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1. FC Lok Revolte bei Lok Leipzig: Anhänger wollen Tagesgeschäft wieder unter Kontrolle bringen
Sportbuzzer 1. FC Lok Revolte bei Lok Leipzig: Anhänger wollen Tagesgeschäft wieder unter Kontrolle bringen
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14:53 18.03.2013
Von Matthias Puppe
Blick auf die Fankurve des 1. FC Lok Leipzig. (Archivfoto)
Blick auf die Fankurve des 1. FC Lok Leipzig. (Archivfoto) Quelle: Hendrik Schmidt
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Leipzig

Den Aufbegehrenden schlägt viel Zustimmung entgegen, von „endlich“ und „weiter so“ ist zu lesen. Es scheint, als hätten die Lok-Anhänger nur auf eine solche Initiative gewartet.

Das ist Rückenwind, auch für Jens Kesseler. Der 50-jährige Steuerberater war bereits bis zum Sommer 2012 Schatzmeister der Probstheidaer, in dieser Funktion auch an der Ausarbeitung des Saisonbudgets beteiligt. Nach Unstimmigkeiten zog er sich aus dem Präsidium zurück. Jetzt will er zusammen mit René Gruschka, Heiko Spauke, Stephan Guth und Martin Mieth aber wieder in die Verantwortung.

„Im Juni, bevor ich ging, hatten wir ein perfektes Controlling mit einer wöchentlichen Liquiditätsplanung. Nun scheint seit sechs Monaten überhaupt nichts ordentlich gebucht worden zu sein“, so Kesseler gegenüber LVZ-Online. Vorwürfe, er habe den Finanzrahmen des Vereins schließlich mit zu verantworten, lassen ihn kalt: „Ich habe daran mitgearbeitet, das stimmt. Aber das Budget muss natürlich auch den Gegebenheiten über das Jahr angepasst werden“, so Kesseler.

Schattenkabinett hofft auf Hilfe von neuen Sponsoren und engagierten Fans

Als erstes nach der geforderten Machtübernahme wollen die Revolutionäre deshalb den tatsächlichen Vermögensstatus des Vereins analysieren. „Wir müssen das Tagesgeschäft wieder unter unsere Kontrolle bringen“, so der Steuerexperte. Sollten tatsächlich, wie von Lok-Präsident Michael Notzon befürchtet, 325.000 Euro bis zum rettenden Ufer fehlen, will das Schattenkabinett auch neue Sponsorengelder präsentieren: „Etliche haben uns schon signalisiert, dass sie helfen wollen – wenn die Geschäfte anders geführt werden. Allerdings werden wir die Namen erst publik machen, wenn es soweit ist“, so der 50-Jährige gegenüber LVZ-Online.

Darüber hinaus sei auch weiteres Zutun der Lok-Anhänger sicher von Nöten. „Die Unterstützung der Fans hat bei uns großes Potential. Das werden wir auch ausreizen müssen“, sagt der Steuerexperte und fügt an: „Man könnte zum Beispiel über Fananleihen nachdenken, aber das ist bisher nur eine Idee.“

Wichtig ist, so Kesseler weiter, dass sich bald etwas ändere. „Wir haben nichts gegen die Leute im Vorstand, wir wollen auch keine Schlammschlacht. Herr Notzon hat sicher seine Verdienste um den Verein. Schade nur, dass er die geleistete Arbeit jetzt wieder einreißt“, sagt Kesseler und fügt in Richtung des amtierenden Vorstands an: „Die sollen in Ruhe überlegen, was zu tun ist. Spätestens zur Außerordentlichen Mitgliederversammlung werden wir aber sehen, wofür die Mitglieder stehen. Lok ist schließlich ein Verein, in dem die Mitglieder das Sagen haben.“

Zusammen gefunden hat sich das Quintett der Aufbegehrenden in den vergangenen Wochen übrigens im Stadion. „Außer Heiko Spauke kannte ich alle schon länger. Bei ihm war aber auch schnell klar, dass wir auf einer Wellenlänge liegen“, so Kesseler. Über die frühere politische Vergangenheit des Wirschaftsberaters Spauke bei den rechtspopulistischen Republikanern, für dieSpauke 2009 auch für den Landtag kandidierte, sagt der 50-Jährige: „Das war nur eine Jugendsünde, jetzt ist er eher bei der FDP.“

Fordern das Präsidium von Lok Leipzig zum Rücktritt auf: Martin Mieth,René Gruschka, Heiko Spauke, Stephan Guth und Jens Kesseler Quelle: privat

Fordern das Präsidium von Lok Leipzig zum Rücktritt auf: Martin Mieth,René Gruschka, Heiko Spauke, Stephan Guth und Jens Kesseler

Matthias Puppe