels Nachwuchs wohl Ende 2018 geschlossen worden. Dann hätten nicht nur sie und ihre Kollegen auf der Straße gestanden, „es wäre auch schade gewesen um einen Betrieb, der immerhin über vier Generationen seit 1924 besteht“, sagt Thomas.

Ehre für zwei Gründerinnen: Karin Weigelt aus Chemnitz(l.) und Patrizia Thomas aus Brandis (r.) erhalten den von Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (m.) ausgelobten Gründerinnenpreis. Quelle: Marion Doering

Meisterprüfung mit bestem Ergebnis

Sie setzte sich also 2016 noch einmal auf die Schulbank, mit einer Sondergenehmigung. „Denn ohne Meisterprüfung darf man einen Betrieb laut Handwerksordnung nicht führen“, erklärt sie. Sie war nicht nur die einzige Frau bei 13 Kursteilnehmern, sondern schloss auch noch als Jahrgangsbeste ab. „Da hat sicher meine Berufserfahrung mitgespielt“, lacht sie.

In der traditionell männertypischen Branche will sie als Vorbild fungieren und zeigen, dass sich Frauen auch hier als Unternehmerin durchsetzen können. „Mit Liebe zum Beruf kann man das schaffen, und natürlich mit der Unterstützung meiner fünf Angestellten.“ Dabei war Fleischer eigentlich nicht ihr Wunschberuf. Lieber hätte sie etwas mit Pferden gemacht oder wäre Tierärztin geworden, hätte nicht das Abitur gefehlt. Heute macht ihr ihr Beruf Spaß. „Denn er hat viele Seiten, wir bieten zum Beispiel auch Partyservice und Imbiss an“, erklärt Patrizia Thomas. Um so mehr bedauert sie fehlenden Nachwuchs. „Aber das ist leider allgemein im Handwerk zu beobachten.“

Gründerinnen mit Mut und Gespür fürs Geschäft

Um so mehr lobte Petra Köpping die Preisträgerinnen: „Sie sind in herausragender Weise Vorbilder. Sie haben das richtige Gespür, den Mut und den Willen, innovativ zu sein. Sie leben das Unternehmerinnentum und leisten damit einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft.“

Insgesamt gab es 54 Bewerberinnen für den Gründerinnenpreis. „Das wiederholt große Interesse zeigt mir, dass die wirtschaftlich aktiven Frauen in Sachsen zunehmend selbstbewusst und mutig nach vorn gehen und ihr Engagement auch öffentlich vertreten. Die Lust und die Leidenschaft für ihre Geschäfte und Betriebe rücken verstärkt in den Vordergrund. Das kann ich nur begrüßen“, sagte die Gleichstellungsministerin.

Weniger Frauen als Männer in Sachsen selbstständig

Knapp acht Prozent aller erwerbstätigen Frauen sind in Sachsen selbstständig tätig. Bei Männern liegt die Quote bei 13 Prozent. Deutliche Unterschiede gibt es beim Gründungsgeschehen zwischen Frauen und Männern. 2017 waren knapp 30 Prozent weiblich. Bei den Nebenerwerbsgründungen blieb der Frauenanteil mit zuletzt 44 Prozent stabil hoch.

Von Ines Alekowa

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