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Deutsche Handball-Frauen dürfen dank Wildcard zur Weltmeisterschaft
Deutsche Handball-Frauen dürfen dank Wildcard zur Weltmeisterschaft
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19:38 22.06.2015
Von Johannes Angermann
Nationalspielerin Luisa Schulze in der Partie gegen Russland. Wenn sie nicht in den Bundefarben aufläuft, spielt "Schmu" für den HCL. Quelle: dpa
Leipzig

Die deutschen Handball-Damen können im Dezember doch bei der Weltmeisterschaft in Dänemark antreten. Der Weltverband IHF hat Deutschland und Serbien je eine Wildcard zuerkannt. So kann der Kader um Bundestrainer Jakob Vestergaard doch in der Zeit vom 5. bis 20. Dezember 2015 auflaufen. Das teilte der Deutsche Handballbund DHB am Montag mit. Bereits am Mittwoch stehen die ersten Gegner fest. Dann werden die Vorrundenbegegnungen ausgelost.

Die Wildcard sei ein Glücksfall, so DHB-Vizepräsident Bob Hanning. Sportlich hätte das Team die WM-Teilnahme nach den Niederlagen gegen Russland und der dabei gezeigten Leistungen nicht verdient, gibt sich die Verbandsspitze kritisch. In den Play-Off-Spielen unterlag das deutsche Team in Dessau-Roßlau den Russinen 20:22. Im Rückspiel in Astrachan musste sich die Vestergaard-Sieben mit 26:27 geschlagen geben.

HCL-Spielerinnen kämpfen in Dänemark um den WM-Titel

Die nun erreichte Weltmeisterschaftsteilnahme hat auch Auswirkungen auf den HC Leipzig. Für die Auswahlspielerinnen aus Leipzig gibt es in der Vorweihnachtszeit keine WM-Pause. Neben Nationalkeeperin Katja Schülke betrifft dies Anne Hubinger, Saskia Lang sowie Luisa Schulze. Auch die zur neuen Spielzeit vom Thüringer HC nach Leipzig wechselnde Franziska Mietzner sowie Ex-Metzingerin Shenia Minevskaja stehen im DHB-Kader. Zudem hat Bundestrainer Vestergaard auch noch Alex Mazzucco, Kaya Diehl und Helena Hertlein auf dem Zettel. Die drei jungen Spielerinnen sind im B-Kader der Nationalmannschaft gelistet.

„Das ist große Chance und große Verantwortung zugleich“, betonte HCL-Manager Kay-Sven Hähner gegenüber LVZ.de mit Bezug auf die Wildcard-Vergabe. Bei den vielen Leipziger Spielerinnen in der deutschen Auswahl – im erweiterten Kader stehen neun der Frauen beim HC unter Vertrag – sieht Hähner eine wechselseitige Beziehung: „Wenn der HCL international spielt profitiert die Nationalmannschaft und wenn die Nationalmannschaft spielt, dann profitieren wir davon.“ Er sieht aber auch die Belastungen für sein Team. „Klar ist, die Nationalspielerinnen ‎sind deutlich über Gebühr belastet, damit müssen wir bei dem internationalen Kalender wohl leben.“

Olympia-Teilnahme scheint möglich

Durch die Reise zur Weltmeisterschaft in Dänemark eröffnen sich dem deutschen Frauenhandball weitere Chancen. Denn dadurch verbleibt das DHB-Team in der Qualifikation um die Teilnahme zu den olympischen Spielen. „Wir wissen um diese Möglichkeit und wollen in Dänemark das bestmögliche Ergebnis erreichen“, so Vizepräsident Hanning.

Zunächst stehen für die Nationalmannschaft jedoch die Spiele gegen die Schweiz und Island im Oktober an. Dabei geht es um die Teilnahme an der EURO 2016.

(Johannes Angermann)