Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Schülerbeiträge Gift auf unseren Tellern?
Specials LVZ-Aktion Zeitung in Schulen Schüler lesen Zeitung Schülerbeiträge Gift auf unseren Tellern?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:49 12.12.2017
Anzeige

Ein stabiles Obst- und Gemüseangebot über das ganze Jahr bildet immerhin die Grundlage für eine gesunde Lebensweise. Zumindest hat es den Anschein, die Realität sieht leider anders aus. Der Allrounder in der Unkrautvernichtung, Glyphosat, entwickelt vom US-Unternehmen Monsanto, wird seit circa 20 Jahren in Obst und Gemüse nachgewiesen. Glyphosat, auch Roundup genannt, soll laut EU-Verordnung noch bis Dezember 2022 erlaubt sein. Es ist natürlich zu hoffen, dass das auch wirklich das Ende des Totalherbizids bedeutet. Eine weitere Zulassung können wir uns nicht leisten. Das Unkrautvernichtungsmittel steht in Verdacht, krebserregend zu sein. 7 von 12 in Behörden ausgewertete Langzeitstudien belegen das.

Für die Landwirte ist Glyphosat sehr nützlich, zumal es noch keine Alternativen gibt, die ebenso effektiv sind. Aber es bleibt, laut Weltgesundheitsorganisation (WHO), ein mit hoher Wahrscheinlichkeit krebserregendes Mittel, welches auf keinen Fall unterschätzt werden sollte. Nicht nur auf landwirtschaftlich betriebenen Äckern stellt Glyphosat ein Problem dar, sondern auch Kleingärten, Parks, Spielplätze, Weinberge und Apfelplantagen sind davon betroffen, da dort ebenfalls Unkraut mit Hilfe des Totalherbizids entfernt wird.

Anzeige

Demzufolge wurden in konventionellem Wein und Saft, laut Greenpeace, Glyphosatfunde bestätigt. Es stellt sich heraus, dass nicht nur die gespritzten Produkte betroffen sind, sondern indirekt auch ihre Erzeugnisse. Glyphosatrückstände lagern sich demzufolge in Obst und Gemüse ab. Umweltaktivisten fordern deshalb: Keine Saat mit Glyphosat! Doch welche Folgen hätte das? Landwirte würden vermehrt zu mechanischen Unkrautbeseitigern greifen, wodurch sich der Spritverbrauch erhöht. Außerdem würden sich die Kosten für Anschaffung neuer Technik in die Milliarden schrauben, was zum Anstieg der Lebensmittelpreise führt. Und da stellt sich wieder die Frage, wie vielen Menschen billigere Produkte wichtiger sind, als ihre Gesundheit.

Ferner gilt das Verbot nicht weltweit. Der Import von Obst und Gemüse müsste eingestellt werden. Wie ließe sich das durchführen?

Die Biolandwirtschaft verwendet kein Glyphosat, die Felder sehen vielleicht nicht so gepflegt aus. Biologisch angebaute Obst- und Gemüsesorten sind dafür gesünder. Allerdings sind Bio-Produkte für den Verbraucher teurer. Bio macht laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) nur 5,3 % am gesamten deutschen Lebensmittelmarkt aus. Man sieht also, dass es für den Großteil der Bevölkerung noch keine allzu große Bedeutung hat. Dies muss sich allerdings ändern, denn in Bio liegt unsere Zukunft.

Von Johanna Katharina Stelzner

Schülerbeiträge BIP Kreativitätsgymnasium Leipzig - Der wundervolle Streit um TXL
12.12.2017
Schülerbeiträge BIP Kreativitätsgymnasium Leipzig - Über das Nachdenken nachdenken
12.12.2017