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RB-Archiv Die Mannschaft ist der Star: RB Leipzig trifft auf Rathenow und zeigt Geschlossenheit
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15:02 28.02.2013
Von Matthias Puppe
Freude beim Hinspiel in Rathenow. (Archivfoto) Quelle: GEPA Pictures
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Leipzig

Gebe es sie nicht, man müsste heute in Anlehnung an den großen Gary Lineker sagen: Fußball ist so ein lahmes Spiel, bei dem 22 Mann einem Ball hinterherlaufen und zwischendrin werden Autos verkauft. Dank der Egomanen auf dem Grün hören wir uns trotz des modernen Fußballs auch heute noch gelegentlich seufzen: „Haste gesehen, wie krass der olle Zlatan das Ding reingeballert hat?“

Bei Rasenballsport Leipzig gibt es keine Zlatans. Es gibt nur das Team und dann lange nichts, sagt der RB-Chefsportlehrer Alexander Zorniger und fügt an: „Jeder Spieler ist natürlich wichtig. Aber über alle Maßen wichtig ist nur die Mannschaft.“ Der 45-Jährige unterscheidet nicht zwischen erster und zweiter Garde, zwischen Leistungsträgern und Kickern mit Potential. Bei RB Leipzig sind praktisch alle Stammkräfte. „Am Saisonende wird jeder etwas beigetragen haben“, so Zorniger.

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Stammspieler ist nach dieser Rechnung auch Abwehrrecke Tim Sebastian. Der gebürtige Leipziger hat in dieser Saison zwar erst fünf Spiele gemacht und sah in den vergangenen Monaten vor allem Fabian Franke beim Blocken, Köpfen und Grätschen zu. Mit Beginn der Rückrunde dreht sich nun aber das Bild, Sebastian steht am Samstag beim Kräftemessen mit Optik Rathenow (13.30 Uhr, Red Bull Arena) in der Startaufstellung, während sich Franke am Rand in die wärmende Decke wickelt.

„Wir sind extrem fit und haben in der Winterpause noch einmal extrem zugelegt“, erklärte Sebastian angespornt am Donnerstag vor lauschenden Reportern. Nein, er habe sich nicht ungerecht behandelt gefühlt, als er wochenlang auf der Bank saß. „Alle Positionen sind bei uns eben doppelt besetzt. Der Trainer trifft seine Entscheidungen auch nicht gegen jemanden, sondern nur für jemanden“, so der RB-Spieler. Aktuell spricht laut Zorniger eben so Einiges für Sebastian, der offenbar auch kompatibel zur Großwetterlage ist. Dagegen sind Schnee, Eis und gefrorene Grasnaben eher keine Angelegenheit für Feinmotoriker Thiago Rockenbach, sagt der Trainer. Und weil es Zornigers Ziehsohn Dominik Kaiser nach seiner Verletzung noch an Fitness fehlt, wird gegen Optik Rathenow am Samstagnachmittag wohl Stefan Kutschke neben RB-Kapitän Daniel Frahn im Offensivtrakt auflaufen.

Apropos Rathenow. Vor den Brandenburgern hat der Leipziger Chefcoach großen Respekt und das nicht nur wegen Optik-Trainer Ingo Kalitzsch. Der ist seit mehr als 23 Jahren in Diensten der Rathenower und damit wahrscheinlich der langlebigste Übungsleiter Kontinentaleuropas. Im Hinspiel an der Havel boten Kalitzschs Jungs dem Favoriten aus der Messestadt lange Paroli, verloren am Ende dennoch mit 2:4 (2:2). „Die haben eine hohe Grundqualität beim Verwerten der Chancen“, weiß Zorniger zu berichten, der die Brandenburger am vergangenen Samstag sogar noch einmal beobachten ließ. Allerdings seien die Leipziger gegenüber dem Hinspiel nun taktisch disziplinierter und deshalb auch nicht mehr so anfällig.

Zornigers Gegenüber spricht indes vom „lockersten“ Spiel der Saison, freut sich mit seiner Mannschaft vor allem auf die WM-Arena von 2006. „Einerseits sollen die Jungs so eine Partie in einem solchen Umfeld genießen dürfen. Andererseits handelt es sich auch um ein Punktspiel, da wollen wir natürlich überall etwas mitnehmen", so Kalitzsch.

Matthias Puppe