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News 5000 Gästefans erwartet – höchste Sicherheitsstufe bei RB gegen Eintracht
Sportbuzzer RB Leipzig News 5000 Gästefans erwartet – höchste Sicherheitsstufe bei RB gegen Eintracht
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10:07 21.01.2017
Hochsicherheitsspiel am Samstag in Leipzig: Bei der Partie zwischen RB und Eintracht Frankfurt ist die Polizei im Großeinsatz.Hochsicherheitsspiel am Samstag in Leipzig: Bei der Partie zwischen RB und Eintracht Frankfurt ist die Polizei im Großeinsatz. Quelle: dpa/Modla
Leipzig

Höchste Alarmbereitschaft in Leipzig: Die Polizei in der Messestadt bereitet sich auf den bislang größten Einsatz der aktuellen Bundesliga-Saison vor. Das als Risikospiel eingestufte Spitzenduell zwischen RB Leipzig und Eintracht Frankfurt am Samstag (18.30 Uhr/Liveticker auf LVZ.de) wird von mehreren Hundertschaften der Polizei abgesichert. „Es werden mehr Beamte als gegen Dortmund, Schalke oder Hertha im Einsatz sein“, sagte Polizeisprecher Alexander Bertram am Freitag gegenüber LVZ.de. „Das Spiel ist Kategorie 1, das bedeutet die höchste Sicherheitsstufe“, so Bertram weiter.

Die Partie zwischen dem Zweiten und dem Vierten der Bundesliga gilt als besonders brisant. Unter den rund 5000 Gästefans der Eintracht werden nach Polizeiprognosen in der ausverkauften Red-Bull-Arena auch etwa 100 als gewaltsuchend eingestufte Anhänger der Kategorie C und 500 der Kategorie B (gewaltbereit) erwartet. Schon im Vorfeld des Spiels will die Polizei daher in der Innenstadt Präsenz zeigen. An potenziellen Hotspots wie am Markt, auf den Kneipenmeilen Barfußgässchen und Gottschedstraße sowie am Hauptbahnhof sollen zusätzliche Einsatzkräfte für Sicherheit sorgen. „Wir werden alle Konfrontationen im Keim ersticken“, kündigte Bertram ein hartes Durchgreifen an.

Konfrontationen zwischen Chemie- und Lok-Fans befürchtet

Hintergrund der verschärften Sicherheitslage sind laut Polizei die intensiven Kontakte der Frankfurter Fanszene zum Oberligisten Chemie Leipzig. Die Ultras beider Vereine verbindet nicht nur ihre kritische Einstellung zu RB, sondern auch eine langjährige Fanfreundschaft. Die Behörden rechnen damit, dass eine Verbrüderung der Fangruppen am Samstag auch Fans des Chemie-Rivalen Lok Leipzig auf den Plan rufen könnte. In sozialen Netzwerken kursieren laut Polizei bereits entsprechende Aufrufe. „Wir stellen uns darauf ein, dass es im Vorfeld zu Provokationen und Reibereien kommen könnte“, erklärte Bertram. Zur Vorbereitung des Großeinsatzes tauschten sich im Vorfeld auch szenekundige Beamte der Vereine aus.

Auch bei den Gästen ist man sich der Besonderheit des Spiels bewusst. Eintracht-Vorstand Axel Hellmann sagte in einem Interview mit der FAZ: „Nicht nur unser Kontingent von fast 5000 Karten ist ausgeschöpft, auch auf dem freien Markt haben sich viele Fans von uns eingedeckt. Es ist aber eine andere Situation als bei den üblichen Risikospielen, da hier keine rivalisierenden Fangruppen aufeinandertreffen.“ Hellmann forderte die Fans in der Auseinandersetzung mit RB zur Besonnenheit auf. „Geschmacklose Schmähungen oder Pyrotechnik werden uns da keinen Vorteil bringen. Auf der anderen Seite sollten wir auch nicht bei jedem möglichen Protestplakat gegen RB den Untergang des Abendlandes ausrufen.“

Alkoholverbot und Proteste im Gästeblock

Ihre Abneigung gegen RB Leipzig („Ausgeburt der Kommerzialisierung“) formulierte ein Teil der Frankfurter Fanszene am Donnerstagabend in einem offenen Brief. Darin erklärt der Nordwestkurve-Rat, warum er einen Boykott ablehnt. „Das Produkt RB wird dadurch keinerlei Schaden nehmen“, konstatieren die Ultras. „Nun auf einmal in Red Bull allein das personifizierte Böse zu sehen, bei allem anderen aber artig zu klatschen – das wäre heuchlerisch“, heißt es weiter. Die Frankfurter Fans wollen ihren Protest stattdessen direkt ins Stadion tragen – wie genau, das ließen sie offen.

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Im Gästeblock gilt am Samstag Alkoholverbot. Ausgeschenkt wird hier nur alkoholfreies Bier - wie bei den bisherigen Sicherheitsspielen gegen Dortmund, Schalke und Hertha auch, teilte RB auf Anfrage mit. Die gut 42.000 Zuschauer in der Red-Bull-Arena müssen sich auf intensive Einlasskontrollen einstellen. Besucher sollten entsprechend Zeit einplanen und frühzeitig anreisen, rät der Verein. Zuletzt war es beim Testspiel gegen die Glasgow Rangers zu langen Schlangen unter anderem vor der Heimkurve (Sektor B) mit Wartezeiten von einer halben Stunde und mehr gekommen. Zahlreiche Fans verpassten dadurch den Anstoß.

Eintracht Frankfurt gastierte zuletzt im Sommer zu einem Benefizspiel in Leipzig. Das 2:2 beim Oberliga-Aufsteiger Chemie im Alfred-Kunze-Sportpark war ein Freundschaftsfest und vom gemeinsamen Feiern der Fanszenen bestimmt. Das letzte Bundesliga-Punktspiel der Eintracht in der Sachsenmetropole – damals noch beim VfB Leipzig – liegt dagegen bereits 23 Jahre zurück. Statt voller Tribünen herrschte damals gähnende Leere auf den Rängen. Nur 8500 Zuschauer verloren sich im April 1994 ins damalige Zentralstadion. Leipzig gewann durch ein Tor von VfB-Legende Jürgen Rische mit 1:0.

Ticket-News: Der Gästebock für das Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund ist inzwischen ausverkauft. 8000 Fans werden RB Leipzig am 4. Februar zum BVB begleiten – so viele wie noch nie bei einem Auswärtsspiel in der Vereinsgeschichte. Der bisherige Rekord wurde beim Auswärtsspiel bei Bayern München im Dezember (7500 Fans) aufgestellt.

Von Robert Nößler

Waldstraßenviertel wird abgesperrt

Zum RB-Spiel am Samstag wird das Waldstraßenviertel wieder für Autos abgeriegelt. Zwischen 15.30 Uhr und 18.30 Uhr gilt dort ein Sperrkreis. Die Einfahrt in das östliche und westliche Waldstraßenviertel ist dann nicht mehr möglich. Offen für Bewohner, Taxi und Lieferfahrzeuge bleiben lediglich die Zufahrten von der Leibnizstraße in die Hinrichsenstraße sowie aus der Goyastraße (von der Straße Am Sportforum) in die Waldstraße Richtung Süden. Die Stadt rät von außerhalb anreisenden Besuchern, die ausgeschilderten P+R-Plätze „Leipziger Messe“, „Schönauer Ring“, „Plovdiver Straße“, „Völkerschlachtdenkmal“ und „Lausen“ zu nutzen. Die Leipziger Verkehrsbetriebe setzen ab 16 Uhr zusätzliche Straßenbahnen ein, die unter anderem zwischen Hauptbahnhof und Sportforum verkehren.

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