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RB-Archiv Ausbaupläne für RB-Trainingszentrum am Cottaweg: BUND regt Verbesserungen an
Sportbuzzer RB Leipzig RB-Archiv Ausbaupläne für RB-Trainingszentrum am Cottaweg: BUND regt Verbesserungen an
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12:56 19.06.2012
Von Matthias Puppe
Blick auf das bestehende RB-Gelände.
Blick auf das bestehende RB-Gelände. Quelle: Jakob Richter
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Leipzig

In einen Schreiben an Angelika Freifrau von Fritsch, Leiterin des Amtes für Umweltschutz in der Messestadt, werden vor allem die Ableitung des Regenwassers in die kleine Luppe, das Flutlicht auf den Trainingsplätzen sowie der zu erwartende Lärm bei Spielen mit Publikumsbeteiligung als Probleme genannt.

„Wir wollen, dass beim Bau bestimmte Ausgleichsmaßnahmen eingehalten werden“, sagte Leipzigs BUND-Vorsitzender Jürgen Kasek am Dienstag gegenüber LVZ-Online. Zentraler Punkt der geforderten Kompensationen sei der Lärmschutz. „Die Schallmessungen für das Lärmschutzgutachten wurden unter idealtypischen Bedingungen durchgeführt. Es hat sich aber schon oftmals heraus gestellt, dass es später doch deutlich mehr Belastungen gibt, als vorher prognostiziert“, erklärte Kasek, der zudem Sprecher von Bündnis90/Die Grünen in der Messestadt ist. Die Umweltschützer fordern deshalb ein zusätzliches Gutachten unter Einbeziehung tatsächlich zu erwartender Bedingungen, wie etwa einem erhöhten Zuschaueraufkommen bei bestimmten Trainingsspielen. Gegebenenfalls sollen dann weitere Schallschutzmaßnahmen in den Bauantrag des Regionalligisten integriert werden.

BUND-Regionalvorsitzender Jürgen Kasek. (Archivfoto) Quelle: André Kempner

Ebenfalls kritisch sehen die Naturschützer die Ableitung des Regenwassers vom Trainingszentrum in die kleine Luppe. „Durch Klimaveränderungen ist eine deutliche Zunahme von Starkregen zu beobachten. Das könnte dazu führen, dass bei intensivem Einsatz von Dünger, Herbiziden und Pestiziden auf dem Rasen deutlich mehr Schadstoffe in die Luppe gelangen, als bisher gedacht“, befürchtet Kasek. Der BUND fordert deshalb den Einbau eines Filters in die Abwasseranlage am Trainingszentrum, inklusive Verbindung zu einer Pflanzenkläranlage.

Nicht zuletzt befürchtet die Gruppe auch beim Fluchtlicht an den Trainingsplätzen Ungemach für die Fauna, da grelles Licht Insekten schädigen und bei Vögeln sowie Säugetieren die innere Uhr durch einander bringen könnte. „RB hat uns zugesagt, dass es keine verspiegelten Flächen auf dem Trainingsgelände geben wird und dass die Flutlichter mit begrenzten Lichtkegeln nur direkt aufs Feld scheinen werden. Weil die Schutzgebiete aber in unmittelbarer Nachbarschaft liegen, sollte während der Zugzeit der Vögel im Frühjahr und im Herbst das Flutlicht mindestens noch beschränkt werden“, sagte Kasek. Laut schriftlicher Forderung des BUND an die Umweltamtsleiter dürften zwischen März und April sowie September und Oktober nach 18 Uhr sogar überhaupt kein Flutlicht oder andere starke Beleuchtung auf dem RB-Trainingsgelände eingeschaltet werden.

Anfang Mai hatte die Stadtverwaltung detaillierte Gestaltungspläne zum weiteren Ausbau des RB-Trainingszentrums am Cottaweg im Zuge des zweiten Bauabschnitts vorgelegt. Laut Stadtverwaltung waren die Pläne auch allen Umweltverbänden übergeben und um entsprechende Äußerungen gebeten worden. Bis Anfang dieses Monats wurde auf dem von Naturschutzgebieten gesäumten Areal eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt. Im Anschluss soll nun eine Beschlussvorlage für die Ratsversammlung erarbeitet werden. Nach erneuter Auslage der Pläne sei frühestens Ende 2013 mit einer Fertigstellung der Bauvorrausetzungen zu rechnen, hieß es aus dem Neuen Rathaus. Dieser Zeitplan sei auch mit den Rasenballsportlern, die sich zur Hälfte an den Planungskosten beteiligt haben, abgestimmt.

Matthias Puppe