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News Analyse bei RB Leipzig: „Post geht in falsche Richtung ab“
Sportbuzzer RB Leipzig News Analyse bei RB Leipzig: „Post geht in falsche Richtung ab“
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12:15 04.08.2015
Von Matthias Roth
RB-Stürmer Davie Selke im Zweikampf mit Fürths Niko Gießelmann. Quelle: Gepa
Leipzig

Bei RB Leipzig hat nach dem schmeichelhaften Unentschieden gegen die SpVgg Greuther Fürth die Analyse begonnen. Am Montagabend wackelten die Roten Bullen beim 2:2 bedenklich im eigenen Stadion. Veton Berisha und Sebastian Freis hätten mit zusammen neun Torschüssen den Ligafavoriten allein besiegen können. Die Kleeblätter scheiterten an ihrem ungenauen Abschluss und ein ums andere Mal am stark haltenden RB-Torhüter Fabio Coltorti

 „Wir haben das Spiel nicht kompakt gehalten“, sagt RB-Trainer Ralf Rangnick. Was ihn besonders stört: Zwischen der Angriffsreihe und der Viererkette in der Abwehr ließen seine Spieler dem Gegner viel zu viel Platz. Dabei hatte die SpVgg genau darauf spekuliert, punktgenau auf diese Räume trainiert und vor dem Spiel angekündigt, auf diese Weise zum Erfolg zu kommen. „Wir haben es geschafft, beim Gegner Schwächen aufzuzeigen“, meint dann auch Gästetrainer Stefan Ruthenbeck. Er bescheinigte seinen Profis „richtig guten Konterfußball“. 

Heimauftakt für die neue Zweitliga-Saison: RB Leipzig empfing am Montag (03.08.2015) die Spielvereinigung Greuther Fürth in der heimischen Red Bull Arena. Die Teams trennten sich mit einem 2:2-Unentschieden. Fotos: Christian Modla

Dabei schien vor allem nach dem Ausgleich durch Davie Selke der Gastgeber das Spiel an sich zu reißen. Schnelles Kurzpassspiel in der Hälfte des Gegners, Balleroberung schon am gegnerischen Strafraum und permanenter Druck auf den Kontrahenten – Rangnick war zumindest in dieser Phase der Partie mit seiner Offensivabteilung einverstanden. „Nach vorn hat unser Spiel teilweise richtig gut ausgesehen“, schätzt der Coach ein. Selke, Poulsen, Jung: Chancen zur Führung hatte RB ausreichend, was fehlte war der Treffer. 

Die SpVgg bewahrte in dieser Druckphase die Nerven und befolgte den Matchplan ihres Trainers, der schnelle Gegenstöße vorsah, vorbildlich. Das zweite Tor in der 40. Minute war der Lohn. Bei Ruthenbeck klingt das ganz leicht: „Wir haben das Spiel einen Tick einfacherer gestaltet als letzte Woche gegen Karlsruhe“, erklärt er. 

Vor allem in der zweiten Hälfte bekamen die Leipziger die Franken ein ums andere Mal nicht in den Griff. Torhüter Coltorti hat die Schwächen des eigenen Teams genau beobachtet: „Wenn es vorn nicht funktioniert, springt gleich eine Großchance für den Gegner heraus.“ RB hätte sich über weitere Gegentore nicht beschweren dürfen, fügt der Schweizer an. 

Und auch Kapitän Dominik Kaiser hat das große Manko der eigenen Mannschaft erkannt: „Wenn die Abstände zu groß sind, kann dich jede Mannschaf der Welt ausspielen. Bist du einen Schritt zu spät, geht die Post leider in die falsche Richtung ab.“ 

Dennoch: Das ganze taktische System will bei RB niemand in Frage stellen. „Dass am zweiten Spieltag noch nicht alles rund läuft ist klar. Wir können auf dem einen Punkt aufbauen, das ist eine gute Basis für die nächsten Wochen“, findet Stürmer Davie Selke. Fehler werde die Mannschaft intern besprechen und dann schon im nächsten Spiel eine entsprechende Reaktion zeigen. 

Greuther Fürth stapelt dagegen weiter tief. Bei einer Frage reagiert Trainer Ruthenbeck schon genervt: Gehört seine Mannschaft zu den Aufstiegsfavoriten? „Das ist papperlapapp“, sagt er. In der vergangen Saison sei die SpVgg ebenfalls mit vier Punkten nach zwei Spielen gestartet, am Ende habe die Kleeblätter gerade so die Klasse gehalten. Die Fans in Franken träumen dennoch. Mit disziplinierten Auftritten wie am Montag könnte es in diese Jahr auch in die andere Richtung gehen. Das Beispiel von Erstliga-Neuling Darmstadt lässt grüßen.

RB Leipzig hat den teuersten Kader der 2. Bundesliga, 15,6 Millionen Euro sollen allein die Transfers gekostet haben. Irgendwo müssen die Rasenballer wohl sparen, denn wo die Spieler im Porsche durch die Gegend heizen, wird am Trainer gespart. Der fährt Moped.

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