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News Leipziger Professor: „Rote Bullen sind Innovator der Liga“
Sportbuzzer RB Leipzig News Leipziger Professor: „Rote Bullen sind Innovator der Liga“
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18:58 07.09.2016
RB-Zentrum am Cottaweg
RB-Zentrum am Cottaweg Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Fußball ist ein großes Geschäft und auch Traditionsvereine orientieren sich mittlerweile an wirtschaftlichen Gegebenheiten. Vor der Begegnung zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig am Samstag hat Henning Zülch, Professor an der Leipziger HHL, die Perspektiven des Leipziger Bundesligisten umrissen. Der gebürtige Dortmunder beschäftigt sich unter anderem mit der Übertragbarkeit von betriebswirtschaftlichen Prinzipien auf die Führung von Sportvereinen. Zülch begreift RB Leipzig als ein „Start-Up-Unternehmen aus Sachsen mit viel Potenzial.“ Er sieht vor allem die Innovationskraft im Verein.

In seinen Augen unterscheiden sich RB Leipzig und so genannte Traditionsvereine in ihrer wirtschaftlichen Ausrichtung grundsätzlich nicht voneinander. „Fußball ist ein großes Geschäft geworden.“ Bayern München oder Dortmund würden inzwischen riesige Geldsummen bewegen. „Der Verein ist kein Verein mehr im klassischen Sinne“, erklärt Zülch. Die Clubs seien mittlerweile Unternehmen, welche sich den Marktgepflogenheiten – Angebot und Nachfrage – stellen müssten.

Zülch zieht Parallelen zwischen RB Leipzig und Dortmund. Der BVB als börsennotiertes Unternehmen sei auf wirtschaftlichen Erfolg ausgelegt. Auch bei den roten Bullen seien Geschäftsmodell, Strategie, Nachwuchsarbeit und attraktive Fußballspiele Markenzeichen und Ausdruck ihres Erfolgs, konstatiert der Wirtschaftswissenschaftler. In diesem Vergleich trete Dortmund als das etablierte Unternehmen auf, RB Leipzig sei der Herausforderer.

Perspektivisch sieht Henning Zülch RB Leipzig als Innovator in der ersten Bundesliga. Sportlichen Erfolg in Form von Titeln hält er für nicht unwahrscheinlich. Allerdings müssten die roten Bullen an ihrer Fanbasis arbeiten. Noch sei die Verbundenheit und Verwurzelung in der Region noch nicht so groß, wie zum Beispiel bei Dortmund. „Vielfach besteht immer noch das Gefühl, dass für den Verein die Stadt austauschbar sei.“

joka