Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
RB-Archiv 1. FC Nürnberg hatte Angst vor Randale bei RB Leipzig – NOFV: „Das ist Erpressung“
Sportbuzzer RB Leipzig RB-Archiv 1. FC Nürnberg hatte Angst vor Randale bei RB Leipzig – NOFV: „Das ist Erpressung“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:40 15.01.2013
Alexander Zorniger und sein Team müssen sich neue Testspielgegner suchen. Die U23 von 1860 München und des 1. FC Nürnberg sagten ihre Partien gegen RB Leipzig ab. Quelle: GEPA Pictures
Anzeige
Leipzig

„Aufgrund der unterschiedlichen Strukturen beider Vereine wäre es möglicherweise zu Störungen und damit zu einem sicherheitsrelevanten Spiel gekommen“, erklärte Wildermuth.

Aus sportlicher Sicht wäre die Begegnung aber „interessant“ gewesen, ergänzte sie. Die Franken hatten in der vergangenen Woche das bereits fest für den 19. Januar angesetzte Spiel storniert. Hintergrund waren Fanproteste im spanischen Trainingslager der ersten Mannschaft gegenüber Nürnbergs Sportdirektor Martin Bader.

Anzeige

„Als Traditionsverein mit einer starken, aktiven Fan- und Mitgliederszene, die gewollt ein gewichtiges Wort mitredet, besitzt der 1. FC Nürnberg eine andere Vereinsstruktur“, sagte Wildermuth mit Blick auf die Anhänger der Bullen.

Dieses Freundschaftsspiel wäre ihren Aussagen zufolge wegen des in der Nürnberger Fanszene negativ geprägten Rufs von RB Leipzig auf wenig Gegenliebe gestoßen. Unter Abwägung aller Gesichtspunkte, vor allem dem Aspekt, dass eine Störung nicht im Verhältnis zu einem Freundschaftsspiel der zweiten Mannschaft steht, sei der Club zu dem Entschluss gekommen, die Partie abzusagen.  

Der Bundesligist befürchtet nach dem Vorfall aber nicht, auch künftig zum Spielball der Fans zu werden. „Wir sind stolz, dass wir von einer solch breiten Fanszene unterstützt werden und stehen mit ihr selbstverständlich im Austausch“, so die Vereinssprecherin.

Milkoreit: Spielabsagen sind unakzeptabel

Rainer Milkoreit (67), Präsident des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) und Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), kann die Absage dagegen nicht verstehen. „Das ist Erpressung, das hat im Fußball nichts zu suchen, das ist unakzeptabel und zu unterbinden“, erklärte er im Interview mit der Leipziger Volkszeitung. Der DFB müsse nun an die Vereine appellieren, sich solche Dinge nicht gefallen zu lassen. Das könne nicht hingenommen werden, weil solche Fans dann bestimmen würden, ob gespielt werde oder nicht.

RB hat inzwischen einen neuen Gegner für das Testspiel am Sonnabend gefunden. Die Mannschaft von Trainer Alexander Zorniger trifft um 12 Uhr auf den österreichischen Regionalligisten (3. Liga) FC Liefering. Das Spiel wurde inzwischen vom Cottaweg in die Red Bull Arena verlegt. Trainiert wird das Reserveteam von RB Salzburg durch Peter Zeidler. Der Fußballlehrer stand einst als Co-Trainer an der Seite von Ralf Rangnick bei der TSG Hoffenheim.

Vor den Nürnbergern hatte bereits der TSV 1860 München II eine feste Zusage für einen Vergleich wieder zurückgezogen. „Wir wollen die Vorgänge nicht weiter kommentieren und werden auch keine Regressforderungen stellen“, sagte RB-Sprecher Sharif Shoukry und wollte damit das Thema nicht weiter anheizen.

Nationalspieler bei Liefering

Der FC Liefering absolviert in Leipzig derzeit ein Trainingslager und trifft zum Abschluss auf den deutschen Viertligisten. Star der Mannschaft ist René Aufhauser. Der 36-Jährige trug in 58 Spielen das Trikot der österreichischen Nationalmannschaft und spielte in den ersten Mannschaften von Austria und RB Salzburg. In Liefering lässt er nun seine Karriere ausklingen.

Liefering führt derzeit die Tabelle der West-Staffel mit zwei Punkten vor Austria Salzburg an. Pikant an der Konstellation: Der Stadtrivale war 2005 nach dem Einstieg von Red Bull beim damaligen Erstligisten Austria Saizburg neu gegründet worden. Der fangetragene Verein orientierte sich dabei an englischen Vorbildern wie dem FC United of Manchester und startete in der untersten Spielklasse. Im Punktspiel der Hinrunde trennten sich beide Vereine 1:1. Torschütze für Liefering war der einstige Internationale Aufhauser.

Zurück nach Leipzig: Statt der Münchner Löwen ist am 2. Februar der TSV Buchbach bei RB zu Gast. Die Mannschaft aus der Regionalliga Bayern belegt derzeit hinter dem FV Illertissen den zweiten Tabellenplatz. Der Liganeuling hat mit fünf Punkten Rückstand durchaus noch Chancen auf den Staffelsieg. Dann könnte es Ende Mai erneut zu einem Aufeinandertreffen mit den Leipzigern kommen – in der Relegation um den Aufstieg zur dritten Liga.

Die Testspiele von RB Leipzig im Überblick:

13.1.: RB LeipzigLVB Leipzig 7:0 (2:0)

19.1.: RB LeipzigFC Liefering, 12 Uhr, Red Bull Arena

20.1.: RB LeipzigSC Verl, 13.30 Uhr, Cottaweg

24.1.: RB LeipzigFC Winterthur, Trainingslager Belek

28.1.: RB Leipzig – FC St. Gallen, Trainingslager Belek

2.2.: RB LeipzigTSV Buchbach, 13.30 Uhr, Cottaweg  

Matthias Roth/Winfried Wächter