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1. FC Lok Ehemaliger Lok-Teammanager Milkau plädiert für Neuanfang ohne Kubald
Sportbuzzer 1. FC Lok Ehemaliger Lok-Teammanager Milkau plädiert für Neuanfang ohne Kubald
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13:25 30.11.2010
Der ehemalige Lok-Teammanager Peter Milkau. Quelle: Christian Nitsche
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Leipzig

„Außerdem nimmt die Klubleitung die Menschen nicht mit, sondern grenzt eher aus", sagte Milkau am Dienstagvormittag gegenüber LVZ-Online. Er betonte aber, dass er menschlich trotzdem gut mit Kubald zurechtkäme. Dieser sagte zu der Rücktrittsaufforderung nur: „Das ist seine (Milkaus, Anm. der Red.) Meinung. Ich werde dazu nichts sagen."

Nur in Fragen, wie man einen Verein zu führen habe, seien er und der Lok-Vorsitzende unterschiedlicher Meinung, so der ehemalige Teammanager. So zum Beispiel die Art und Weise, wie die Kooperation im Nachwuchsbereich zwischen Lok und RB Leipzig kommuniziert worden sei. „Die Entscheidung dazu hätte auf eine breite Basis gestellt werden müssen. Man hätte den Fans sachlich erklären können, wie Lok von der Zusammenarbeit profitiert." So jedoch wirke das Vorhaben auf viele Lok-Anhänger wie ein „Ausverkauf".

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Getrennte Ansichten: Ex-Teammanager Peter Milkau (l.) und Lok-Chef Steffen Kubald (Archivbild vom 22. Mai 2010). Quelle: Christian Nitsche

Das sei es „definitiv" nicht, hält Klub-Grande Kubald dagegen. „Der Vertrag mit RB ist kein Hexenwerk." Er gibt aber zu, dass Fehler gemacht wurden. Die Führung habe unterschätzt, dass die Nachricht von der Kooperation bei den Lok-Fans „so einschlägt." Sie hätte es innerhalb des Vereins besser darstellen müssen. „Das hätte an der Entscheidung aber letztlich nichts geändert." In der Vorgehensweise sei alles korrekt abgelaufen: „Der fünfköpfige Vorstand hat den Vertrag so angenommen", sagte der Vereinsboss gegenüber LVZ-Online.

Dem widerspricht Milkau. „Das haben Kubald und Pahlhorn allein bestimmt", meint er. Es werde im Nachhinein nur so dargestellt, als ob der komplette Vorstand darüber abgestimmt habe. „Ich habe dem zumindest nicht zugestimmt", sagte der Ex-Teammanager, der laut eigenen Angaben seine ganze Freizeit für den Klub eingesetzt hatte.

Neben diesen „Kommunikationsschwierigkeiten" habe ihn aber vor allen Dingen zum Rücktritt veranlasst, dass in seinen Aufgabenbereich eingegriffen worden sei. „Bis zum Sommer 2010 lief alles normal. Dann habe ich irgendwann einige Infos nicht mehr erhalten, es kam zu Unstimmigkeiten und ich habe zum Beispiel von neuen Spielern erst etwas mitbekommen, als sie schon bei uns in der Kabine saßen", stellt der 59-Jährige die Lage dar. Verschiedener Meinung sind die Verantwortlichen scheinbar auch über die Zukunft gewesen: Er halte nichts davon, zur Winterpause „irgendwelche abgehalfterten Spieler" zu holen, so Milkau. Man solle auf den jetzigen Kader vertrauen.

Ob er nicht zumindest bis zum Saisonende hätte weitermachen können? „Ich habe ein Prinzip: ganz oder gar nicht", sagt Milkau. „Es gab Differenzen mit dem Vorstand und dem Trainer und damit stimmte die Vertrauensbasis nicht mehr." Er habe das Gefühl gehabt, dass seine Arbeit nichts mehr bewirkt habe.  

Michael Dick

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