Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
News RB Leipzig zum Zweitliga-Auftakt ohne Europameister Kimmich – Aalen ohne Ultras
Sportbuzzer RB Leipzig News RB Leipzig zum Zweitliga-Auftakt ohne Europameister Kimmich – Aalen ohne Ultras
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:58 01.08.2014
Von Anne Grimm
Joshua Kimmich bekommt zum Zweitliga-Auftakt frei. Quelle: Christian Nitsche
Anzeige
Leipzig

Trainer Alexander Zorniger gab seinem Schützling ein Wochenende frei. „So arg oft wird der Junge sicher nicht mehr diesen Titel gewinnen“, begründete der Coach seine Entscheidung. Trotzdem trägt die Startelf der Leipziger fast dasselbe Gesicht, wie in der Rückrunde der 3. Liga. Es ist also nicht alles neu, in Liga zwei.

Gleich zum Auftakt gibt es erneut Fanproteste: Der VfR Aalen reist ohne seine Ultras in die Messestadt. Die treffen sich lieber zum gemeinsamen TV-Erlebnis in der schwäbischen Heimat. Im Internet luden sie zum Vortrag „Gefahren Red Bull“ sowie Dosenwerfen mit lukrativen Preisen auf. VfR-Sprecher Sebastian Gehring rechnet trotzdem mit 150 Unterstützern. Ohne den Boykott wären doppelt so viele Gäste-Fans gekommen.

Anzeige

RB-Kapitän Daniel Frahn sagt: „Man muss nicht immer mit der Keule auf uns drauf hauen. Immerhin sieht man in der Stadt und Region, dass die Fans Farbe zu uns bekennen, ihr Trikot nicht erst im Stadion anziehen.“ Sportdirektor Ralf Rangnick lässt das kalt: „Wenn unsere Kritiker Recht hätten, müssten wir es ja so machen wie die Bayern und Spieler von unseren Hauptkonkurrenten kaufen, um sie zu schwächen. Wir haben weder in der 3. noch in der 2. Liga Neuzugänge von Kontrahenten verpflichtet.“ Und Zorniger untermauert: „Wir arbeiten mit Kontinuität. Aus dem Regionalligajahr sind noch elf Spieler im Team.“

Auch deshalb ist für die meisten Leipziger Fußballer Liga zwei komplettes Neuland. Zorniger feiert gegen den VfR Aalen seine Premiere als Chefcoach in dieser Spielklasse. Rangnick schätzt, dass der RB-Kader „die wenigsten Zweitliga-Minuten aller Teams auf dem Buckel hat“. Deshalb sei er es auch leid, in der Pressekonferenz über einen weiteren Durchmarsch oder ähnliches zu sprechen. Zorniger ist da redefreudiger: „Wir sind nun zweimal hintereinander aufgestiegen und wollen diese neue Liga auch genießen, uns aber nicht auf dem Erreichten ausruhen.“

Khedira einziger Neuzugang in der Startelf

Rani Khedira darf gegen Aalen von Beginn an ran. Quelle: GEPA Pictures

Vorteile besitzen die Leipziger zum Start am Samstag dennoch. Nicht nur, weil ihnen mehr als 20.000 Fans im heimischen Stadion den Rücken stärken werden, sondern auch, weil das Team sich bestens kennt. Rani Khedira wird wohl, auch aufgrund von Verletzungen, als einziger Neuzugang in Zornigers Startelf zu finden sein. Die Baden-Württemberger verpflichteten hingegen im Sommer gleich zwölf neue Spieler und müssen wegen eines Magen-Darm-Infekts um ihren Kapitän Leandro Grech bangen. Allerdings waren die schwäbischen Stehaufmännchen in den vergangenen zwei Spielzeiten nie zu unterschätzen, belegten die Mittelfeld-Plätze neun und elf.

   

Zorniger kann bis auf die Langzeitverletzten Fabio Coltorti, Terrence Boyd, Henrik Ernst, Mikko Sumusalo und Fabian Franke auf alle Spieler zählen. Der ungarische Neuzugang Zsolt Kalmar wird am Samstag noch nicht im Kader stehen, soll noch etwa eine Woche Zeit zur Eingewöhnung bekommen. Wie viele Transfers Rasenballsport bis zur Deadline am 31. August noch tätigen will, ließ Rangnick offen. Er bestätigte nur, definitiv auf der Torhüter- sowie der Innenverteidigerposition wegen der Verletzungen von Coltorti und Franke aktiv zu werden.

Dafür informierte RB am Freitag über die Vertragsverlängerung mit einem regionalen Bierunternehmen. Ein neues Pferd im Sponsoren-Stall ist außerdem ein bekannter Sportwetten-Anbieter, dessen Werbe-Ikone kein geringerer als „Titan“ Oliver Kahn ist. Der ehemalige Bayern-Torhüter, inzwischen TV-Experte, wird demnächst auch bei einem Heimspiel des Zweitliga-Aufsteigers aufkreuzen.

Der neue RB-Bus bietet Spielern, Trainern und Betreuern viel Komfort. Quelle: Christian Nitsche

Der neue Bus der Bullen stand am Freitag auch zur Besichtigung bereit: W-Lan, Küche, Spielecke, Ledersitze, Multimedia und vieles mehr versüßen nun die weiten Fahrten in Liga zwei. Das Wichtigste allerdings: Der Bus hat eine grüne Plakette, darf im Gegensatz zu seinem neun Jahre älteren Vorgänger in alle Städte und an alle Stadien fahren.

Anne Grimm