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News Spenden aus dem Kleiderschrank: Profis von RB Leipzig helfen Flüchtlingen
Sportbuzzer RB Leipzig News Spenden aus dem Kleiderschrank: Profis von RB Leipzig helfen Flüchtlingen
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11:02 30.08.2015
Lars Menzel von den Johannitern im Gespräch mit Fabio Coltorti und Marvin Comper (von links). Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Die Spieler von RB Leipzig haben ihr Versprechen gehalten und Sachen für Flüchtlinge in Leipzig gesammelt. Am Sonnabend gaben Torhüter Fabio Coltorti und Abwehrspieler Marvin Compper die rund 30 Säcke und Kisten bei der Zentralen Spendenstelle in der Berliner Straße 69 ab.

„Der Brandanschlag in Stötteritz Anfang der Woche hat uns erschrocken“, sagten Compper und Coltorti. Danach wollten sie unbedingt mit einer Aktion helfen. Per Mannschaftschat in den sozialen Netzwerken trommelte Compper seine Kollegen zusammen. Jeder sollte in seinen Schrank schauen und private Kleidungsstücke für Bedürftige mit zum Training bringen. Zeugwart Peter Hergert schaute zudem in seinem Lager nach und packte einen Container mit Sportbekleidung und Bällen. Auf diesem Weg füllte der Zweitligist einen ganzen Kleintransporter.

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Die Mannschaft vom Bundesligisten RB Leipzig hat am Samstag annähernd 30 Säcke mit Kleidung und Sportsachen in die zentrale Spendensammelstelle gebracht, um Flüchtlingen zu helfen. (Bilder: Dirk Knofe)

„Es ist sehr beeindruckend, wenn ein Verein wie RB so klare Kante zeigt“, sagte Lars Menzel von den Johannitern, der gemeinsam mit Sonja Brogiato vom Flüchtlingsrat die Spenden annahm. Schnell kamen sie mit den beiden Profis ins Gespräch und erfuhren, dass die Spieler auch in Leipziger Drogerien unterwegs waren. „Wir sind beide Familienväter und wissen was gebraucht wird“, so Compper. Also kauften sie zusätzlich noch Windeln und Shampoo ein.
Zudem hatten die Spieler auch eine Überraschung für die ehrenamtlichen Helfer dabei und überreichten Fanschals, Autogrammkarten sowie Karten für RB-Heimspiele.

Für Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick ist das Engagement auch ein persönliches Anliegen. „Ich bin selber das Kind einer Flüchtlingsfamilie“, sagte er. Seine Eltern hätten sich nach dem 2. Weltkrieg in einem Flüchtlingslager in Glauchau kennengelernt, nachdem sein Vater aus Königsberg und seine Mutter aus Breslau geflohen waren. „Deswegen ist das für mich selbstverständlich, dass wir diesen Menschen alle erdenkliche Hilfe geben“, sagte Rangnick.

Die Spenden der Fußballer will Menzel ganz normal verteilen. „Da wird nichts bevorzugt vergeben“, so der Helfer. In den kommenden beiden Wochen öffne zudem eine weitere Sammelstelle. Laut Menzel solle sie in Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungswerk entstehen. Der genaue Ort stehe noch nicht fest.