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RB-Archiv Derby zwischen RB Leipzig und dem 1. FC Lok fällt aus - Testspiel gegen Luckenwalde
Sportbuzzer RB Leipzig RB-Archiv Derby zwischen RB Leipzig und dem 1. FC Lok fällt aus - Testspiel gegen Luckenwalde
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10:09 25.02.2013
Die tief verschneite Red Bull Arena ließ am Sonntag keine Fußballspiel zu.
Die tief verschneite Red Bull Arena ließ am Sonntag keine Fußballspiel zu. Quelle: Johannes Angermann
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Leipzig

„Das Hauptproblem waren die Schneemassen auf den Zuschauerplätzen“, berichtete RB-Sprecher Sharif Shoukry. Am Morgen hatten sich noch rund 150 freiwillige Helfer in der Red-Bull-Arena versammelt und ihre Arbeitsgeräte gleich selbst mitgebracht. Gegen den dichten Flockenwirbel waren aber auch die Fans machtlos. „Wenn sie vorn beräumt hatten, war es hinten schon wieder zugeschneit“, sagte Shoukry.

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Am Sonnabend deutete noch alles auf einen Anpfiff hin. Schiedsrichter Eugen Ostrin bewertete bei einer ersten Platzbegehung die Verhältnisse und hob anschließend den Daumen nach oben. Was folgte war Schneefall bis in die späten Abendstunden. In der Nacht ließ der Niederschlag zwar nach, um am Morgen noch einmal kräftig nachzulegen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Leipzig sind seit Freitag bis zu 15 Zentimeter Neuschnee gefallen, allein am Sonntag seien es fünf Zentimeter gewesen.

Das Spielfeld hätten die Helfer und die auf Hochtouren laufende Rasenheizung hinbekommen. „Mit roten Linien und einem roten Ball hätte es funktioniert“, so Shoukry. Mit verärgerten Fans, die vor einem verschlossenen Stadiontour erst von der Absage erfahren, rechnet der Sprecher nicht. „Die Anhänger sind gut vernetzt“, glaubt er. Über Nachrichten-Webseiten im Internet, die sozialen Netzwerke sowie Funk und Fernsehen werde sich die Absage schnell herumsprechen. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest. Die im Vorverkauf erworbenen Karten bleiben auch für den Ersatzspieltag gültig. Am Montag lässt RB-Trainer Alexander Zorniger am Cottaweg ein Testspiel gegen den FSV Luckenwalde bestreiten. Anpfiff ist um 19 Uhr.

Kubald hat Verständnis für die Absage - Fans sind sauer

Anhänger des 1. FC Lok planten am Sonntag einen Fansmarsch zur Red Bull Arena. Quelle: Regina Katzer

Bei Anhängern des 1. FC Lok macht sich inzwischen Unmut über die späte Absage breit. "Uns wollten mehrere Hundert Fans aus Erfurt und Halle unterstützen", sagte René Thomas, selbst Unterstützer der Blau-Gelben. Sie seien nun umsonst angereist. Thomas hatte selbst erst am Hauptbahnhof erfahren, dass das Spiel nicht angepfiffen wird und kann das nicht verstehen. "RB will in einigen Jahren in der Bundesliga spielen, wollen die dann bei Schnee auch Fans aus München oder Dortmund erst zwei Stunden vorher informieren", fragte der 25-Jährige. Das werde sich der FC Bayern gewiss nicht gefallen lassen.

Lok-Sicherheitsbeauftragter Steffen Kubald hätte auch gern das Spiel gesehen. "Die Sicherheit der Menschen steht aber im Mittelpunkt", sagte er. Er habe am Sonnabend und Sonntag ständig Kontakt mit den Roten Bullen gehabt. "RB hat wirklich alles in Bewegung gesetzt, damit gespielt werden kann", so Kubald. Der Schnee am Sonntag sei aber nicht mehr zu bewältigen gewesen.

Vergleiche mit zeitgleich in der zweiten Bundesliga ausgetragenen Partien lässt er  nicht gelten. "Da muss man doch erstmal gucken, ob es dort auch so viel geschneit hat", erklärte Kubald. Das Stadion in Leipzig mit seinen vielen Treppen habe außerdem einen baulichen Sonderstatus. "Das kann man mit Cottbus doch gar nicht vergleichen", meinte der Lok-Sicherheitschef.

Rund 150 Lok-Fans hatten am Mittag noch einen Marsch vom Hauptbahnhof zum Stadion und zurück geplant. Polizeisprecher Michael Hille bestätigte das. "Genug Beamten zum Absichern waren vor Ort", berichtete er. Was fehlte war ein Verantwortlicher auf Fanseite. Die Idee, so Hille, sei dann von den Schlachtenbummlern selbst wieder verworfen worden. Nach Angaben von Hille und auch der für den Bahnverkehr zuständigen Bundespolizei habe es bisher keine weiteren Vorkommnisse gegeben. "Im Stadtgebiet ist alles ruhig", erklärte der Polizeisprecher.

Fußballfans besuchen Eishockeyspiel - Angriff auf Icefighters-Fan in der Straßenbahn

Wie die Bundespolizei am Abend mitteilte, seien gegen 16 Uhr am Leipziger Hauptbahnhof Fußballfans aneinandergeraten. Dabei sei es in einem Fall zu einer Körperverletzung gekommen. Weiteres werde erst eine Auswertung der Überwachungskameras ergeben. Ansonsten sei alles im Rahmen geblieben. Einige Fußballanhänger beleidigten Polizeibeamte, in einem Fall wurde Pyrotechnik gezündet. Die Ermittlungen dauern noch an.

Etwa 20 Fußballfans machten sich am Abend zum Spiel der Leipziger Icefighters gegen die Füchse Duisburg in der Tauchaer Dicolorarena auf, teilte die Polizeidirektion Leipzig mit. Die Stimmung sei friedlich, dennoch habe man Kräfte vor Ort.

Die Lage spitzte sich nach Ende des Eishockeyspiels zu. Ein Icefighters-Fan wurde gegen 19.45 Uhr in einer Straßenbahn der Linie 3 angegriffen. Der Mann musste mit einer Verletzung des Nasenbeins in die Notaufnahme der Leipziger Uniklinik eingewießen werden. Der Angreifer wurde festgenommen. Dass es sich dabei um einen Lok-Fan handelte, konnte die Polizei am Abend nicht bestätigen. Die Beamten ermitteln nun wegen gefährlicher Körperverletzung.

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Matthias Roth/joka