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News Nach Coltorti-Verletzung: RB Leipzig sucht neuen Stammtorhüter – Erkrankung bei Demme
Sportbuzzer RB Leipzig News Nach Coltorti-Verletzung: RB Leipzig sucht neuen Stammtorhüter – Erkrankung bei Demme
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21:52 22.07.2014
Von Matthias Roth
RB-Torhüter Fabio Coltorti verletzte sich am Montag im Training.
RB-Torhüter Fabio Coltorti verletzte sich am Montag im Training. Quelle: Christian Nitsche
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Leipzig

 

Ersatzkeeper Benjamin Bellot kommt für Zorniger als neue Stammkraft zwischen den Pfosten nicht in Frage. „Ich trage die Verantwortung für die Mannschaft, das Risiko wäre zu groß“, begründete Zorniger seine Entscheidung. Bellot hatte Coltorti schon einmal vertreten. Im vergangenen November hatte sich der Schweizer im selben Knie das Innenband schon einmal gerissen. Vertreter Erik Domaschke fiel kurz darauf ebenfalls mit einer Verletzung aus.

 

Bellot sorgte zunächst für Furore und hielt seinen Kasten in den ersten sechs Spielen sauber. Für Zorniger war die Konstellation schon damals riskant. Hinter Bellot saß mit Fabian Bredlow nur noch ein 18 Jahre alter Nachwuchsspieler auf der Bank. Zudem habe Bellot auch nicht fehlerfrei gehalten und lasse Ausstrahlung vermissen. „Die Entscheidung damals nehme ich auf meine Kappe“, so Zorniger. Jetzt spiele seine Mannschaft noch eine Klasse höher, da müsse RB reagieren.

 

Mögliche Kandidaten nannte Zorniger noch nicht. Ein gestandener Mann müsse her. „Wir holen keinen Torhüter der nur 1,80 Meter groß und in fünf oder sechs Jahren vielleicht Nationalkeeper von Liechtenstein ist“, betonte der Trainer. Obwohl die neue Saison bereits in der kommenden Woche mit dem Spiel gegen Aalen beginnt, hetzen lassen will sich der Aufsteiger nicht. „Dann beginnen wir die ersten Spiele mit Benny“, so Zorniger.

 

Coltorti hatte sich am Montagvormittag das Innenband bei Training angerissen. Der Schweizer blieb im Rasen hängen. Zunächst sah alles gar nicht so schlimm aus. Am Nachmittag wurden die Schmerzen aber stärker und es wurde klar: Hier handelt es sich um eine schlimmere Verletzung. Eine MRT-Untersuchung am Dienstag bei Spezialist Dr. Ulrich Bönisch in Augsburg, der schon millionenschwere Fußballergelenke wie das von Sami Khedira heilte, brachte dann die Gewissheit: Das Innenband hängt nur noch an einer kleinen Stelle zusammen.

 

Dennoch: Coltorti soll nicht erneut unters Messer. Die Roten Bullen wollen eine Operation vermeiden, die Verletzung soll konservativ behandelt werden. Im Augenblick veranschlagt der Zweitligist eine Pause von drei Monaten. Sollte Coltorti tatsächlich nach einem Vierteljahr wieder fit sein, so wie zuvor wird es für ihn nicht wieder werden. Bisher war er nicht nur der große Rückhalt bei RB Leipzig mit seiner Erfahrung aus der spanischen Primera Division – Coltorti war auch der unbestrittene Chef zwischen den Pfosten. „Wir haben heute telefoniert, er weiß, dass wir uns umsehen“, berichtete Zorniger. Er werde den Konkurrenzkampf um die Nummer eins annehmen müssen. Der Ausfall tue ihm weh, so der Trainer, auch weil Fabio Coltorti zuletzt gegen Paris seine „unglaubliche Qualität“ gezeigt habe.

 

Diego Demme ist erkrankt

Neben Coltorti macht dem Trainer noch ein weiterer Ausfall zu schaffen. Diego Demme leidet an einer Viruserkrankung. „Wir wissen noch nicht was es ist, es sind nicht alle Blutbilder ausgewertet“, so Zorniger. Pfeiffersches Drüsenfieber ist eine von mehreren Möglichkeiten. Ausgerechnet Demme: „Er ist einer meiner stabilsten Spieler“, sagte der Übungsleiter.

Am Mittwoch im Test gegen den FC Getafe (Anstoß um 20 Uhr), der spanische Erstligist macht einen Abstecher vom Trainingslager in Herzogenaurach nach Leipzig in die Red Bull Arena, will Zorniger noch einmal verschiedene Varianten testen, bevor dann am kommenden Sonnabend beim abschließenden Vorbereitungsspiel gegen die Queens Park Rangers in Gera auch die Elf für den Zweitligaauftakt auflaufen soll.

Anders als gegen Paris will Zorniger mit einem 4-4-2-System starten. In der Spitze sollen Daniel Frahn und Terrence Boyd beginnen, dahinter eine Reihe mit Yussuf Poulsen. Keine Rolle im Sturm spielt mehr Denis Thomalla. Mit ihm und auch Matthias Morys war Zorniger in der Saisonpause dennoch vollauf zufrieden. „Denis spielt auf der Sechserposition, er ist kein Torjäger“, hat der Trainer erkannt.

Matthias Roth