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RB-Archiv Drittliga-Lizenz: DFB winkt RB Leipzig durch - Hallescher FC muss nachsitzen
Sportbuzzer RB Leipzig RB-Archiv Drittliga-Lizenz: DFB winkt RB Leipzig durch - Hallescher FC muss nachsitzen
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17:44 16.04.2012
RB hat die Drittligalizenz bereits, Halle muss nachsitzen.
RB hat die Drittligalizenz bereits, Halle muss nachsitzen. Quelle: LVZOnline
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Leipzig

„Wir haben die Lizenz für die dritte Liga in der vergangenen Woche ohne Bedingungen und Auflagen erhalten“, sagte RB-Sprecher Sharif Shoukry.

Im Vorfeld hatte es Diskussionen darüber gegeben, dass die Leipziger an der 50+1-Regel des Deutschen Fußball Bundes (DFB) scheitern könnten. Ein einzelnes Unternehmen darf demnach nicht die Stimmenmehrheit bei den in der Regel als Kapitalgesellschaften geführten Profiteams übernehmen. Im Fall von RB Leipzig sah der DFB keine Probleme und öffnete rein formell die Aufstiegstür.

Auch Kiel bangt mit seinen Sponsorenmillionen und den Einnahmen aus dem DFB-Pokal nicht um eine Startgenehmigung. „Bei uns gibt es weder technisch noch wirtschaftlich Probleme“, teilten Geschäftsführer Wolfgang Schwenke und Sportlicher Leiter Andreas Bornemann mit.

Der Kontrahent aus der Saalestadt muss dagegen nachsitzen. „Der Deutsche Fußball Bund hat uns wirtschaftliche Auflagen erteilt“, sagte HFC-Manager Ralph Kühne. Über den Inhalt der Hausaufgaben und konkrete Summen will der 45-Jährige nicht sprechen. „Keine Sorge, das ist alles realistisch und machbar“, so Kühne. Bis zum 1. Juni haben die Hallenser nun Zeit für die Nachbesserungen.

Welche Auflagen die Hallenser erfüllen müssen, teilte auch der DFB auf Anfrage nicht mit. „Wir wollen und können uns nicht zu einzelnen Lizenzverfahren äußern“, sagte eine Sprecherin gegenüber LVZ-Online. Sie verwies lediglich auf die Spielordnung und das Statut für die dritte Liga und Regionalliga als allgemeine Regeln für die Zulassung.

„Wir hätten unsere Papiere nicht eingereicht, wenn wir nicht überzeugt wären, dass wir das schaffen“, gab sich HFC-Präsident Michael Schädlich optimistisch. Die Insolvenz des Solarunternehmens Q-Cells bringe den Verein nicht in Turbulenzen. Die Thalheimer haben sich beim HFC als Geldgeber engagiert. „Für diese Saison ist nichts mehr offen“, berichtete der Präsident. Er sei sehr froh, dass der Vertrag erfüllt wurde.

Sollte der HFC den Sprung in Liga drei schaffen, dann plant er laut Schädlich mit einem Etat von 4,5 Millionen Euro. In dieser Spielzeit hatten die Sachsen-Anhalter knapp drei Millionen Euro zur Verfügung.

Fans des Halleschen FC verfolgen am 20.9.2011 das Eröffnungsspiel des neuen Stadions zwischen dem HFC und dem Hamburger SV. Rund 17,5 Millionen Euro hat der Umbau des früheren Kurt-Wabbel-Stadions gekostet. Quelle: dpa

Trotz des Erfolgs in den vergangenen Monaten und des neuen Stadions ständen die Unterstützer nicht Schlange vor der HFC-Geschäftsstelle, sagte Manager Kühne. „Mit den Stadtwerken als Hauptsponsor und einigen Co-Sponsoren sind wir breit aufgestellt“, erklärte er.

Dahinter folgten viele kleine und mittlere Geldgeber. Wenn von den Kleinsponsoren mal einer ausfiele, bringe das den Verein nicht gleich ins Wanken. Obgleich die Geldbörsen bei den Unternehmern in Halle nicht locker säßen, bekäme das Management viel positive Resonanz für die Viertliga-Fußballer.

Kühne ist aber auch klar, dass sich die Strukturen des HFC bei einem Aufstieg ändern müssen. „Unser Vorstand arbeitet noch ehrenamtlich, das müssten wir dann neu ordnen“, kündigte er an.

Den Abstand gegenüber RB Leipzig könnte das Team von Trainer Sven Köhler schon am kommenden Mittwoch auf vier Punkte vergrößern. Dann muss der Tabellenführer bei Germania Halberstadt zum Nachholspiel antreten. Rein von der Statistik dürften die Vorharzer keine große Hürde für die Gäste werden. Gegen die Kellerkinder aus Magdeburg und Cottbus II verlor das Team von Andreas Petersen zuletzt. Der HFC dürfte trotzdem gewarnt sein. Die Bullen aus Leipzig drehten im vergangenen November zu Hause erst in der Schlussphase mit einem Kraftakt einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg.

Matthias Roth/maf