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News Bei RB Leipzig als Feuerwehrmann gefragt: Stefan Ilsanker träumt von England
Sportbuzzer RB Leipzig News Bei RB Leipzig als Feuerwehrmann gefragt: Stefan Ilsanker träumt von England
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08:49 09.01.2017
Von Anne Grimm
Stefan Ilsanker RB Leipzig Ajax Amsterdam
Es gibt nur wenige Spieler, die das Pressing so verinnerlicht haben, wie RB Leipzigs Stefan Ilsanker. Quelle: Picture Point
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Lagos

Das Fußball-Gen ist Stefan Ilsanker in die Wiege gelegt worden. „Sobald ich laufen konnte, bin ich dem Ball hinterhergejagt. Der Fußball war meine erste große Liebe“, sagt der Österreicher. Sein Vorbild und Idol ist Vater Herbert, als Keeper wurde er Meister mit Austria, heute ist er Torwarttrainer bei Red Bull Salzburg. „Ich wollte auch so sein und Leute mit dem begeistern, was ich tue. Daher hat es für mich nie einen Zweifel daran gegeben, was ich später werden will“, sagt Ilsanker-Junior im Gespräch mit der LVZ während des Trainingslagers in Lagos.

Der Verein, Fußball und seine Familie. Sie gehören zusammen wie der Kaiserschmarrn und Ralph Hasenhüttl. Seinen jetzigen Trainer lernt „Ilse“ als kleiner Junge Mitte der 90er-Jahre bei Austria Salzburg kennen. Hasenhüttl war Zimmerkollege seines Vaters. „Die haben sich gut verstanden. Ich habe auch noch ein paar Erinnerungen, dass er und seine Frau sich nach den Spielen immer um mich und die anderen Kids gekümmert haben. Das war eine schöne Zeit.“

Verwechslung von Vater und Sohn

Auch Hasenhüttl schwelgt gerne mal in Erinnerungen. So trug es sich in dieser Saison bereits zu, dass der RB-Coach in einer Pressekonferenz seinen aktuellen Spieler beim Namen des Vaters nannte. Die Kopfballstärke, die der Trainer beschrieb, galt aber dem Leipziger Defensivallrounder. Hasenhüttl betont stets: „Ich weiß, was ich an Ilse habe.“

Immer wenn es in der Verteidigung brannte, war er zur Stelle. Mit seiner Zuverlässigkeit und Nervenstärke bildet Ilsanker einen wichtigen Baustein im Abwehrverbund des Aufsteigers. Seine angestammte „Lieblingsposition“ ist die Sechs, doch auch in der Innenverteidigung und sogar auf der rechten Abwehrseite durfte der österreichische Nationalspieler die Kohlen aus dem Feuer holen. „Rechtsverteidiger hatte ich bisher noch nicht gespielt, aber es war auch eine Erfahrung“, sagt der unaufgeregte Österreicher. In der Jugend des FSV Mainz stand Ilsanker sogar wie sein Vater im Tor.

Premier League lockt

Es gibt nur wenige Spieler, die das Pressing so verinnerlicht haben, wie er. Seit der Gründung von Red Bull Salzburg 2005 gehört Ilsanker zur RB-Familie. Bei den Profis genoss er die gemeinsame Zeit mit seinem Vater als Torwarttrainer und dem Doublegewinn: „Dass ich zusammen mit ihm in einem Verein arbeiten und ihn jeden Tag sehen durfte, war schon etwas Besonderes. Wenn du dann ein Spiel oder sogar Titel gewinnst und das zusammen mit dem Papa feiern kannst, das dürfen nicht viele erleben.“

Inzwischen ist Ilsanker seinem Idol sogar um etwas voraus. Seit 2014 gehört er zur österreichischen A-Nationalmannschaft und hat 21 Länderspiele bestritten. Das hat sein Vorbild nie erreicht. „Der Papa ist sehr stolz und versucht, bei jedem Länderspiel dabei zu sein“, sagt der Sohn. Obwohl der 27-Jährige fast ausschließlich für Red-Bull-Vereine spielte und ein großer Fan der Philosophie ist, wird es ihn wohl nicht für immer in Leipzig halten.

Sein Vertrag bei den Bullen läuft bis 2018. „Zu einem späteren Zeitpunkt würde ich gern einmal nach England gehen. Ich hoffe, dass ich mir das irgendwann erfüllen kann“, sagt Ilsanker – und träumt von der Premier League.