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18:36 11.12.2019
Am Mittwoch wurde Henrike Naumanns Installation im Museum der bildenden Künste fertig aufgebaut, am Donnerstag erhält sie den LVZ-Kunstpreis. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Man muss ja nicht gleich alles verraten, aber diese Ausstellung verstört, irritiert, tut weh. Am Mittwoch wurden letzte Handgriffe an Henrike Naumanns mit Möbeln, Einrichtungsgegenständen, Video und Ton arbeitenden Installationen in der Zündkerzenhalle des Museums der bildenden Künste erledigt. Am Donnerstag um 18 Uhr wird die 35-Jährige den mit 10 000 Euro dotierten 13. Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung bekommen und anschließend ihre Ausstellung eröffnen.

Das Jahr 2000

Schlicht „2000“ heißt diese. Es gehe um dieses Jahr in Deutschland, sagte die Künstlerin der LVZ, um die „Expo 2000 in Hannover sowie Fragen zum Wiedervereinigungsprozess und der Arbeit der Treuhandgesellschaft. Auslöser war meine Entdeckung, dass Birgit Breuel nicht nur die Treuhandchefin, sondern später auch die Generalkommissarin der Expo 2000 war.“

„Wie ein Ritt auf Schleifpapier“

Die bei Zwickau geborenen und in Berlin lebende Künstlerin zeigt ein schmerzhaftes Seismogramm des Landes, in dem sie lebt – neue Teilungen, Radikalisierungen, das Unheimliche, Gefährliche, für das sie eine ganz eigene Sprache gefunden hat. „Man kommt fassungslos raus. Das ist wie ein Ritt auf Schleifpapier“, sagte am Mittwoch Museumsdirektor Alfred Weidinger der LVZ. „Sie legt eine Reduziertheit, eine Flüchtigkeit und am Ende vielleicht auch so eine Grobheit an den Tag, dass sie insgesamt wieder eine sehr hohe ästhetische Qualität erreicht.“

Zusätzlich acht Arbeiten von früheren LVZ-Kunstpreisträgern

Neben Naumanns Ausstellung werden im Museumsfoyer die Arbeiten von acht früheren LVZ-Kunstpreisträgern gezeigt, die diese für die Sonderausgabe zum 125-jährigen Bestehen der Zeitung in diesem Jahr schufen. Zu sehen sind unter anderem Werke von Matthias Weischer (Preisträger 2005) und Via Lewandowsky (1995).

Der LVZ-Kunstpreis war 1994 zum 100-jährigen Bestehen der LVZ ins Leben gerufen worden. 1995 wurde er zum ersten Mal vergeben – als Starthilfe für junge Künstler, die mit der Region Leipzig (später ganz Sachsen) verbunden sind, die bereits von sich reden gemacht haben, ohne jedoch arriviert zu sein. Im Zwei­jahres-Rhythmus wird der Preis seitdem aus­gelobt.

Ausstellung zum LVZ-Kunstpreis: Henrike Naumann, 2000. Preisvergabe und Eröffnung am Donnerstag um 18 Uhr im Museum der bildenden Künste; bis 15. März.

Von Jürgen Kleindienst

Am 12. Dezember erhält Henrike Naumann den Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung im Museum der bildenden Künste. Die seit 1995 alle zwei Jahre ausgelobte Auszeichnung wird in diesem Jahr zum 13. Mal vergeben. Sie ist längst eine Institution, die mit ihren Preisträgern wächst.

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Flankierend zur Preisträgerschau mit Arbeiten von Henrike Naumann werden im Foyer des MdbK Arbeiten von früheren LVZ-Kunstpreisträgern gezeigt, die diese für eine Sonderausgabe zum 125-jährigen Bestehen der Leipziger Volkszeitung schufen.

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Mit Möbeln thematisiert Henrike Naumann historische Umbrüche und politische Prozesse. Am 12. Dezember erhält die Installationskünstlerin den LVZ-Kunstpreis. Im Interview spricht die 35-Jährige über ihre Inspiration, die Suche auf Flohmärkten, die Expo 2000 und die Treuhandanstalt.

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