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News Laudatorin Hilke Wagner über Henrike Naumanns Kunst: „Wuchtig, direkt, abgründig“
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10:00 13.12.2019
Henrike Naumann (2.v.l.) hat am Donnerstag im Museum der bildenden Künste den LVZ-Kunstpreis erhalten. LVZ-Geschäftsführer Björn Steigert (l.), Museumsdirektor Alfred Weidinger und Hilke Wagner, Laudatorin und Direktorin des Dresdner Albertinums, freuen sich mit ihr. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Zwei Dinge brauche man als junger Künstler, um voranzukommen, sagt Henrike Naumann: „Familie, Freunde, Kollegen – zum Beispiel, um Schränke zu tragen – und Menschen in Institutionen, die sich was trauen.“ Eben hat sie im gut gefüllten Museumsfoyer den 13. Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung von LVZ-Geschäftsführer Björn Steigert bekommen.

Sehen Sie hier Impressionen der Preisverleihung an Henrike Naumann am 12. Dezember im MdbK Leipzig

Und der hat zuvor den Mut der Künstlerin hervorgehoben: „Wir haben zu Recht fast ein Jahr die Friedliche Revolution vor 30 Jahren gefeiert.“ Und dennoch dürfe die Frage gestellt werden, ob alles gut war und ist. „Sie muss gestellt werden.“ Museumsdirektor Alfred Weidinger, dankte der LVZ – dafür, dass sie in einer Zeit, in der Preise verschwinden, ihren beibehalte.

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Subversive Denkräume

Hilke Wagner, Direktorin des Dresdner Albertinums, hat an Henrike Naumann geglaubt. Sie gehörte zu den beiden Jurymitgliedern, die sie auf dem Zettel hatten. Die Künstlerin schaffe subversive Denkräume, Bühnen für unser Denken, sagt sie in ihrer Laudatio. Es entstünden Metaphern für historische Umbrüche und die Beunruhigungen unserer Zeit. Naumann biete keine Antworten, aber stelle die Fragen neu.

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„Kapitalistischer Realismus auf Ecstasy

In der unheimlich-vertrauten Atmosphäre ihrer Möbellandschaften könne man es sich kaum auf dem Sofa gemütlich machen, wenn etwa rechte Botschaften in Frakturschrift auftauchten. Man habe es laut Wagner bei ihr mit einer neuen Form der politischen Kunst zu tun – „wuchtig, direkt, abgründig“ – aber ohne sich dabei in Ironie oder Melancholie zu verlieren. „Kapitalistischer Realismus auf Ecstasy“, habe die Dresdner Kuratorin Kathleen Reinhardt über Henrike Naumanns Kunst gesagt. Dem dürfte in den kommenden Jahren noch einiges hinzuzufügen sein.

Von Jürgen Kleindienst

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Am 12. Dezember erhält Henrike Naumann den Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung im Museum der bildenden Künste. Die seit 1995 alle zwei Jahre ausgelobte Auszeichnung wird in diesem Jahr zum 13. Mal vergeben. Sie ist längst eine Institution, die mit ihren Preisträgern wächst.

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