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17:38 29.02.2016
RB-Chefcoach Ralf Rangnick ist kein Freund von Manndeckung. Quelle: dpa
Leipzig

Schlecht gespielt und trotzdem gewonnen – RB Leipzig kann offenbar nicht mal mehr Rumpelfußball vom Aufstieg ins Fußball-Oberhaus abhalten. Trotz der Schmerzen, die Bullen-Fans beim Zuschauen empfunden haben müssen, wanderte das Gezerre der Rangnick-Elf zuletzt gegen Paderborn auch am Montag noch nicht zu den Akten. Grund waren die inzwischen vielzitierten Worte des Cheftrainers, der verlustgeglaubte Fußballtaktik beim Gegner aus Ostwestfalen entdeckt hatte: beinharte Manndeckung. Für den Hort des modernen Fußballs am Cottaweg ist das praktisch der Inbegriff von Rasenballsport-Prähistorik.

„Zwei Dinge haben uns in Paderborn Probleme bereitet: schwierige Platzverhältnisse und die ungewöhnliche Spielweise des Gegners. Aber, noch einmal: Manndeckung ist trotzdem natürlich ein legitimes Mittel“, so Rangnick am Montag vor geladener Presse-Meute. Seine Schützlinge seien am Freitag allerdings mittelschwer irritiert gewesen, weil ihnen die Paderborner auf Schritt und Tritt im Nacken saßen. Anspielmöglichkeiten somit: Mangelware. Kreative Entfaltung der Offensivkräfte: praktisch unmöglich. Ein Eckstoß und der Kopf von Abwehrkante Marvin Compper brachten dennoch drei Punkte. Anderenorts würde man sagen: klassischer Bayern-Dusel.

„So selbstkritisch muss man sein: Wir haben leider nicht die richtigen Antworten auf das Spiel von Paderborn gefunden“, gestand Rangnick 72 Stunden später. Richtig wäre laut Chefcoach gewesen: „Den Gegner rausziehen und so Räume schaffen.“ Am besten funktioniere das Pressing-System ohnehin, wenn der Gegenüber in Ballbesitz zu Fehlern gezwungen werden kann. Aber auch das hatte ob der defensiven, überfallartig spielenden Paderbornern eher Seltenheitswert. Die Ostwestfalen, zähnefletschend eingestellt vom „Tiger“ Effenberg, rannten und rackerten, hatten besten Möglichkeiten – aber eben kein Fortune.

Heidenheim kommt mit Thomalla

Szenenwechsel, ähnliche Ausgangslage: Nur fünf Tage nach Paderborn heißt der Gegner nun Heidenheim. Der Tabellensiebente gastiert am Mittwochabend in der Red Bull Arena (Anstoß 17.30 Uhr), wird wohl ebenfalls zweikampfbetonten Defensivbeton anrühren – so die Vorab-Analyse vom Cottaweg. „Die sind sehr kompakt und körperlich ausgerichtet, haben vorn aber auch ihre Qualitäten“, sagt Ralf Rangnick und meint damit unter anderem Denis Thomalla.

Der quirlige 23-Jährige wurde einst vom Leipziger Chefcoach selbst für die Hoffenheimer Jugendabteilung entdeckt, gehörte dann bis zum Sommer auch zum Personal in der Messestadt. Seither gelangte der Mittelstürmer über Lech Posen ins Württembergische. „Denis ist ein technisch exzellenter Spieler. Ich wünsche ihm, dass er nun mal länger bei einem Verein bleiben kann. Gegen uns treffen soll er aber nicht“, sagt Rangnick.

Verhindern möge Thomallas Erfolgserlebnis auch wieder Marvin Compper. Der 30-Jährige ist trotz leichter Bauchmuskelprobleme in Top-Form, hält hinten dicht und trifft vorn, wie seit Langem nicht. Neben seinem Tor gegen Paderborn steht eine Bude gegen Braunschweig und eine Vorlage gegen Union Berlin auf der Habenseite.

Ähnlich gut lief es für den gebürtigen Tübinger zuletzt in den Jahren bei Hoffenheim, als Compper Tuchfühlung zur DFB-Nationalelf aufnahm. „Früher, in der Jugend, hab ich ja auch schon mal öfter getroffen“, gab der Innenverteidiger am Montag preis. Damals, beim SV Bühl, sei die Ausbeute sogar mal dreistellig gewesen. Oha! Allerdings musste Compper hier nicht auf Eckbälle warten, sondern war im Sturmzentrum fürs Toreschießen hauptverantwortlich.

Von Matthias Puppe

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