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Sportbuzzer RB Leipzig News Warum Rangnick Ronaldo nicht holte und gegen Frankfurt umbauen muss
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02:31 12.12.2015
RB-Trainer Ralf Rangnick plagen vor dem Spiel am Sonntag gegen den FSV Frankfurt Verletzungssorgen.  Quelle: GEPA pictures
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Leipzig

Ralf Rangnick ist in Plauderlaune. In der Pressekonferenz vor dem Sonntagsspiel gegen den FSV Frankfurt wird der RB-Coach am Freitag an eine mehr als 21 Jahre alte Anekdote erinnert. Ja es stimme, sagt Rangnick: 1994 habe er Ronaldo, späterer brasilianischer Stürmerstar und zweifacher Weltmeister, gescoutet – aber nicht zum VfB Stuttgart geholt.

Rangnick, damals A-Jugend-Coach und Nachwuchskoordinator der Schwaben, erhielt einen Anruf von VfB-Manager Dieter Hoeneß. Er solle nach Brasilien fahren und sich den damals 17-Jährigen anschauen. Er zweifelt zunächst, doch ein Spiel von Ronaldos Klub Belo Horizonte und zwei getauschte Trikots später ist Rangnick vom Mega-Talent überzeugt. „Das war nicht so schwer. Das hätte sogar meine Oma gesehen.“ Doch statt in die Bundesliga wechselt Ronaldo für 9,5 Millionen Mark zum PSV Eindhoven, schießt in 57 Spielen 54 Tore und wird später für die Rekordablöse von 50 Millionen Mark von Inter Mailand zum FC Barcelona gelockt. „Sechs Millionen Dollar für einen relativ unbekannten 17-Jährigen“, versucht Rangnick heute zu erklären, „das war damals ausgeschlossen.“

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War Ralf Rangnick zu teuer: Brasiliens Ex-Superstar Ronaldo. Quelle: dpa

Klostermann fehlt, Kaiser kehrt zurück

Yussuf Poulsen, damals gerade geboren, sitzt am Freitag in der Ecke des PK-Raums und schmunzelt. Der RB-Stürmer hat im Sommer Angebote aus England und der Bundesliga ausgeschlagen und sich entschieden, beim Zweitligisten in Leipzig zu bleiben. Der Vertrag wurde im September bis 2019 verlängert. Nach schwierigem Saisonstart und monatelanger Reservistenrolle hat sich der 21-Jährige zurück ins Team gebissen. So richtig zündete Leipzigs „Danish Dynamite“ am vergangenen Sonntag, als er bei der 4:2-Sensation gegen den MSV Duisburg doppelt traf (Rangnick: „Solche fünf Minuten wie zum Schluss habe ich in meiner Trainerlaufbahn noch nicht erlebt“). Am Sonntag wird Poulsen wahrscheinlich wieder in der Startelf stehen, zusammen mit Kapitän Dominik Kaiser, der nach seiner Gelbsperre ins Team zurückkehrt.

In der Abwehr muss Rangnick umstellen. Beim Training am Donnerstag zog sich Außenverteidiger Lukas Klostermann eine Muskelverletzung im Oberschenkel zu, fällt für sieben bis zehn Tage aus, nach Stand der Dinge auch nächste Woche bei Greuther Fürth. Durch den zusätzlichen Ausfall von Innenverteidiger Marvin Compper (Muskelfaserriss) fehlt die halbe Stammdefensive. Für Compper soll Atinc Nukan – Torschütze zum 3:2 gegen Duisburg – auflaufen. Georg Teigl könnte Klostermann ersetzen.

RB-Verteidiger Lukas Klostermann fällt mit einer Muskelverletzung gegen den FSV Frankfurt aus. Quelle: GEPA pictures

Wenn Freiburg patzt, ist die Tabellenführung drin

Selke und Marcel Sabitzer sind vor dem letzten Heimspiel des Jahres (Sonntag, 13.30 Uhr/Sportbuzzer-Liveticker) leicht angeschlagen, können aber spielen. Sabitzer besorgte im Hinspiel am Bornheimer Hang das glückliche Siegtor zum 1:0. „Er ist ein unbequemer Spieler“, lobt Rangnick den Österreicher, der mit bisher vier Toren drittbester Schütze hinter Selke (6) und Emil Forsberg (5) ist.

Für den Tabellenzweiten RB zählt gegen den auswärtsstarken Elften, der von Ex-RB-Coach Tomas Oral trainiert wird, nur ein Sieg. Dann wäre sogar die Tabellenführung möglich. Vom Papier her hat der punktgleiche Spitzenreiter SC Freiburg beim Verfolger 1. FC Nürnberg am Sonntag die schwerere Aufgabe.

Rangnick warnt jedoch vor einem tief stehenden Gegner aus Hessen, der auswärts erst fünf Gegentore kassiert und nur ein Spiel verloren hat. Er und fordert von seiner Mannschaft vor allem eine bessere Chancenverwertung als in der ersten Halbzeit gegen Duisburg. „Ich kann niemandem ein Torspektakel versprechen“, sagt der 57-Jährige. „Auch wenn wir mit einem Tor Unterschied gewinnen, wäre ich zufrieden.“ Bereits 18.000 Tickets gingen bis Freitag weg. Zur Einstimmung trafen sich am Donnerstagabend Trainer und Mannschaft mit den offiziellen Fanclubs zu einem Weihnachtsmarkt am Cottaweg.

Wo das Ronaldo-Trikot abgeblieben ist, weiß Rangnick übrigens nicht mehr so genau. „Ich glaube das habe ich an irgendjemanden verschenkt.“

Von Robert Nößler

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