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RB-Archiv Chemnitzer FC und Rot-Weiß Erfurt trainieren bei RB Leipzig am Cottaweg
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05:31 28.02.2013
Von Guido Schäfer
Das RB-Trainingszentrum am Cottaweg. Quelle: Rasenballsport Leipzig
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Leipzig

Ja, den kickenden und längst nicht überall beliebten Roten Bullen (am Samstag, 13.30 Uhr daheim gegen Rathenow im Einsatz) geht es in ihrem winterfesten Trainingszentrum wunderbar. Und, streng geheim: Sie teilen ihre Domizil neuerdings mit leibhaftigen Traditionsclubs ...

Von Winter-Festigkeit können diverse andere Ost-Clubs nur träumen. Entweder sind die Böden stahlhart gefroren und schneebedeckt oder am Auftauen und schmierig-schlüpfrig. Weil seriöse Vorbereitung auf die Punktspiele so unmöglich ist, düste beispielsweise Zweitligist Dynamo Dresden schon zwei Tage vorm Kick in Ingolstadt Richtung Bayern, übte vor den Toren der Spielvereinigung. "Bei uns in Dresden ist an normales Training nicht zu denken", erkläre Dynamo-Coach Peter Pacult die Maßnahme.

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Den Mut, bei den Rasenballern um Asyl anzufragen, hatten sie in Dresden eingedenk der Rivalität Dresden-Leipzig und Pacults Vorleben als RB-Coach offenbar nicht. Andere Ost-Clubs haben da weniger Berührungsängste. Erst jetzt durchgesickert: Drittligist Chemnitzer FC nächtigte vorm Sonnabend-Derby beim Halleschen FC im Leutzscher Lindner-Hotel - und absolvierte am Cottaweg zwei Trainingseinheiten!

CFC-Coach Gerd Schädlich hatte bei seinem RB-Kollegen Alexander Zorniger auf dem kurzen Dienstweg angefragt und war erhört worden. Die erstaunliche und nicht kommunizierte Nachbarschaftshilfe brachte den Himmelblauen zwar Praxis auf grünem Rasen, aber keine Punkte. In Halle setzte es bekanntlich eine 0:2-Niederlage.

Offenbar hat sich in der Szene rumgesprochen, dass die RB-Macher keine Unmenschen sind, die vor Geld nicht laufen können. Nach LVZ-Informationen wird Drittligist Rot-Weiß Erfurt die unmittelbare Wettkampfvorbereitung (UWV) im Hinblick aufs Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken (Sonnabend, 14 Uhr) auch in Leipzig über die Bühne bringen. Der Rang-17. des Klassements wird am Cottaweg zweimal trainieren.

Dem Vernehmen nach müssen Chemnitz und Erfurt nichts fürs Ausweichdomizil zahlen. Wahre Liebe gibt es eben doch nur unter Fußballern.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.02.2013

Guido Schäfer