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Rückblick Leipzigs größter Spielplatz auf dem Augustusplatz
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09:26 26.08.2019
„Leipzig, ihr seid synchron!“ Die Juroren Simon Schroer-Mrosek, Motsi Mabuse, Hanno Liesner und Moderatorin Claudia van Veen (von links). Quelle: Christian Modla
Leipzig

Natürlich darf ein ganz bestimmter freudvoller Ausruf bei diesem LVZ-Kinderfestival nicht fehlen. „Bombe!“ schallt es über den Augustusplatz. Doch keine Sorge, die bereitstehenden Rettungskräfte müssen nicht aktiv werden. Vielmehr jubelt da Motsi Mabuse über einen Tanzauftritt der „Sunny Girls“. Von 6500 Tänzern, die sich bundesweit um einen Startplatz beim „DAK Dance Contest“ beworben hatten, haben es die sonnigen Mädchen aus Otterwisch passend zum Wetter unter die rund 300 Teilnehmer zwischen sieben und siebzehn Jahren des erstmals ausgetragenen mitteldeutschen Finales in Leipzig geschafft. „Das sieht bombastisch aus, ihr habt so eine Kraft“, kommentiert die Jurorin und formt ihre Lippen wie in der TV-Show „Let’s Dance“ zu der ihr eigenen höchsten Lobeshymne: „Bombe!“

50 Akteure, 50 000 Besucher: Beim zweiten LVZ-Kinderfestival am Sonnabend und Sonntag auf dem Augustusplatz war jede Menge geboten.

Ähnlich euphorisch – wenn auch mit etwas anderen Worten – hat ein paar Stunden zuvor Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung dieses zweite LVZ-Kinderfestival eröffnet. „Es ist eine sehr, sehr schöne Idee, dass wir den Augustusplatz den Kindern geben“, findet das Stadtoberhaupt. „Vereine, Stiftungen, Unternehmen – alle beteiligen sich und machen Leipzig zu einer familienfreundlichen Stadt.“ LVZ-Geschäftsführer Björn Steigert zeigt sich von „der tollen Zusammenarbeit“ aller rund 50 Partner angetan. Finanzkräftige Firmen finanzieren mit ihren Standmieten die Angebote von Vereinen und gemeinnützigen Initiativen mit, die sich kostenlos präsentieren dürfen. Rund 50 000 Besucher hatten damit am Sonnabend und Sonntag ihren Spaß – mehr als doppelt so viele wie vergangenes Jahr bei der verregneten Premiere. „Die Kinder – und auch die Erwachsenen – können hier ganz viel mitmachen. Das finde ich großartig“, sagt Steigert.

Ein zweites Leben für ausgedientes Spielzeug

Mitzumachen – das haben Jung und Steigert selbst ausgiebig ausprobiert: Auf der Gitarre des Musikers Ralf Kleinschmidt aliasZwulf schmettert Jung einen 20er-Jahre-Chanson. Bei der Wohnungsgenossenschaft Lipsia spielt er Schlagzeug. In der LVZ-Fotobox lassen sich der Stadt- und der LVZ-Chef mit überdimensionierten Brillen ablichten. Beim Schuss auf die Torwand von RB Leipzigweist das Messgerät bei Jung 72, bei Steigert 63 Stundenkilometer aus. Das Deutsche Rote Kreuzsammelt bundesweit Handabdrücke in roter Farbe, um damit im kommenden Frühjahr beim Generalsekretär der Vereinten Nationen mehr Kinderrechte einzufordern. „Keinen Krieg, nirgendwo“, schreibt der Oberbürgermeister unter seinen Abdruck. Steigert wünscht den Kindern der Welt: „Frieden! Glück! Zufriedenheit!“

Vergleichsweise kleinere Wünsche erfüllen Leipziger Jobcenter und Dekra mit der„Toys Company“: 20 Ein-Euro-Jobber setzen in dem Projekt ausgedientes Spielzeug wieder in Stand und reichen es an arme Familien weiter. Auch beim Kinderfestival haben Besucher Plüschtiere, Gesellschaftsspiele, Bücher gespendet. Der elfjährige Philipp und seine fünfjährige Schwester Lina geben Puzzles und Puppen ab, die sie nicht mehr brauchen. „Das ist sinnvoller, als die Sachen bei Ebay zu versteigern“, sagt ihre Mutter Nicole Sielaff.

Manchmal reicht sogar ein Hauch von Nichts aus, um wunschlos glücklich zu sein. Zumindest bei entsprechender Fantasie: Die fünfjährige Lena streicht auf der Bühne mit einem Luftbogen über eine Luftgeige – und aus den Lautsprechern tönt zarte Musik. „Das ist toll hier“, sagt sie. Daraufhin zieht Musiker Zwulf mit Lena, drei weiteren Kindern und dem LVZ-Schlingel in einer Polonaise durch einen Zoo, den sich die Anwesenden der Einfachheit halber ebenfalls vorstellen. „Das hat mir am besten gefallen“, sagt Lena danach.

Ein Rrrrrießenspaß auf der Bühne

Auch dem Schlingel ist der Spaß ins Gesicht geschrieben. Selbst wenn er und seine Kollegen Bulli, Lipsi, Tom Targa, und Max der DAKs an dem Hitzewochenende wohl einem der härtesten Job nachgegangen sind. Immerhin dürfen sich die Plüschriesen frei bewegen – für die gut 30 Tanzgruppen des „DAK Dance-Contest“ gilt das keineswegs.

„Synchronität“ ist eines von vier Kriterien, nach denen die Jury bewertet. Chefjuror Hanno Liesner gibt sich in der Hinsicht geradezu überwältigt: „Leipzig, ihr seid synchron!“, ruft er als Zwischenfazit ins Mikro, während sich der siebenstündige Wettbewerb allmählich dem Ende zuneigt. Noch mehr zähle jedoch, „dass die Kinder auf der Bühne einen Rrrrriesenspaß haben“, sagt Jury-Kollegin Motsi Mabuse. „Dass sie uns mit ihrer Freude anstecken!“

Den „Sunny Girls“ gelingt das fraglos: Sie gewinnen die Kategorie „Young Teens Pre-Champs“. Maja Oelschläger ist gerade mal vierzehn und tanzt bereits seit elf Jahren in dieser Gruppe. „Wir haben schon von der Bühne aus gesehen“, verrät sie, „dass sich Motsis Lippen wiederholt zu ,super’ geformt haben.“ Von „super“ ist es nicht weit zu „Bombe!“ Beim Tanzwettbewerb im engeren Sinn ebenso wie beim LVZ-Kinderfestival im Ganzen.

Von Mathias Wöbking

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