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Städtereise Leipzig Leipziger Museen: Ab 2021 gratis in vier Dauerausstellungen
Reisereporter Städtereise Leipzig Leipziger Museen: Ab 2021 gratis in vier Dauerausstellungen
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16:57 13.12.2019
Vier städtische Museen Leipzigs wollen für ihre Dauerschau ab 2021 keinen Eintritt mehr verlangen. Das sieht die Museumskonzeption 2030 vor. Quelle: André Kempner / Patrick Moye
Leipzig

Freier Eintritt in ihre Dauerausstellungen – das ist ab 2021 das erklärte Ziel von vier städtischen Museen. „Die einst durch die Bürgerschaft gegründeten Sammlungen werden so allen frei zugängig gemacht“, betont Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke), die am Freitag die Museumskonzeption 2030 vorstellte. Diese thematisiert in acht Schwerpunkten Herausforderungen, Potenziale und Perspektiven für das Stadtgeschichtliches Museum, das Naturkundemuseum, das Museum der bildenden Künste und das Grassi-Museum für Angewandte Kunst.

Ehrgeizige Pläne: Die vier städtischen Museumsdirektoren Olaf Thormann, Alfred Weidinger, Ronny Maik Leder und Anselm Hartinger (von links) Quelle: André Kempner

Was die Entgeltfreiheit kostet, bleibt zunächst offen. Den Museen entgehen pro Jahr 400 000 Euro, die im Stadtetat ausgeglichen werden müssen. „Dabei bleibt es aber nicht. Andere Reinigungszyklen, mehr Aufsichten, zusätzliche Toiletten, mehr begleitende, museumspädagogische Angebote – da kommen weitaus höhere Kosten auf uns zu“, sagt Jennicke. Eine Kalkulation will sie dem Stadtrat 2020 vorlegen: „Für Sonderausstellungen und viele Angebote, etwa für Gruppen, erheben wir aber weiter Entgelte.“

Das Museum wird mehr zum Begegnungsort

Schwerpunkte des künftigen Entwicklungen in allen vier Museen sind unter anderem die Themen Provenienzforschung, ihr Ausbau als Begegnungsort und öffentlicher Treffpunkt („third places“ wie auch in der Stadtbibliothek), die Akquise von Drittmitteln und der Aufbau eines Zentraldepots (im Gebäude des Stadtarchivs auf der Alten Messe) sowie die Digitalisierung der Sammlungen, damit sie weltweit genutzt werden können. Stichwort Provenzienforschung: „Es gibt Objekte, die auch zu DDR-Zeiten unrechtmäßig in die Sammlungen gekommen sind. Die können wir nicht einfach behalten, das müssen wir aufarbeiten“, erklärt Jennicke.

Stadtgeschichtliches Museum

Das Stadtgeschichtliche Museum will sich als kritischer Partner und Gedächtnis der Stadtgesellschaft stärker mit der Identität Leipzigs auseinandersetzen. „Mobilität, Wohnen, Arbeit – relevante Themen rücken stärker in den Fokus“, kündigt Direktor Anselm Hartinger an. Das Museum wolle aber auch Ausstellungen zum Winter in Zeiten des Klimawandels machen. „Was macht dieser mit unseren Traditionen, mit unseren kulturellem Erbe?“, nennt er ein Beispiel. Museum soll aber auch Spaß machen – ein einladender Erlebnis- und Lernort werden. So soll die Entree-Situation im Alten Rathaus besser werden. „Wir gehen aber auch aus der Komfortzone heraus, etwa mit dem Lastenfahrrad auf Tour.“

Angewandte Kunst

Das Museum für Angewandte Kunst will wissenschaftlichen Austausch pflegen – die Sammlung als Online-Collection zugänglich machen. Beim Programm werden verstärkt internationale Akzente gesetzt. „Das Grassi muss mit Völkerkunde und Musikinstrumentenmuseum gemeinsam unter eine Flagge laufen. Dazu brauchen wir eine Servicegesellschaft, die Dienstleitungen wie Service, Reinigung und Bewachung besser managt“, so Direktor Olaf Thormann. Notwendig sei eine Erweiterung und Optimierung des Hauses, die Museumspädagogik solle gestärkt werden. Es ist kein Geheimnis, dass die drei Grassi-Museen über einen Servicebau auf dem Johannisplatz nachdenken.

Naturkundemuseum

Ein modernes Haus naturwissenschaftlicher Bildung soll Ausstellungen der Spitzenklasse mit authentischen Leipziger Themen bieten. Tierpräparationen, die Tiefseeexpedition „Valdivia“ oder das Mammut von Borna sind Stichworte. Wo das entsteht, ist nach wie vor offen. „Wenn wir die Chance haben, ein Museum völlig neu zu strukturieren, dann sollte man das klug angehen“, so Direktor Ronny Maik Leder. Wichtig seien ihm aber auch internationaler Wissenstransfer sowie eine institutionelle Vernetzung. „Eine digitale Belegsammlung soll überall auf der Welt nutzbar sein.“

Bildermuseum

Mit spektakulären Sonderschauen konnte das Bildermuseum seine Besucherzahlen in den vergangenen zweieinhalb Jahren verdoppeln. „Da gibt es noch mehr Potenzial“, so Direktor Alfred Weidinger, der das Museum im kommenden Jahr verlässt. „Wir sind ein städtisches Kunstmuseum und leben das auch, versuchen mit den Menschen der Stadt zu interagieren.“ Um die Sammlung zu erweitern, werde der Fokus auf Vor- und Nachlässe sowie Fotografieren gelegt.

Von Mathias Orbeck

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