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News Rangnick nach Bundestrainer-Besuch: „Stört mich, dass es nur um Werner geht“
Sportbuzzer RB Leipzig News Rangnick nach Bundestrainer-Besuch: „Stört mich, dass es nur um Werner geht“
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13:18 29.01.2017
Bundestrainer Jogi Löw und RB Leipzig-Sportdirektor Ralf Rangnick beim Spiel RB-Hoffenheim in der Red-Bull-Arena.  Quelle: Imago
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Leipzig

Sportdirektor Ralf Rangnick spricht nach dem Erfolg im Spitzenspiel gegen Hoffenheim über Nationalmannschaftskandidaten, die Mentalität von RB Leipzig, anstehende Transfers bis das Fenster am 31. Januar wieder schließt, sowie die nächste Herausforderung beim BVB.

Sie haben gesagt, wenn die Mannschaft vier Punkte aus den ersten drei Spielen nach der Winterpause holt sind Sie überzeugt, dass RB Leipzig vorne dabei bleibt. Nun waren es schon sechs Punkte aus den ersten zwei Spielen…

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Jetzt bin ich noch genauso davon überzeugt, dass wir das können. Ich habe auch vorher gesagt, dass es gegen einen direkten Konkurrenten ein Sechs-Punkte-Spiel ist. Wir haben jetzt elf Punkte Vorsprung auf Hoffenheim und zehn auf Frankfurt. Das ist schon mal gut. Trotzdem führt weiter kein Weg daran vorbei, von Spiel zu Spiel zu denken sowie die Mannschaft von Spiel zu Spiel weiter zu entwickeln. Heute waren wir zum ersten Mal zu Hause in Rückstand und hatten vorher schon zwei glasklare Chancen, die wir nicht genutzt haben. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir bisher in einem Heimspiel in der Ersten Liga so viele klare Möglichkeiten hatten. Deswegen war es ein nächster Entwicklungsschritt, so ein Spiel nach einem Rückstand noch zu drehen.

Nach dem Sieg gegen Hoffenheim war auch von erzwungenem Glück die Rede.

Die große Stärke neben der taktischen Art und Weise wie wir spielen ist die Mentalität. Deswegen war es für mich auch kein Zufall, dass so ein Spieler wie Marcel Sabitzer das Tor zum 2:1 geschossen hat. Denn er befindet sich in einer Topform, hat wieder viel gearbeitet und starke Pässe gespielt.

Der Bundestrainer hat sich das erste Mal ein Heimspiel von RB Leipzig angeschaut…

Wenn der Zweite gegen den Dritten spielt und man verstärkt in Berlin ist, kann man schon mal vorbei kommen. Das ist nicht so etwas Außergewöhnliches. Zurzeit hat er ja auch nicht so viel zu tun. Deswegen ist es für mich eher eine Selbstverständlichkeit, dass er da ist. Was mich nur ein bisschen stört, dass es nur um Timo Werner geht. Wir haben auch noch ein paar andere deutsche Spieler. Heute waren fünf Deutsche in der Startformation, die er auch gesehen hat.

Zwei davon spielen in der Abwehr. Willi Orban, Marcel Halstenberg.

Ja, da braucht man auch Spieler. Es ist ja nicht so, dass sie dafür nicht in Frage kommen. Aber wir tun so, als ob Jogi Löw nur wegen Timo Werner einen Grund hat, hier her zu kommen. Das sehe ich nicht so.

Hatten Sie Kontakt zu ihm?

Nein, er saß in der Loge in der sechsten Etage und ich sitze immer in der fünften Ebene. Nachdem wir noch kein Heimspiel verloren haben, gab es auch keinen Grund, daran etwas zu ändern. Das hätte ich mir dann nicht verziehen, wenn es nicht geklappt hätte.

Wie bewerten Sie die Entwicklung von Timo Werner?

Seine ganz große Stärke ist, immer dabei zu sein, immer gegen den Ball zu arbeiten. Er ist extrem schwer zu verteidigen, wenn er Tempo und Speed hat. Auch bei dem Tor heute ist er dabei, kommt als Zweiter neben Naby dazu. Er zeigt, dass er stark im Abschluss ist. Trotzdem hat er gegen Hoffenheim ein paar technische Dinge drin gehabt, die er auch schon besser gemacht hat. Insgesamt ist es natürlich fantastisch, dass er elf Tore in 18 Spielen erzielt. Das musst du erstmal machen. Über diesen Transfer sind wir natürlich sehr, sehr happy.

Apropos Transfer: Passiert in diesem Transferfenster noch etwas bei RB Leipzig?

Wenn alles normal läuft, wird der Transfer von Zsolt Kalmar an diesem Wochenende noch über die Bühne gehen. Aber wir werden ganz sicher niemanden mehr holen.

Machen Ihnen die Punkte und der Tabellenplatz das Planen für die nächste Saison jetzt schon leichter?

Nein, mit 42 Punkten bleiben wir zwar in der Liga, insofern haben wir wahrscheinlich heute rechnerisch die Klasse gehalten. Sollten wir nächste Saison tatsächlich international spielen, dann ändert sich nur die Zahl der Spieler, die wir holen. Dann kann es sein, dass wir zwei mehr holen als sonst. Weil wir für unsere intensive Spielweise dann vielleicht auch zwei Zehner im Kader brauchen. Aber das ist Zukunftsmusik.

Was wird es für ein Spiel in Dortmund nächste Woche?

Das nächste Spitzenspiel. Auch ein heißes Spiel. Wenn Dortmund noch ganz vorne rankommen will, müssen sie gewinnen. Es ist natürlich auch eine Herausforderung, vor 80.000 Zuschauern und der gelben Wand zu spielen. Nach diesen zwei Siegen fahren wir aber deutlich zuversichtlicher und lockerer dahin. Wir haben nicht den großen Druck, dass wir dort gewinnen müssen. An einem Toptag können wir auch Dortmund auf Augenhöhe begegnen.

Wenn Sie das Spiel noch gewinnen, werden die Saisonziele revidiert?

Wer sagt das? Ich glaube nicht, dass es einen Zeitpunkt gibt, an dem ich etwas anderes sage, als das wir das nächste Spiel gewinnen wollen. Höhere Ziele können wir doch nicht formulieren. Wenn wir als Aufsteiger nach Dortmund fahren und sagen, wir wollen dort gewinnen – ambitionierter geht es glaube ich nicht.

Notiert von Anne Grimm

Restkarten

...für die Auswärtspartie in Dortmund verkauft RB Leipzig am Montag, 30. Januar, ab 10 Uhr über seine Webseite.