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Sportbuzzer RB Leipzig News Union Berlin verurteilt Übergriff auf drei RB-Anhängerinnen
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08:56 03.09.2015
Von Matthias Roth
"Penetranter Gestank nach Buttersäure": Die RB-Fans erlebten ein unangenehmes Umfeld in der Alten Försterei. Quelle: Gepa
Leipzig/Berlin

Es sollte ein netter Fußballausflug mit Familienbesuch werden. Für eine 27-jährige Leipzigerin endete das Auswärtsspiel von RasenBallsport beim 1. FC Union Berlin am vergangenen Freitag mit wüsten Beschimpfungen, tätlichen Übergriffen und Angst.

Die junge Frau will die Sache nicht auf sich beruhen lassen und hat deshalb jetzt einen offenen Brief an den Traditionsverein aus Köpenick geschrieben. Zuvor hatte sie bereits bei der Polizei Anzeige erstattet. Nachzulesen ist ihr Schreiben auch in den sozialen Netzwerken, wo es der Bulls Club, eine offizielle Fangruppierung von RB Leipzig, veröffentlicht hat

Die Briefautorin will ihren Namen aus Angst vor weiteren Übergriffen nicht veröffentlichen. Sie begleitet die Roten Bullen seit gut anderthalb Jahren zu Auswärtspartien. In einem der Fanclubs ist sie nicht organisiert. Auf das Spiel in der Alten Försterei freute sie sich ganz besonders. „Dort gibt es ein tolles Stadion und interessante Choreografien“, so die Leipzigerin. Gemeinsam mit ihrer Mutter machte sie sich im Kleinwagen auf nach Berlin. In der Hauptstadt holten sie noch ihre dort lebende Tante ab, danach ging es zum Stadion in die Wuhlheide.

Im Kerngebiet von Union

„Wir waren etwas spät dran, haben uns vom Navi leiten lassen und freuten uns, noch in einer Sackgasse einen Parkplatz zu finden“, berichtet die 27-Jährige gegenüber LVZ.de. Da sich auch ihre Tante in dem Bezirk nicht auskennt, bemerkten sie zunächst nicht, dass sie im Kerngebiet der Eisernen ihren Wagen abgestellten. Der Weg zur Heimtribüne ist nur noch wenige Meter weit entfernt, die Union-Fankneipe „Abseitsfalle“ befindet sich um die Ecke. Genau das sollte den drei Frauen auf dem Rückweg zum Verhängnis werden.

„Aufgrund unserer Ortsunkenntnis fuhren wir gegen 21.30 Uhr genau an der Abseitsfalle vorbei“, so der RB-Fan. Anhänger des 1. FC Union erkannten das Leipziger Kennzeichen am Auto und umstellten es. „Sie waren augenscheinlich alkoholisiert und aggressiv“, sagte die Leipzigerin. Für sie folgten Minuten purer Angst. Die 27-Jährige erinnert sich: „Das Auto wurde mit Getränken beworfen und ich als dumme Hure beschimpft. Meiner Tante auf dem Beifahrersitz schlugen sie ins Gesicht. Dabei erlitt sie leichte Blessuren und ihre Brille wurde beschädigt.“  Schließlich gelang dem Trio die Weiterfahrt.

RB-Fans seien verbale Attacken zwar nicht fremd. „Physische Übergriffe gehen aber zu weit“, meint die Leipzigerin. Vom 1. FC Union erwartet sie jetzt eine Reaktion. „Der Verein soll sich von dem Vorfall zumindest distanzieren“, so die 27-Jährige.

Und noch eine Entwicklung hat sie zu ihrem Schreiben bewogen: Die Gewalt greife im Fußball immer mehr um sich. „Deshalb habe ich jetzt auch den Mund aufgemacht“, erklärt die junge Frau. Sie und ihre Begleiter haben Anzeige gegen die Täter erstattet. Einschüchtern wolle sie sich aber nicht lassen. „Wir werden weiter zu Auswärtsspielen fahren“, so Bullen-Anhängerin.

"Entspricht nicht den Werten von Union"

„Ein solches Verhalten ist nicht tolerierbar und entspricht nicht den Werten des 1. FC Union Berlin. Wir hoffen, dass die Täter polizeilich ermittelt werden können und sich rechtlich für ihr Verhalten verantworten müssen, teilte am Mittwoch Union-Sprecher Christian Arbeit gegenüber LVZ.de mit. Der 1. FC Union Berlin folgt der Leipzigerin inzwischen bei Twitter. Dort hat sie den Brief ebenfalls veröffentlicht.

Und noch einen Vorfall prangert die Leipzigerin an. „Im Gästeblock hat es penetrant nach Buttersäure gestunken“, berichtet sie. Allerdings sei das keine Überraschung, sondern schon aus dem Vorjahr bekannt gewesen.

Union-Sprecher Christian Arbeit: „Der Gästebereich ist vor dem Spiel durch unseren Ordnungsdienst und die Polizei kontrolliert und ohne jegliche Beeinträchtigung vorgefunden worden. Erst nach dem Betreten des Gästeblocks durch die Karteninhaber kam es zu der beschriebenen Geruchsbelästigung. Die Polizei, die den Vorgang aufgenommen hat, spricht hier von handelsüblichen Stinkbomben, deren Einsatz zwar lästig, aber nicht strafbewehrt seien.“

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