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1. FC Lok Rose optimistisch vorm Zwickau-Spiel – Notzon redet nächste Woche im Verein „Tacheles“
Sportbuzzer 1. FC Lok Rose optimistisch vorm Zwickau-Spiel – Notzon redet nächste Woche im Verein „Tacheles“
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23:43 07.03.2013
Von Matthias Roth
Marco Rose, Trainer von Lok Leipzig
Marco Rose, Trainer von Lok Leipzig Quelle: Christian Nitsche
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Leipzig

Für gewöhnlich reden die beiden ehemaligen Profis mehrfach pro Woche miteinander und geben sich gegenseitig Tipps zum künftigen Gegner.

In der Tabelle trennen beide Teams zwölf Punkte voneinander. Aufsteiger Zwickau liegt mit 27 Zählern auf Rang drei, Lok auf Rang zwölf. Auch wenn die statistischen Vorzeichen für die Westsachsen sprechen, Rose rechnet sich gegen den FSV etwas aus. Mut machen ihm die zurückliegenden fünf Regionalligapartien ohne Niederlage.  

Allerdings hallt der knapp verpasste Sieg am vergangenen Sonntag in Cottbus noch nach. Lok musste gegen die Bundesligareserve von Energie einen späten Ausgleich hinnehmen. „Wir machen einfach zu viele individuelle Fehler“, sagte Rose. Seinen Fußballern fehle die Siegermentalität. Er brauche Typen auf dem Platz, die dem Mitspieler in entscheidenden Phasen scharf in die Augen gucken und sagen: „Reiß Dich jetzt am Riemen“.  

Zwickau erwartet Rose taktisch diszipliniert und mit viel Tempo. Die Hauptgefahr lauert im Sturm. Dort spielt Steffen Kellig. Der einstige Chemnitzer hat bereits acht Tore in dieser Saison erzielt. Damit hat er nach RB-Kapitän Daniel Frahn, 14 Treffer, den besten Wert der Staffel aufzuweisen. Rose hat den Angreifer deshalb genau analysiert. „Ich weiß wie er gerne seine Tore schießt“. Darauf will der Lok-Coach seine Männer einstellen.  

Notzon will am kommenden Dienstag Zahlen auf den Tisch legen

 

Michael Notzon, Präsident des 1. FC Lok Leipzig. Quelle: Christian Nitsche

Während Rose sich mit der Mannschaft auf die Partie vorbereitet, bleibt die Finanzsituation im Verein angespannt. Präsident Michael Notzon will den Mitgliedern bei einer Informationsveranstaltung am kommenden Dienstag ab 18.30 Uhr in der Lok-Lounge reinen Wein einschenken. Am Donnerstag traf er sich deshalb mit seinen Präsidiums-Kollegen und erarbeitete Charts für die Präsentation. Zahlen wollte der Vereinschef im Vorfeld noch nicht verraten, kündigte aber an: „Am Dienstag reden wir Tacheles“. Die Lage bleibe aber angespannt. „Am 30. Juni brauchen wir eine schwarze Null, sonst müssen wir Insolvenz anmelden“, so Notzon. Der Präsident könne deshalb auch nicht garantieren, die Gehälter der Mitarbeiter im April wieder voll auszuzahlen. Spieler und Angestellte hatten sich dazu bereit erklärt, bis Ende März auf die Hälfte ihres Geldes zu verzichten.  

Geld in die leere Kasse soll kurzfristig ein Investor aus Leipzig bringen. Laut Notzon hat Lok einen Investor gefunden, der das Erbpachtrecht am Bruno-Plache-Stadion von Insolvenzverwalter Friedbert Striewe erwerben will. Lok bekäme nach dem Deal einen Teil der Pacht erlassen und dürfte zusätzlich den Stadionnamen vermarkten. Das Hauptinteresse des Geldgebers liegt an der benachbarten Trainingshalle. Die will er aufmöbeln und nicht nur den Lok-Teams zur Verfügung stellen, sondern auch an andere Interessenten vermieten. Striewe hat dem Geschäft allerdings noch nicht zugestimmt.  

Bewegung kommt auch in die Terminfindung für die außerordentliche Mitgliederversammlung. Das Präsidium war bei der Interpretation von Fristvorschriften in der eigenen Satzung unsicher und hat sich deshalb Hilfe von einem Rechtsanwalt geholt. Das Ergebnis: Die Einladungen müssen drei Wochen vor der Zusammenkunft abgeschickt werden. Notzon plant nun Mitte April die Versammlung. Die Tagesordnung ist noch offen. Der Präsident rechnet mit allem, auch mit seiner Abberufung.  

Trainer Rose beobachtet das Treiben in der Vorstandsetage. „Ich habe von den Leuten lange nichts mehr gehört“. Die Arbeit auf dem Spielfeld werde durch die Auseinandersetzungen nicht gestört. Was allerdings nach der Saison werde, wisse niemand. „Wir leben von Woche zu Woche“. Während andere Teams jetzt die personellen Weichen für das neue Spieljahr stellten, passiere bei Lok nichts. Auch für ihn persönlich mache es im Moment keinen Sinn über die Saison hinaus zu planen. Das Kernproblem habe der Verein noch immer nicht erkannt, findet Rose. „Wenn man hier nicht aufhört Dinge an persönlichen Schicksalen festzumachen, wird es auf Dauer schwierig“, erklärte der Trainer.

Matthias Roth