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Sportbuzzer RB Leipzig News Leipziger Wirtschaftsforscher warnt RB vor Umzug
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13:58 01.11.2016
Warnt RB vor einem Stadion-Neubau auf der grünen Wiese: HHL-Wirtschaftsforscher Professor Henning Zülch  Quelle: HHL
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Leipzig

Während sich der Bundesliga-Zweite RB Leipzig auf das nächste Heimspiel gegen Mainz (Sonntag, 15.30 Uhr) vorbereitet, nimmt die öffentliche Debatte um einen möglichen Stadionneubau der Rasenballer außerhalb der Stadt an Schärfe zu. Mit Henning Zülch, Professor an der Leipziger Handelshochschule (HHL), hat sich jetzt erstmalig ein renommierter Wirtschaftsforscher zu Wort gemeldet. „Leipzig ist das Herz dieses Vereins. Und wenn der Klub ignorieren sollte, dass die Stadt im Mittelpunkt steht, dann bekommt er ein großes Glaubwürdigkeitsproblem“, sagte Zülch in einem Interview gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“ (Dienstag-Ausgabe).

Schon das konkrete Nachdenken über einen Stadionneubau von RB wertet der Experte als eine „gewisse Orientierungslosigkeit, was die Identitätsfindung des Vereins“ angehe. „Niemand will mit der Familie sonntags zum Autobahnkreuz rausfahren“, warnte er vor den Folgen eines Umzugs. In dieser Frage müsse das Management Weitblick beweisen, fordert Zülch, der als Wissenschaftler über die wirtschaftlichen Folgen von Bundesliga-Standorten forscht und sich damit bundesweit einen Namen gemacht hat.

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Laut Zülch, dessen Fußballherz für Borussia Dortmund schlägt, habe RB zwar ein gewaltiges Fan-Potenzial, das er auf einer Stufe mit dem FC Bayern sieht, lasse bislang aber noch kein klares Vereinsprofil erkennen. Solange der Verein nur Attribute wie „jung, dynamisch und erfolgshungrig“ für sich reklamiere, bleibe er austauschbar. „Die entscheidende Frage wird sein, wie nachhaltig, wie dauerhaft der Erfolg und wie stark die Symbiose mit der Stadt Leipzig ist“, sagte er.

Der Erfolg gebe dem Verein zwar zunächst mal Recht und es müsse auch erlaubt sein, Fehler zu machen, so Zülch. Sollte der Verein dann den eingeschlagenen Weg mit aller Konsequenz fortsetzen, sei er aber überzeugt, dass RB das nächste Bayern München werde. „RB kanalisiert ein Selbstbewusstsein, dass die Region lange nicht hatte“, sagte er. „Der Verein muss nun beweisen, dass er diese positiven Gefühle nicht missbraucht.“

Von André Böhmer